Gasarten
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wundervolle chemische Eigenschaften aus, und es geben sich uns in der Gasgestaltam reinsten einige der merkwürdigste» chemisch-einfachen Körper; die verschiedenenAusarten spielen daher in dem chemischen Theile der Physik eine Hauptrolle. Ammehresten verdienen folgende gekannt zu werden. 1) Die atmosphärische Lustist ein Gemenge aus mehren GaSarlen und aus Wasscrdampf, und nicht, wie manehemals glaubte, ein einfaches Element. Wirt in ihr Phosphor in einer Glockeverbrannt, welche in emer iLchale mit Quecksilber steht, so kann man es selbst durchwiederholtes Anstecken des Phosphors doch nur höchstens so weit bringen, daß von100 Maß Luft 21 Maß verschwinden, 19 bleiben zurück, und in diesem Ruck-stande vermag weder irgend ein brennender Körper fortzubrennen, noch ein Thier zuleben. Jene 21 Maß bestehen aus einer Gasart, die man erst 1111 und 1114kennen gelernt hat, und die man anfangs, weil sie eine unerläßliche Bedingung zurUnterhaltung des Feuer« und des thierischen Lebens ist, Feuerluft oder Lebenslustnannte, jetzt aber allgemein mit dem Namen SauersioffgaS (».an nxvzss'ur)bezeichnet. Der Rückstand besteht größtemheils auö einer wesentlich verschiedenenGasart, dem Stickgas (gox u/.ow). Verbrennliche Körper können nur, wenn sie mitSauerstoffgas in Berührung sind, verbrennen, und alles Verbrennen beruht aufchemiscber Verwandtschaft des verbrennlichen Körpers zum wägbaren Theile desSauerstoffgases; indem dieser sich mit dein brennenden Körper vereinigt, wird derin dem Gas gebunden enthaltene Wärmesioff frei und erscheint als Licht und freieWärme. In der atmosphär. Luft sind die brennbaren Körper mit mehr Stickgas alsSauerstoffgas in Berührung; im reinen Sauerstoffgas verbrennen sie daher mit ei-ner weit größern Lebhaftigkeit und scheiden in gleicher Zeit weit mehr Licht und Wärmeab, als in der atmosphärischen Luft. Ein glimmender Holzspan oder ein glimmendesWachslicht in Lauerstoffgas getaucht, entflammen sich sogleich; eine an der unternSpitze glühende Stahlfeder verbrennt darin mit Funkenwerfen und Hellem Lichte,und brennenderPhoSphor verbreitet darin ein Licht, welches meinem dunkeln Zimmergleich dem Sonnenlichte blendet. Thiere können nicht leben, wo es an Sauerstoff-ga? fehlt, befinden sich aber keineswegs im reinen Sauerstoffgas besser als in deratmosphär. Luft, sondern erkranken endlich darin, weil der Lebensproceß übermäßigbeschleunigt wird. Die verbrennlichen Körper verwandeln sich beim Verbrennen häu-figinSäuren, so der Schwefel, derPbosphor, dieKohleu.a. Deßhalb hat manden brennbaren Grundtheil dieses Gases Sauerstoff Axrxffna) genannt, und daherrührt der Name dieser Gasart, welche in der Natur eine so große Rolle spielt, daßman die ganze Chemie für eine Geschichte der Eigenschaft des Sauerstoffes und desSauerstoffgases ausgeben könnte. Um diese Gasart rein zu erhalten, erhitzt man ineiner Weißglühhitze ertragenden Retorte gepülverten schwarzen Braunstein (Man-ganoyyd), oder rothes Queckfilberpräeipitat (rothes Quecksilberoryd), oder Salpe-ter, oder Alaun, oder Knallsalz (orygenirt-salzsanreS Kali). Das Ende des Halfisder Retorte oder einer darüber passenden Röhre muß unter dem Trichter der mit Was-ser gefüllten, zu Entbindungen von GaSarten bestimmten Wanne, der sogen, pneu-matischen Wanne, liegen, und über dem runden Loche des Bretes, an welchem derTrichter mit seiner engen, aufwärt« gerichteten Röhre befestigt ist, muß ein umge-kehrtes Gefäß voll Wasser stehen, worin die sich entbindenden Gasblasen aufsteigenund zurückgehalten werden. Aus einem Pfunde Braunstein lassen sich viele berlinerQuart Sauerstoffgas erhalten. 2) Das reine StickgaS hat keine Eigenschaften, welcheauf eine so ausgezeichnete Art in die Augen fallen. Es kann sich mit dem Sauerstoffeverbinden, und je nachdem dieses in verschiedenen Verhältnissen geschieht, entstehendadurch Salpetersäure, Salpetergas oder sogen. Wonnelust (orvdirteü Stickgas).Das SalpetergaS hat die auffallenden Eigenschaften, Sauerstoffgas, mit welchemes in Berührung kommt, augenblicklich zu verschlingen und sich damit in salpetrig-sauren Dampf zu verwandeln. Beim fortgesetzten Athmen der Wonneluft soll eine