Band 
Vierter Band. F bis G.
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520 Gasometer Gassenerleuchtung

zersetzende Na« wird, um es noch mehr zu reinigen, durch Kalkmilch in den Gast:Meter geleitet. Der Gasometer besteht aus 2 Haupt, heilen: der Cisterne und demGasometerdeckel. Erstere ist ein hölzerner oder gußeiserner, oben offener Wasser-behälter, in welchem sich, an Gegengewichten hängend und der Auf-, und Nieder-bewegung fähig, ein unten offener Cylinder von Eisen- oder Kupferblech (Gaso-meterdeckel) befindet. Sowie das entwickelte Gas durch ein Eintrittsrohr durch dasWasser der Cisterne tritt, sammelt es sich unter den Gasometerdeckel und hebt die-sen allmälig bis zu seiner Füllung in die Höhe. Durch ein mit einem Hahne ver-sehenes Abzugsrohr wird das Gas aus dem Behälter abgeleitet. Sobald man denHahn des Abzugsrohrs öffnet, so wird das Gas durch den Druck des Gasometer-deckels ausgepreßt und nach Belieben durch verschiedene weißblecherne oder bleierneRöhren an den Ort seiner Bestimmung geleitet. Hier tritt es durch enge, verschie-den gestaltete, mit Hähnen versehene Röhrchen von Kupfer oder Messing (Gaslam-pen) aus, und verbreitet nach seiner Entzündung das schönste helleste Licht, den Ar-gandischen Lampen gleich, ohne allen Geruch. Diese Gasbeleuchtung ist vorzüg-lich da zu empfehlen, wo man, in einem nicht zu großen Raume vertheilt, einebedeutende Zahl Lichter nöthig hat, und dann auch zur Straßenbeleuchtung. S. Ac-cum „sjber das Gaslicht", a. d. Engl. überseht und mit Anmerk. von LampadiuS (Weimar 1816); des Letzter« „Neue Erfahrungen im Gebiete der Chemie undHüttenkunde" (Weimar 1816) und Prechtl's „Anleit. zur zweckmäßigen Einrich-tung der Apparate zur Beleuchtung mit SteinkohlengaS" (Wien 1817?. Seit ei-nigen Jahren haben die Hrn. Taylor und Martineau in London einen erfundenenApparat, um aus Ül Gas zu bereiten, ebenfalls mildem größten ErfolgzurBeleuch-tung angewandt; das ganze Verfahren ist einfach und bereits in mehren Gebäudeneingeführt, z.B.in der Apothekenhalle und in Whitbread'S Brauerei. Ein Schott-länder, Patcrfon, will ein Mittel erfunden haben, das Gas in luftdichten Sackenaufzubewahren und in beliebige Vorräkhe abzutheilen. Wenn nun, nach seinemVorschlage, z. B. bei der Straßenbeleuchtung und jeder Laterne ein Gasbehälter an-gebracht würde, welchen man mittelst einer Art Blasebalgs täglich aus den Säckenanfüllen könnte, so wäre damit eins der Haupthindernisse gehoben, die der allgemei-nern Einführung dieser trefflichen BeleuchtungSart im Wege stehen, nämlich dieKostbarkeit nicht allein der ersten Anlage, sondern auch der Unterhaltung der Me-tallröhren, welche nach der bisherigen Einrichtung das GaS zu den Laternen leiten.Die neueste Erfahrung und Erfindung in der Gasbeleuchtung hat der Hof- undReg.-.Rath Tabor in s. „Handb. der Gasbeleuchtungskunst" (Franks, a. M.1822, 2 Bde., m. Steindr.-Taf.) mitgetheilt. 8—»

Gasometer, Luftmesser, nennt man das von Lavoisier u. A. erfundene In-strument, um durch Verbrennen aus den Elementen des Wassers Wasser zu bilden,theils die verhältnißmäßig-m Massen derselben genau zu messen, theils das solcherge-stalt gebildete Wasser genau zu sammeln und zu wägen. Van Marum in Harlem,v. Hang, v. Seguin, Vogt und Pearstn haben diese Maschine sehr vereinfacht.

Gasopyrion, elektrisches Feuerzeug (s. d.).

Gassener leuchtn ng kannten im Alterthume schon Rom, Antiochia rc.,wenigstens in den Hauptstraßen und auf den Hauptplätzen, durch Laternen. InParis wurde 1521, 1526 und 1553 den Einwohnern bereits befohlen, von 9 UhrAbends an wegen Raub und Mordbrand auf den Gassen Lichter vor den Fensternbrennen zulassen. ImNov. 1558 erhielt die Stadt Laternen. 1667 erhielt Paris die jetzige Erleuchtung, welche London 1668 nachahmte und 1736 die jetzige ein-führte. Ihre Straßenerleuchkung erhielten Amsterdam 1669, Berlin 1679,Wien 1687. Leipzig 1702, Dresden 1705, Frankfurt a. M. 1707, Basel 1721.Die Art der Gassenerleuchtung ist sehr verschieden. In neuerer Zeit braucht mandazu in der Mitte der Straßen hängende Reverberen (Lichtwerfer).