Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gebirg« Gebirgskrieg

Bestimmung vergißt, desto mehr ist ihm die Geistessammlung, welche das Gebetgewährt, Bedürfniß, und es ist eine heilsame Gewohnheit, mit dem frommen Amdenken an Gott den Tag zu beginnen und zu beschließen. Um das Gemüth in dieStimmung zu versetzen, in welcher es geneigt und fähig wird, sich zu Gott zu er-heben, muß man sich der heil, Schrift, heiliger Gesinge (unter den neuern Liederndieser Art sind besonders die vonWüschel: „Morgem und Abendopser", Sulzbach,zuerst 1804; die Gesinge von Juliane Deillotter und die Schrift von Ziegenbein:„Die Religion in Liedern, gesammelt aus den besten Dichtern", zu empfehle»), gu-ter Predigten und dgl. Erbauungsbücher bedienen. Da die Richtungen, welche dasjugendliche Gemüth nimmt, die bleibendsten zu sein pflegen, so ist esnöikig, daßman auch das Kind beten lehre, und die Erzieher, welche meinten, daß die Bildungzur Religiosität einem reifern Alter vorzubehalten sei, verriethen Mangel an Kennt-niß des menschlichen Herzens. Auch das Kind kann den Gedanken an ein Wesen,von welchem alles Gute komme, fassen, und ist frommer Gefühle fähig. d,.

Gebirge, s. Berge.

Gebirgsarten, s. Geognosie.

Gebirgshdhe. Um eine allgemeine Basis bei der Bestimmung der Höheeines Gebirges zu haben, bezieht man dieselben jederzeit auf die Meeresfiäche, sodaßdie mehr oder minder hohe oder flache Umgebung eines Berges keinen Einfluß aufseine ei zentliche Höhe haben kann. Daher kommt es, daß mancher Berg, z. B.der Brocken, der rings in einer bergigen Umgebung liegt, viel hoher ist, als er scheint,da seine ganze Höhe, d. h. also Erhebung über der Meeresfläche, dem Auge nichtsichtbar ist. (S. Höhenmessung.) Folgende Formel zeigt die verschiedenenStufen der Gebirgöhöhe:

Pyrenäen . Alpen. Anden. Himalih.Gipfel— 1,° 1,4 1,8 2,4

Mittel— 1 11 2 2j

Gebirgskrieg heißt der Krieg in Ländern, in welchen Hochgebirge nebsttief eingeschnittenen engen Thälern die Hauptphysiognomie bilden, als z. B. dieSchweiz, Tirol, Salzburg , ein großer Theil der pyrenäi'^en Halbinsel u. s. w.,weil er nur in diesen einen eigenthümlichen Charakter hat. Solche Länder werden,wenn der Krieg nicht ausschließlich gegen sie gerichtet ist, weniger der Schauplatz ent-scheidender Operationen sei», weil sie ihrer Natur nach die kriegerische Wirksamkeithemmen und die Verpflegung schwierig machen. Sie dienen daher in den jetzigenKriegen mehr als Stützpunkte größerer Operationen. Ihre Wichtigkeit ist dessen-ungeachtet sehr groß, wenn auch nur untergeordnet. Sie eignen sich besonders zumVertheidigungskriege, da sie viele Stellungen bieten, in welchen kleine Haufen ganzeHeere aufhalten können; umgekehrt wird der Angreifende gehindert, seine Kräftegehörig zu entwickeln, und muß jeden Augenblick, wenn er in schmalen, gedrängtenColonnen in einem Thale vorrückt, befürchten, daß der Feind neben ihm in denThälern in seine Flanken operirt, ihn überrascht, seine Zufuhren und Unterstützun-gen abschneidet u. dgl. Indeß hat der Gebirgskrieg jetzt beider größer» Beweglich-keit der Truppen, und weil man einsehen lernte, daß es wol kaum noch eine Stel-lung gibt, die nicht bei gehöriger Ortskermtmß und Entschlossenheit umgangen wer-den könnte, endlich bei der größer» Cultur in ehemals unwegsamen und unwirihba-ren Gegenden nicht mehr die Schwierigkeiten wie sonst. Der Gebirgskrieg ersoderteine genaue Localkenntniß, ist weniger regelmäßig als der Krieg in einem ebenenLande; er federt von den Anführern mebr Kühnheit, eine größere Bereitschaft aufunerwartete Ereigmsse, und von den Truppen einen höhern Grad von Muth u. Aus-dauer. Der General Matlhieu Dumas nennt ihn die politische Seite der Kriegs-kunst. Als ein Meister im Gebirgokriege verdient u. A. der franz. General Lecourbegenannt zu Iverden; IN Dumas's „Lröol, cle, «vönonion» milltaires" findet man