Gebern
Gebet
531
d"ser Eintheilt ng der Unterschied zwischen Miene ».Gebärde im engern Sinne zum(Grunde. Es ist mich hier räthst»», das Dkienenspiel auf die Gesichtssprache einzu-fst.raiiken, da? Gebäi denspirl aber auf die ganze körperliche Beredtsamkeit auszudeh-, eii. Gebärdenspiel wurde deninach sein die vorübergehendeMsdification desc anzen Körpe. S, seiner unbeweglichen Theile, in>Lte>lung und Bewegung, zumAiiS-i ruck te? Innern und Austern wahrend einer gewissenSiiuation. Die Bezeichnungdurch Spiel scheint uns bloß von dem Vorübergehenden in dieser Thätigkeit herzu-kommen, und nicht etwa von der Leichtigkeit, womit sie ausgeübt wird. Weit eherkönnte man noch an Unwillkürüchkeit denken (wie bei dem Spiel der Muskeln), wo-mit die äußern Werkzeuge der Thätigkeit der Seele in einer naturgemäßen Äußerungfolgen. .Wer durch Kunst die körperliche Beredtsamkeit üben will und die naturge-mäße» Äußerungen nicht trifft, der verfällt in Grimasse. Die Natur, wie sie fürjeden Ausdruck der Leidenschaft, für jede Stimmung derScele ihren eignenTon undeigne Bewegung in derSiimme hat, hat auch ihre eignen Bewegungen und Stel-lungen in dem Körper dafür. Wehe dem S chauspicler und bildenden Künstler, demdafür der femeSinn mangelt. (Vgl. Mimik und Pantomime.) NI.
Gebern, in Indien Parsis, in Persien aber Gebern, Guebern,Gauern, d. i. Ungläubige oder Feueranbeter, genannt. Sie selbst nenne» sichBehendie oder Anbänger des wahren Glaubens, und haben ihre vorzüglichstenWohnsitze in den Wüsten von Karamanien gegen den persischen Meerbusen, vorzüg-lich aber in den Provinzen Perd Kerani. Dies wenig bekannte, in der Unwissen-heit glückliche Volk ist arbeitsam, mäßig und treibt fleißig Ackerbau. Die Sittender Gebern sind sanft; sie trinken Wein, essen alles Fleisch, hcirathen nur eineFrau, und leben streng und mäßig. Ehescheidung und Vielweiberei sind ihnendurch die Religion verboten; bleibt aber die Frau in den ersten 9 Jahren unfrucht-bar, so darf der Mann neben derselben noch eine zweite nehmen. Sie verehren eineiniges bochsiesWesen, das sie den ewigen Geist odcr Perd nennen. Sonne, Mondund Planeten glauben sie durch verständige Wüsen belebt, erkennen das Licht alsGrundursache des Giuen, die Finsterniß als die des Bösen, und beten endlich, wieman sagt, das Feuer an, wovon sie auch den Namen erhalten haben. Sie selbstaber sagen, daß sie es nicht anbeten, sondern darin nur ein Gegenbild des unbegreissluchen GoiteS hegen, weswegen sie auch allemal ihre Gebete beim Feuer verrichtenund an heiligen Orten em immer brennende? Feuer unterhalten, welches ihrPrephetAvroaster (s. d.) schon vor 4üül) I. entzündet haben soll. Ihr heilige? Buchbeißt Zend-Avesta (s. d.). Eine eigenihuniliche Gewohnheit der G^m, isteS,die Todten, statt sie zu begrab.», auf den T härmen ihrer Kirchhöfe den Vogelnpreiszugeben, wobei sie genau achtgeben, welchen Theil diese Thiere zueisi verzeh-ren, und daraus auf das Sch icksal des Verstorbenen schließen.
Gebet, im weiten Ldinne, jede mit fionnnen Gefühlen verbnndene Rich-tung des Gemüths auf Gott , im eugeui Sinne der mündliche Ausdruck frommerGefühle und Gesinnungen gegen Gort. Das Gebet kann Bitte sein, Fürbitte,Dank und Lob Gottes. In den abergläubischen Religionen des Alterthums wur-den die Gebete als Formeln von magischer Kraft betrachtet, deren Wirksamkeit da-von abhänge, daß sie mit der größten Genauigkeit hergesagt und durch keinen Un-glück bedeutenden Umstand unterbroche» würden. Würdigere Begriffe über dasWesen und den Zweck des Gebets hat das Cbnsienthum verbreitet. Nach denGrundsätzen der katholischen Kirche kann. der Mensch nicht bloß an Gott, sondernauch au die Heiligen und an die Engel Gebete richten; die protestantische Kirche da-gegen erklärt Goit für den einzig würdigen Gegenstand der Anbetung. Die religiö-sen Menschen aller Zeiten haben in dem Gebere ein wirksames Mittel der Geistes-clHebung, des Trostes und der Befestigung in guten Gesinnungen gefunden. Zeleichter der Mensch unter den -erstreuungen und Sorgen des Lebens seine höhere
34 *