Geduckt
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tigten Ziele erleichtert werden soll. Man hat einfache und künstliche Hülfsmittelzur Erleichterung der Gedächtnißübungen. Die ersten beruhen ausfolgenden Grund-satz.-,,. a) Weil das Verstandene leichter gefaßt wird als das Unverstandene, sosuche man Das. was memorirt werden soll, zuerst zu verstehen, oder es Dem, deres merken soll, verständlich zu machen. I>) Weil Das, was langsam und öfter durchdie Seele geht, leichter als das schnell Vorübergehende gefaßt wird, so lese mau daszu memorirende Stück oft mit Bedacht durch. >) Was durch zwei Sinne (Gehörund (Gesicht) der Seele zugeführt wird, prägt sich besser ein, als was nur durch einenSinn zugeführt wird; daher ist das Auf- und Abschreiben des zu memorircndenStücks und das laute Durchlesen 'Anfängern zu empfehlen, <l) Da die Erfahrungselbst bei Singvögeln gelehrt hat, daß sie am leichtesten die Stückchen nacbpfeifenlernten, die man ihnen Abends und früh vorpfiff oder vorspielte; da sich auch beiMenschen die Erfahrung bestätigt, daß kurz vor Schlafengehen, weil hier kein neuesBild das vorgehabte so leicht verdrängt, und bald nach dem Aufstehen, wo auch dieSe-lenkrafte sich neu gestärkt fühlen und noch nicht durch die Eindrücke des Tagesermütei sind, das Memoriren leichter wird als zu einer andern Tageszeit, so benutzeman die Morgen- und Abendzeit zum Memoriern, oder wenigstens zum Durch-lesen des zu memoirenden Stücks. >) Auch das Mitmerken des Platzes im Buche,auf welchem das zu Erlernende nach feinen Theilen steht, ist ein Erleichterungsmit-tel des Memorirens. Wer den Platz mit merkt, von dem sagt man, er hatLocal-memorie. Von den künstlichsten Hülfsmitteln s. Mnemonik.
Gedockt nennt man eine Orgelsnmme, bei welcher die Pfeife oben durcheinen Deckel verstopft ist. Der Ton wird dadurch um eine Octave tiefer, sanf-ter, aber auch schwächer.
Gedanke ist ein Erzeuaniß des Verstandes, wiefern unter diesem das Ver-mögen zu denken verstanden wird. Durch das Denken werden Anschauungen undEmpfindungen zu Begriffen als allgemeinen Vorstellungen erhoben, und diese Be-griffe wieder zu Urtheilen und Schlüssen verknüpft. Daher ist jeder Begriff, jede»Urtheil, jeder Schluß ein Gedanke. Im weiter» L^inne werden aber auch die Ideen,welche die Vernunft bildet, und in der weitesten Bedeutung sogar alle Vorstellun-gen überhaupt Gedanken genannt. Der Gedanke ist das innerste Eigenthum einesMenschen, worüber man nur Gott und seinem Gewissen Rechenschaft schuldig ist.Daher des Sprüchwort: Gedanken sind zollfrei. Durch den Gedanken kann sichder Mensch im Augenblick in eine andre Lage und selbst auf den entferntesten Welt-körper versetzen. Daher sagt man, Gedanken sind schneller als der Blitz oder als dasLicht. In diesem Falle aber versteht man unter Gedanken die Vorstellungen desinnern Sinnes oder der Einbildungskraft. Denn die Einbildungskraft ist es eigent-lich. ivelche uns auf ihren Flügeln an jeden beliebigen Ort trägt und in jedes beliebigeVerhältniß setzt, O.
G e d ä r m, s. Dar m.
Gedicht, s. Poesie,
Gediegen statt gediehen, b. h. gewachsen, rein hervorgebracht, ohneBeisatz oder Vermischung mit fremdartigen Theilen. Besonders wird das Wort imBcrgbaue gebraucht. Gediegenes Gold, Silber, Zinn, welches von der Natur inreiner Gestalt erzeugt wird, zum Unterschiede vvm Erze, in welchem es noch mitfremdartigen Theilen vermischt ist, Ferner sagt man auch gediegen von Dingen,die durch und durch aus denselben Theilen bestehen und dabei rein, fest, gedrungen,kräftig sind, z. B. eine gediegene Rede u. s. w.
Gedike (Friedrich), geb. den 15. Jan. 1751 zu Boberow, einemDorfe beiLenzen, in der Mark Brandenburg, war, als s. Vater, Prediger daselbst, starb,9 I. alt, und befand sich in der hülfsbedürstigsten Lage. Man brachte ihn »achSeehausen, wo er die Schule besuchte, und von da in das Waisenhaus nach Zülü-