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Vierter Band. F bis G.
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Gelübde

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Geltung

schiffen, worauf sich 300,000 M. Landtruppen befanden, bei Panormu? und be-lagerte Hiniera. Dieser Macht zog Gelon mit 50,000 Mann zu Fuß „nd 5000Reitern entgegen. Ein aufgefangener Brief belehrte ihn, daß am folgenden TageHamilkar ein feierliches Opfer bringen und zugleich Hülfsvölker ins Lager einlassenwolle. Es gelang G., statt derselben einen Theil s. Reiterei in? feindliche Lagerrücken zu lassen, welche den Hamilkar während des Opfers überfiel, ihn selbst tödteteund die Schiffe in Brand steckte. Zu gleicher Zeit griff G. t ie Cartbager an, welche,durch den Tod ihres Feldherrn und den Verlust ihrer Schiffe mmhlos gemacht, einegänzliche Niederlage erlitten. D>ese merkwürdige Schlacht geschah an demselbenTage, wo die Griechen bei Marathon siegten, und ist von Pindar verherrlicht wor-den. G. machte unermeßliche Beute und gestand den Earihagern nur unter derBedingung den Friede» zu, daß sie 2000 Talente Silber zahlen, 2 Tempel zurAufbewahrung der Friedensbedingungen erbauen und die Menschenopfer abschaffensollten. Nun wünschte G. den königl. Titel zu erhalten. Er berief zu dem Endeeine Volksversammlung, der er unbewaffnet beiwohnte und erklärte, daß er die Ober-herrschaft niederlegen wolle. Alles gerieth in Erstaunen und Bewunderung; einallgemeiner Zuruf nannte ihn den Erretter von Syrakus . Einstimmig trug manihm den Königstitel an und ließ nicht eher ab, bis er ihn annahm. Eine Statue,die ihn in Bürgerkleidung darstellte, verewigte dieses Ereigniß. G. verwaltete dieRegierung mit Sanftmuth und Güte. Stets bemüht, sein Volk zu beglücken,starb er im 7. Jahre seiner Regierung. Hhm folgte sei» Bruder Hiero. ä!.

Geltung heißt in der Musik die Dauer der durch Noten bezeichneten Tönenach dem Verhältnisse der für die Tonstücke angenommenen Bcweaung. HedeNote hat außer ihrem Plaße m dem Notensystem, welcher den Ton selbst bezeichnet,auch eine gewisse bestimmte Figur nöthig, wodurch ihre Geltung oder Dauer ange-zeigt wird. Statt der ehemalige» Geltung der Noten und ihrer Eintheilung inlu.ivinii. lo>,^.->. I.rrvi-, u. s. w. sind für das heutige System eingeführt: ganze,halbe Schläge (oder Taktnoten), Viertel, Achtel u. s. w. Die Pausen haben mitden Noten in Beziehung auf Datier der Zeit einerlei Geltung.

Gelübde, eine Zusage, durch welche man sich zu einem willkürlichen, vonGott nicht gefederten Verhalten in der Erwartung verbindlich macht, daß dasselbeGott angenehm sei. Manche Gelübde beziehen sich auf einen einzelnen Fall, wiewenn z. D. ein Fürst im Mitrelalker einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen zu un-ternehmen gelobte, andre aufeine das ganze Leben hindurch zu wiederholende Hand-lung, wie wenn Manche z. B. sich verbindlich machten, an einem bestimmten Tageder Woche zu fasten, oder an einem bestimmten Tage im Jahre Geld unter die Ar-men auszutheilen. Die meisten Gelübde sind unter der Bedingung, daß man auseiner Gefahr gerettet werde oder eine Wohlthat von Gott empfange, geleistet wor-den; zuweilen aber waren sie auch die Wirkung frommer Dankbarkeit und Liebe.Nur wer auf der einen Weite unvollkommene Religionsbegriffe hegt, indem er Gottals ein menschenähnliches Wesen sich vorstellt, welche? er durch angenehme Diensteerfreuen und zu der Erfüllung seiner Wünsche bewegen könne, aufder andern Seiteaber von frommer Gesinnung und lebendigem Glauben an Gottes Regierung durch-drungen ist, wird Gelübde leisten. Dem aufgeklärten Gottesverehrer aber wirdes nicht in den Winn kommen, ein Gelübde zu thun, weil er weiß, daß er zu Allem,was wirklich gut ist, auch ohne "in besonderes Gelübde verbunden sei, und daß Gottnicht durch willkürltche Dienste, sondern durch einen tugendhaften Lebenswandel ver-ehrt werde, und weil er einsieht, daß es thöricht sei, bei der Wichtigkeit und Mengeder gewöhnlichen Obliegenheiten, sich neue und unendliche Lasten aufzubürden.Hesus Christus und die Apostel haben die Gelübde weder durch Lehre noch durch ihrBeispiel empfohlen. Bei den unwürdigen Vorstellungen, welche die heidnischenVölker von den Göttern hegten, kann es nicht befremden, daß man den Göttern so-