Band 
Vierter Band. F bis G.
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Germanien

I. der Stadt 739 geschlagen halten, eilte er selbst herbei, erbaute, UNI ihnen besserwiderstehen zu können, Festungen am Rhein, und gab s. Stiefsohne Drusus (s. d.)den Oberbefehl gegen sie. Dieser tapfere Feldherr war in mehren Feldzuge,i sieg-reich und drang bis an die Elbe vor. Er starb im I. Roms 745. Nach ihmführte 2 Zahre lang TiberiuS den Oberbefehl am Rhein und übte mehr List alsGewalt gegen die Germanen. Er bewog sie zu Kriegsdiensten im römischen Heere.AügustuS'S Leibwache ward aus Deutschen gebildet, und der Cherusker Hermann (s. d.) schwang sich bis zur Würde eines Ritters empor. Von den I. 748 755befehligten verschiedene römische Feldherren in diesen Gegenden. Als im I. 756TiberiuS aufs Neue den Oberbefehl bekommen haue, drang er bis an die Elbe vor,und damals wäre es vielleicht gelungen, Deutschland zur römischen Provinz zu ma-chen, wenn nicht die Unbesonnenheit s. Nachfolgers, des O.uinctilius Varus, alleerrungene Vortheile vernichtet hätte. Seine gewaltsamen Mahregeln, die Silkenund Verfassungen der Deutschen umzuändern, bewirkten eine allgemeine Verschwö-rung, an deren -Lpitze der in Rom erzogene Cherusker Hermann stand. Mit seinemaus 3 Legionen bestehenden Heere in den teutoburger 'Wald gelockt, ward VaruZvon den erbitterten Deutschen angefallen und aufgerieben. Wenige Flüchtlinge ret-tete der bei Köln mit 3 Legionen stehende Legat Asprenas. Dieser 9 I. n. Chr.von den Deutschen erfochtene Sieg führte den Verlust aller römischen Besitzungenjenseits des Rheins herbei; die von Drusus erbaute Feste Aliso wurde zerstört. Zetzttraten die Cherusker als das Hauptvolk in Deutschland auf. Erst 4 Jahre nach-her zogen die Römer unter Germaniens (s. d.) wieder gegen die Deutschen insFeld, und wie tapfer und kriegserfahren dieser jugendliche Held auch s. Unterneh-mungen leitete, so gelang es ihm doch nicht, die Herrschaft der Römer zu befestigen.Vielmehr gaben nach ihm die Römer die Unterjochung der Deutschen auf, derenSireifzüge auf ihr Gebiet sie leicht verhinderten, und vor deren ernstlichen Angriffensie sich durch die innern Streitigkeiten derselben gesichert sahen. Eine wichtige Be-gebenheit in Deutschland hatte dazu Anlaß gegeben. Maroboduus, ein am HofeAugusts erzogener Markomanne, vereinigte durchGüte undGewalt mehre suevischeStamme in einen Bund, welcher u. d. N. des Bundes der Markomanne» bekanntist. An der Spitze dieses mächtigen Dölkervereins überfiel er das im südl. Böhmen und heutigen Frankenlande gegründete große Reich der Bojer , eroberte dasselbe undstiftete hier einen furchtbaren Staat, welcher sich über t ie Markomannen, Hermun-duren, O.uaden, Longobarden und Semnonen ausdehnte und ein Heer von 70,000Streitern aufbieten konnte. August halte den, TiberiuS befohlen, mit 12 Legionenden Maroboduus anzugreifen und seine Macht zu brechen, aber ein allgemeinerAufstand der dalmatischen Völkerschaften nöthigte ihn, einen Frieden zu schließen,der »hm keine Vortheile gewährte. Die darauffolgenden Unfälle der Römer inWestdeutschland hinderten jeden Versuch gegen die Markomannen, welche häufigeStrcifereien in Süddeutschland wagten. So gab es jetzt 2 mächtige Völkerschaf-ten m Deutschland , die Markomannen und die Cherusker, welche sich aber baldumer einander entzweiten, als einerseits die Longobarden und Semnonen, derBedrückungen des Maroboduus müde, den Bund desselben verließen und zu denCherusker » übertraten, und andrerseits Hermanns Oheim, Znguiomerus, ausEtfersucht gegen s. Neffen zum Maroboduus überging. Nachdem der Krieg zwi-schen beiden Nebenbuhlern nach allen Regeln derKriegskunst, welche Hermann undMaroboduus in Roms Schule erlernt hatten, geführt worden war, blieb der Siegendlich den Cherusker ». TiberiuS, statt dem ihn um Beistand bittenden Marobo-duus zu helfen, ließ ihn vielmehr 2 Jahre darauf von dem Gossen Carualdaüberfallen, der ihn zwang, sein Land zu verlassen und bei den Römern Zuflucht zusuchen. Bald aber erfuhr Catualda das gleiche Schicksal durch die Hermunduren,welche jetzt als Hauptvolk unter den Markomannen auftraten. Die Cherusker ver-