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Vierter Band. F bis G.
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644 Gersten berg

Laufbahn zu wählen, und er wurde 1786 Lieutenant beim Reg. Albrecht-Chevaux-legers. Schon 1791 alsLldjutank angestellt, wohnte er in dem Feldzuge von 1794— 96 der zweiten Schlacht bei Kaiserslautern und als Brigadeadjutanr deni für diesächs. Truppen so rühmlichen als fruchtlosen Tage beiWetzlar bei. 1805 stand erals Brigademajor bei dem Corps, welches 1805 u. 1806 zur preuß. Armee flies,vertauschte aber disse Stelle 1807 mit der eines zweiten Adjutanten des Generalsv. Polenz, bei dem 6000 M. starke» Corps, welches zu den Franzosen stieß. An derBelagerung vonDanzig, an den blutigen Tagen vonHerlsberg u. Fnedland nahmer als wirklicher Major Theil und erhielt den St.-Heinrichsorden. Als 1808 dieGencralstäbe der Divisionen eingerichtet wurden, bestimmte ihn der König zum C befdes Gencralstabs der Division, die in Wai schau stand, sowie bald darauf, mit Bei-behaltung jener Function, zu s. Flügeladjuranten. 1809 ward ihm der Auftrag, inSachse» die Bildung des Corps zu beschleunigen, das zur franz. Armee stoßen sollte.Kurz daraus zum Obersten und königj. Generaladjutanten ernannt, begleitete er alsCbef des Generalstabs das sächs. Corps und erhielt vom Kaiser selbst das ihm vomPrinzen v. Pontecorvo, General des Armeekorps, zu welchem die sächs. ?chnwe ge-holte, auf dem Schlachtfelke von Linz zugesicherte Kreuz der Ehrenlegion. Derzweitägigen Schlacht bei Wagram thätig beiwohnend, konnte er 18-3 in zweian die Generale Gerard und Gourgaud gerichteten und in Dresden franz. all-deutsch herauSgeg. Briefen ein leidenschaftliches Urtheil berichtigen, welches derKaiser, laut der von Montholon und Gourgaud in den „diätes ei nielaupes" gege-benen Nachrichten über das Benehmen der sächs. Truppen an jenem Schlachlkage,gesprochen hatte. Dem Scharfblicke des Kaisers war die seltene Gabe eines Man-nes nicht entgangen, der alle Eigenschaften des Geistes und der ausdauernden Kör-perkraft in sich vereinte, um die ihm vom Könige v. Sachsen übertragene zeitgemäßeOrganisation der sächs. Armee auszuarbeiten imd als Chef des königl. Generalsta-bes vom I.März 1810 an in Ausführung zu bringen. In den I. 1812 u. 1813war der unterdessen zum Generallieutenant ernannte Gen.-Adjut. G. einer der auf-merksamsten Beobachter in den engsten Umgebungen des Kaisers, als dieser inDresden rksidirte, und stets um die Person des Königs, dem er nach Leipzig folgie,wo der 19. Oct. über das Schicksal des Königs, sowie über das seinige entschied.Mehrer Stürme u. fremder Administrationen wegen, die nun Sachsen erfuhr, lebteer über 3 Jahre zurückgezogen auf s. Gute und hatte die ihm früher verweigerteMuße, alle s. Rechnungen abzuschließen. Der König, der in ihni stets einen seuiertreusten und einsichtsvollsten Diene,' erkannt hakte, berief ihn zu neuer Thätigkeit,indem er ihn 1817 zum Generalinspecteur der damals beschlossenen Armeerescrveernannte; doch als diese 1820 sich auflöste, beschränkte sich s. Thätigkeit auf seineGeneraladjutantur und auf mehre Speeialaufträge. Während dieser Zeit ward er1819 Grosofsicler der Ehrenlegion. Ein neuer, s. vielumsasscuden Kenntnissen undErfahrungen, sowie s. Eifer für die Bildung des jungen Geschlechts entsprechenderWirkungskreis ward -)m im>Lept. 1822 durch die Ernennung zum Commandan-ten des CadettencorpS. In dieser Stelle hält er selbst über Encyklopädie derKriegs-wissenschaften und Kriegsgeschichte Vorlesungen; gedruckt u. d. T.: „Vorlesungenüber militair.Gegenst. als erste Anleit. zum Studium des Kriegswesens übe, h. undder Kriegsgeschichte insb." (Dresden 1826). Es ist zu wünschen, daß s. Tagebü-cher über Denkwürdigkeiten s. Zeit einst aus Licht trelen möchten!

Gersten berg (Heinrich Wilhelm v.), hat einst nicht bloß als Lieblings-dickter der Nation, sondern auch als Kritiker auf den Literaturzustand s. Zeitalterskräftig eingewirkt. Er war 1737 zu Tondern in Schleswig geb., wo sein Vateralo Rittmeister in dänischen Diensten stand. Nachdem er in Alwna bis ins 20.I. auf Schulen gewesen und in Jena siudirt hakte, fand er sich veranlaßt, in va-terländische Kriegsdienste zu kitten, stieg in dem unblutigen Feldzuge gegen die Ruf-