Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
645
JPEG-Download
 

Geruch Gcryon

sen bis zum Rittmeister, trat aber, als er nach Friedrichs V. Tode, 1766, dieAiiü-siel ten auf dieser Laufbahn verlor, in den Civilstand zurück. Der Staatsminister,GrafHartwig v.Bernstvrff, nahm ihn 1768 als Mitglied der wöchentlichen Kanz-keisesfionen in die deutsche Kanzlei. G. durchwanderte verschiedene Civildeparte-in»ts, wurde 1775 alsResident bei der freien Reichsstadt Lübeck angestellt, begabsich 1783 nach Zutin zu f. Freunde Voß, und lebte seit 1785 als Mitdireckor desLotiojustizwesens in Aliono. Diese Wkelle legte er 1812 Alters halber nieder undwidmete sich nun ganz den Wissenschaften. Er starb den 1. Nov. 1823, 87 I.alt, zu Altona . Seme erste Arbeit war „Turnus" ein Trauerspiel, welchem erdie Freundschaft mit Weiße verdankte. G. beschäftigte sich inzwischen schon mitden „Tändeleien" und legte den „Turnus" bei Seite, ohne ihn jemals drucken zulassen; die „Tändeleien" hingegen beförderte Weiße zum Druck. Diese lieblichenScherze fanden allgemeinen Beifall und gewannen selbst Lessing eine günstige Kri-tik ab. Hierauf erschienen s. schon früher verfertigten prosaischen Gedichte, worausspäterbin s. Dikhrramben entstanden. Als Militair schrieb er die Kriegslieder einesdänischen Grenadiers. Als er nach demKr-ege nach Kopenhagen kam, lernte er da-sei! sichs. A. dränier, Reseirch, H. Schlegel, Klopstock, Sturz, Basedow !t. A. ken-nen. Im vertrauten Umgänge mit solchen Männern, reich an Jugend und Liebe,sang G>. si „Ariadne a»fNaros", s. „Gel ichk eines Skalden" und mehre kleine Lie-der. Zugleich gab er den „Hypochondrist", ein beliebtes HolsteinischesWochenblatt,und in d. I.1766 u. 1767 „Briefe über Merkwürdigkeiten der Literatur" heraus.In dieselbe Zeit fällt auch s. Trauerspiel: „Die Braut", nach Beaumont u. Flet-cher, und s. berühmter „Ugolino", der selbst auf der Buhne Glück machte, meinerMuse in Eutin verdanken wir s. Melodram „Minona", s. jüngste dramat. Arbeit,und 1795 erschien noch s. „Theorie der Kategorie.:". 1816 sind seine vermischtenSchriften von ibm selbst gesammelt und verbessert zu Altona erschienen (3 Bde.).

Geruch (ulläutiiH nennen wir denjenigen Sinn , mittelst dessen war die fei-nen Ausflüsse der Körper (Düfte) empfinden. Die zarte schleimabsonderude Haut,(die Schneider'sche H. genannt), welche das Innere der Nase bekleidet, und in welchesich der aus dem Gehirne herabsteigende GeruchSnerve verbreitet, ist das eigentlicheWerkzeug dieses Sinnes. Mit der Lust, die durch die Nase eingezogen wird, strö-men zugleich die Ausflüsse oder riechbaren Theile der Körper herbei, b-rühren imInnern der Nase die Nerven, und diese pflanzen die empfangenen Eindrücke zudem Gehirne fort, wodurch sie von der Seele empfunden werden. Bedingung desGeruchs ist die Feuchtigkeit der genannten Haut, welche unter gewissen Verhält-nissen sich verringert oder aufhört. Mit dem Athem und dem ganzen animalischenLeben steht dieser «Linn in der innigsten Verbindung und ist unter den übrigen Lsin-w'n mit dem Geschmackssinn am meisten verwandt, mit dem er auch die meisten Ge-genwände gemein hat. Das Wort Geruch bezeichnet aber auch jene riechbaren fei-nen Ausflüsse der Körper selbst (,»l»r<I, welche von unglaublicher Feinheit sind.Parfümiere man z. B. — was uns die tägliche Erfahrung als möglich zeigt —mit den Ausflüssen einer Kubiklinie Lavendel»! ein Zimmer von 18 F. Länge, eben-so viel Breite u. 10 F. Hohe, also von 3240 Kübikftiß, d. i. von 466,^60 Kubik-liuicn Inhalt, und nähme dabei an, daß in einer Kubikluüe Raum nur 4 riechbareTheilchcn schwebten, so würde sich eine Kubiklinie des Ols in 1,866,240 riechbareTheilcben trennen. Läßt man ein Stück Ambra, welches 100 Gran wiegt, aufeiner Wage, die der kleinste Theil eines Grans merklich bewegt, in einem Zimmerfrei liegen, so wird dasselbe, ungeachtet beständig frische Luft von Außen zuströmt,mit den riechbaren Ausflüsse» angefüllt, und dennoch bemerkt man nach 51 Tagennoch nicht den mindesten Verlust an dem Ambra, woraus man auf die Feinheit sei-ner Ausflüsse schließen kann.

Geryon oder Geryoneü, Chrysaor's und der Kallirrhoe Sohn, ein