Band 
Vierter Band. F bis G.
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Geschichte

senschasten, in vorbereitende, in abgeleitete und in Hülfswissenschaften eintheilen.Nach diesem Eintheilungsgrundsatze erscheinen bloß Universalgeschichte und Stati-stik als historische Grundwissenschaften, denn durch diese beiden werden die beidenhistorischen Grundbegriffe der Vergangenheit und Gegenwart erschöpft. Die Uni-versalgeschichte enthalt die Gesammtheit aller durch die Frecheit des Menschen be-wirkten Thatsachen aus dem Kreise der Vergangenheit im nothwendigen Zusam-menhange, und die Statistik die gegenwärtige politische Form der Staaten undReiche des Erdbodens nach den nothwendigen Bedingungen ihres innern und äu-ßern Lebens. In diesem Sinne sagt Schlier in s. ..Theorie der Statistik": „Ge-schichte ist eine fortlaufende Statistik, und Statistik ist eine stillstehende Geschichte";richtiger hätte er gesagt: Sie ist das augenblickliche Gemälde des Staats. Sinddiese beiden die historischen Grund - und Hauptwissenschaften, so werden dann die-jenigen den Kreis der vorbereitenden (propädeutiscben) historischen Wissenschaftenbilden, ohne welche jene nicht zu einer wissenschaftlichen Form erhoben und im in-ner» nothwendigen Zusammenhange dargestellt werden kennen. Quellenkunde undKritik der Quellen würde daher die erste, alte, mittlere und neuere Geographie diezweite, und Chronologie die dritte historische Vorbereitungswissenschaft sein. Zudem Kreise der abgeleiteten historischen Wissenschaften gehören darauf alle diejeni-gen, welche als einzelne Theile in den beiden Hauptwissenscbaften enthalten sind, dieaber durch die Zusammenstellung des Gleichartigen und in sich Zusammenhängendenzu einer selbständigen wissenschaftliche» Fort» erhoben werten. Man kann diese ab-geleiteten historischen Wissenschaften nach vier Rubriken vertheilen: .->) Ethnographie(Völkergeschichte, Darstellung des Eigenthümlichen in der Entwickelung und Aus-bildung der einzelnen Völker der Erde, in Angemessenheit zu ihrer physischen undgeistigen Individualität, abgesehen von Dem, was die Völker linker den Einflüssender positiven Formen, monarchischer und republikanischer Verfassungen, und unterden Einflüssen positiver Religionen, sowie unter den Einflüssen nationaler mittenund Gebräuche wurden; zugleich Darstellung aller derjenigen erloschenen und nochvorhandenen Volker, welche nicht in das gesellschaftliche Band des bürgerlichen Le-bens übergegangen sind; l>) Staatengeschichte und Specialstatistik (der erloschenenund der bestehenden, der kleinen und großen Staaten); r) Culturgeschichte (nachallen Verzweigungen der Cultur in Hinsicht auf öffentliches und Privatleben, aufWissenschaft und Kunst, also: Archäologie, allgemeine und besondere Literakurge-schichte, Geschichte der einzelnen Wissenschaften, der einzelnen Künste, der einzelnenStände und Körperschaften, Geschichte der Menschheit u. s. w.); st) Ilftm,», ^>>r-<u-st!<i<st>n->, zu welcher die Biographien, Charakteristiken, überhaupt die historsschenDarstellungen des Lebens der Einzelnen nach allen seinen Abstufungen gehören.Die historischen Hilfswissenschaften endlich sind diejenigen, durch w elche überhauptund zunächst das Etudium der beiden historische» Hauptwissnschaften, und danninsbesondere auch das Studium der übrigen historische» Wissenschaften erleichtertund unterstützt wird. Sie sind für die Universal-und Specialgeschichte: 1) My-thologie (die älteste Religionsgeschichte im mythischen Zeitalter der Völker undStaaten des Erdbodens); 2) Genealogie (die Wissenschaft von dem Ursprünge, derFortpflanzung und der Verwandtschaft merkwürdiger Geschleckter und Familien);8) Heraldik (Wappenkunde); 4) Numismatik (Münzenkunde); l>) Denkmäler-kunde, diese faßt in sich HEpigraphik (die Kenntniß der Aufschriften aufDeukmälern,mit Einschluß der Hieroglyphik); !>) Diplomarik (Urkundenlehre, mit Angabe der Re-geln, nach welchen die Echtheit der Urkunden beurtheilt werden muß); <-) Sphragi-stik (Siegelkunde, als Unterstützung der Diplomatik); st) Archivwissenschaft (ent-hält die Regeln, wie Urkunden in den Archiven zu ordnen und zu erhalten sind). Diehistorischen Hülfswissenschaften für die Statistik sind: 1) Die Cameralwissenschaf-ren (Ökonomie, Technologie, Forst- und Bergwiffenschaft, Handelskunde); 2)die