Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
663
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Geschichtschreiber 6(!3

unsers Geschlechts auf, und Isclin (,,Über die Geschichte der Menschheit") kambereits dem Ziele näher. Da gab Adelunz einen geistvollen und sachkundigen,wenngleich nicht erschovfende» Überblick übe, das unermeßliche Gebiet der Culiur-geschichte in s. „Versuch einer Geschichte der Cultur des menschlichen Geschlechts"(Leipz. 1782). Mit mehr Philosophie alsAdelung, und mit scharfer Auffassungder Charaktere der einzelnen Völker, doch nicht ohne Lieblingshnpoihesen in Hin-,ficht des physischen Menschen, seiner Anlagen , seiner Verhältnisse zur ganzen ihnumgebenden Natur, begann Herder s. „Ideen zur Philosophie der Geschickte derMenschheit", entschieden das Hauptbuch seines Leben?, das er aber mit dem 4.Thle. unbeendigt ließ (ins Franz, übers 1827). Fast gleichzeitig mit ihm hatteKant in einer Abhandlung, welche die Idee zu einer allgemeinen Geschichte in welt-bürgerlicher Absicht enthielt, den Gedanken hingeworfen, ob es möglich sei, die Ge-schichte im Großen aus deni Gesichtspunkt eines grenzenlosen Fortschrittes desmenschlichen Geschlechts auszustellen? Verschiedenartig ward diese Idee vonDo-minicus („Über Weltgeschichte und ihr Princip"), von Weltmann („Plan fürhistorische Vorlesungen") und von Skapfer („Die fruchtbarste Entwickelungs-metbode der Anlagen des Menschen, zufolge eines kritisch-philosophischen Entwurfsder Culrurgeschichte unsers Geschlechts") geformt und gestaltet, von Weltmann ins. „Grundriß der ältern und neuern Menschengeschichle", und von Politz (in den„Grundlinien mr pragmatischen Weltgeschichte", sswie in der „Geschichte dcr Cul--tur der Menschheit") durch die einzelnen Zeiträume der Weltgeschichte hindurchge-führt. Doch nahm der Letztere späterhin das von ihm aufgestellte Princip, als un-haltbar in Hinsicht des Ganzen der Universalgeschichte, zurück, und sehte an dessenStelle dieIdee der individuellen und politischen Freiheit, deren Wirkungen imFort-schreiten der Individuen und der ganzen Gattung ebenso wie die Verirrungen undRückschritte der Individuen und der Gattung unsers Geschlechts, in der Geschichieunverkennbar vorliegen. Mit weniger philosophischen! Geiste, aber bekannt mitden wirklichen Begebenheiten und in einer lebensvollen Form, gab von Egget S s„Skizzen und Fragmente einer Geschichte der Menschheit" (n. A., Kopenh., 1r(>3,8 Thle.); Posselt verpflanzte in einer kräftigen Übersetzung Condorcet'S „Eutwusseines histor. Gemäldes der Fortschritte des menschlichen Geistes" (Tübingen 1786)auf deutschen Boden; Beachtung verdient der im Einzelnen zu einseitige und ge-zierte „Univcrsalhistorische Überblick der Entwickelung des Menschengeschlechts alseines sich fortbildenden Ganzen", v. Ionisch (Berl. 1801, 3 Bde.); unvollendetließ Eichhorn s. geistvoll begonnene „Allgeni. Geschichte der Cultur und Literaturdes neuern Europa ", und als Skizze ist Scbneller's „Geschichte der Menschheit"(Dresden 1828) gelungen, Für das beschränktere Gebiet der einzelnen Zweigemenschlicher Bildung erhielten die Deutschen brauchbare Werke inMeiners'S (un-vollendeter) „Geschichte des Ursprungs, Fortgangs und Verfalls der Wissenschaftenin Griechenland und Rom" (Lenigo 1782), Hecrcn's (noch unvollendeter) „Gesch.des Studiums der classischen Literatur seit dem Wiederaufleben der Wissenschaf-ten" (2 Thle., Göttingen 1767), in Bouterwek'S , mitten! 12 . Thle. (1819) ge-schlossener „Gesch. der Poesie und Bered!samkeit", in Fiorillo's „Gesch. der zeich-nenden Künste", und in Eichhorn'?, Wachler's und Meusel'S Schriften über Lite-rargeschichte. Die Geschichte der Geschichte selbst begann Wachter in s. gründlichenund geistvollen „Geschichte der historischen Forschung und Kunst" (Göttuigen 1812fg.). Der Kirchengeschichte widmete Schröckh fast ein ganzes Menschenleben; dochgewann sie durch ihn Mehr an Gründlichkeit als an wissenschaftlicher Form und in-nern! Leben (45 Thle.). Dies letztere suchten Henke und Schmidt über sie zu ver-bleiten. Des Erster,! durch seinen frühzeitigen Tod unterbrochene „Allgemeine Ge-schichte der christk. Kirche " hat Vater 1820 mit der 2. Abih. des 8. BdS. treff-lich vollendet. Von August Neander's „Allg. Gesch. der christl. Relia. und Kirche",