Band 
Vierter Band. F bis G.
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664
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V84 Geschiebe Geschlecht

(Hamb. 1825) erschien 1827 d. 3. Thl. — Für die alten Religionen des Orientsenthüll Rhode: „Die heilige Sage und das gesummte Religionssystem der Bac-trer, Meder und Perser" (Frkf. a.M. 1820), neben vielen Hypothesen, mancheeigenthümliche Winke. Über die Religion der Carthager gab Fr. Munter (Kopen-Hagen 1816) eine gründliche Monographie. Die Geschichte der Philosophie erhieltdurch Eberhard'-, Gurlitt'S, Socher's, Tennemann'S und Krug's Lehrbüchermehr Eingang in den akademischen Hörsalen, und durch die größern Werke vonTiedeniann. Buhle und Tennemann eine reiche und gründliche Ausstattung. DieGeschichte der Physik schrieb Fischer, der Chemie Gmelin, der Kriegskunst Hoyer,der theologischen Wissenschaften Stäudlin ; sie brachen zum Theil dadurch neueBahnen auf einem noch nicht geebneten Boden, wenngleich die höhere Vollendungdiesen S chriften fehlen sollte, zu welcher Sprengel s. „Geschichte der Medicin" er-hob. Zwar ist durch deutschen Fleiß und durch ausgezeichnetes Talent seit 30 Zäh-re,, viel gethan im Felde der Geschichte, kaum das, diese skizzirte Übersicht nur diewichtigsten Erscheinungen in diesem großen Gebiete bezeichnen und sie mit kurzenZügen charakterisiren konnte; noch i,»mer aber ist die Ärntogroß, welche hier heran»reift, und noch immer ist das Studium der Geschichte bei der Nation selbst nicht bisin Mark und Blut gedrungen. S. „Über die Aufgabe des Geschichtschreibers",Vorles. des Hin. W. von Humboldt (Berlin 1822). si). t^.

Geschiebe, Geschübe (Bergbau), 1) Wände oder Stücken von denzu Tage ausstreichenden Gängen, Erzen oder Gestein, die durch das Wasser oderandre Ursachen fortgeführt worden sind und ihre Ecken durch vieles Reiben abge-stoßen habe». 2) Die sich in die Länge und Breite ausstreckenden Flöhe oderSchichten. X.

Geschlecht, in weiterm Sinne jede größere Abtheilung gewisser Dinge,welche irgend ein Merkmal mit einander gemein haben. Es wird oft statt Classe,Gattung, Ordnung, gebraucht ; ferner bedient man sich dessen von einer Reihe vonMenschen, welche zu Einer Familie oder zu Einem Stamme gehören, z. D. dgsGeschlecht derer von Dalberg; ebenso auch von einer großen Anzahl Menschen,welche zu einer und derselben Zeit lebten oder leben, oder von solchen, welchen ge-meinschaftlich eine gewisse Eigenschaft beigelegt wird. Im engern und eigentlichenSinne braucht nian es, um die beiden Abtheilungen aller organischen Körper, inmännliche und weibliche, zu bezeichnen. Da es nämlich allgemeines Naturgesetz ist,daß alle organische Körper von ihres Gleichen hervorgebracht werden und wiederumihres Gleichen Hervorbringensollen, also jede Gattung der organischen Geschöpfesich durch sich selbst erhalten und fortpflanzen soll, so sii-d zu dem Geschäfte der Er-haltung der Gattung auch besondere Organe bestimmt, welche abgesondert und ver-schieden von denjenigen Organen oder Theilen des organischen Körpers sind, die zurErhaltung der Individuen bestimmt sind, und welche den Geschlechtsunterschied be-gründen. Es gehört nämlich zurHervorbiingung eines neuen organischen Wesensderselben Gattung erstens die Idee der Möglichkeit, daß ein solches hervorgebrachtund bestimmt zu ebendemselben ausgebildet werden könne, als ein Keim, der dieeinfachste Anlage zur künftigen Frucht in sich enthalte; zweitens die Idee der Ver-wirklichung jener Möglichkeit, der erste Anstoß, welcher das schlummernde Lebenim Keime weckt, worauf erst derselbe in der Bildung zum organischen Wesen dersel-ben Gattung fortschreitet. Hieraus entsteht die Entzweiung der Gattung in diebeiden Geschlechter, in das zeugende, schaffende, und das empfangende, bildende,oder das männliche und weibliche. Eigentlich gebraucht man diese Benennungenblos von der Thicrwelt; man hat sie aber auch auf das Pflanzenreich übergetragen,weil man hier einen ähnlichen Vorgang der Fortpflanzung gefunden hat. Mankann die Theilung in Geschlechter durch die ganze Natur bemerken, ein Geschlechtüberall annehmen, wo ein Geschlechtscharakter herrschend ist. Das Wesentlich?