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Geschütz Gesellschaft
Geschütz, die allgemeine Benennung für Kanonen, Mörser, Hau-bitzen u. dgl. (S. d. und Artillerie.! Sobald man die Befestigungskunst aus--zubilden anfing, reichten die gewöhnlichen Streitkräfte und die Handwaffen nichtmehr zu, einen vertheidigten Platz zu überwältigen; man mußte gewaltigere Zcrsto-rungswerkzeuge ersinnen, mit denen auch schon aus beträchtlicher Entfernung ge-,wirkt werden konnte. Es kamen Maschinen in Gebrauch, mit denen man großeSteine, gespitzte Balken, Feuerballen, Pfeilbündel und ähnliche Körper sowol inhorizontaler Richtung als auch in Bogen fortschleuderte. Sie wurden Balli sten,Katapulten, Skorpione, Polybolen, Onager oder Marga ge-.nannt. Vegez (V I. Bd., 22. Cap.) und Flavius IosephuS liefern u. A. ziemlichanschauliche Beschreibungen davon. Dies« Maschinen waren auf die Schnellkraftdes Bogens und der Sehne gegründet, wurden anfangs nur bei Belagerungen an-gewendet und erst an Drt und Stelle zusammengesetzt, später jedoch auch bewegli-cher gebaut und von den Heeren mit ins Feld genommen, vertraten also ungefährdie Stelle unftrS heutigen Geschützes, nur reichten sie 300 bis höchstens 1000 Ellenweit. — Mit der Erfindung des Schießpulvers ward eine weit stärkere Kraft undein wirksameres Zerstörungsmütel gegeben, dessen Natur und Form die Einfüh-rung der jetzigen Schießröhre zur Folge hatte. Es läßt sich erweisen (s. v. Hoyer's„Gesch, der Kriegskunst/'), daß die Mauren den erstenGebrauch des Feuergeschützesbei der Vertheidigung von Alicante 1331 und von Algeziras 1342 gegen die Spa-nier machten; seitdem kamen die Kriegsmaschinen der Alten durch die Donnerbüch-sen, Bombarden, Böller, durch die Familien der Karthaunen und Feldschlangenu. dgl. in Verfall, und gegen Ende des 15. Jahrh, führte man fast überall Feuer-geschütz bei den Truppen, und brachte diese Waffe zu dem möglichste» Grade derVollkommenheit. — Vielleicht, daß durch Anwendung einer noch größer» Kraftder Dämpfe auch unserm Geschütz eine Veränderung bevorsteht, wenigstens ist durchPerkins (s. d.) bereits die Andeutung geschehen.—Was man unter leichtem undschweren« Belagerung!?-, Feld-,Wurfgeschütz :c. zu verstehen habe, geht aus der Be-nennung hervor; wir führen nur noch an, daß der Artillerist unter Kamm er ge-schah insbesondere solche Röhre meint, an deren hinter»! Theile oder Bodenstückesich ein konisch, sphärisch, cylindrisch, oder birnenförniig gehöhltes Behä-mch zurAufnahme der Pulverladunq befindet. — Drgelge schütz nannte man in älternZeiten eine Partie kleinere Schießröhre, die aufeinem Gerüste vereinigt, neben undübereinander lagen und gemeinschaftlich losgebrannt, eine den Kartätschen ähnlicheWirkung hervorbringen sollten, wegen ihres langsamen Ladens aber unzweckmäßig,gleichwol, so lange man nichts Andres kannte, sehr gebräuchlich waren. 5.
Geschwind schrei beku nst, s. Stenographie.
Geschwornengericht, s. Jury.
GescchSter Schein, s. Aspecte.
Gesellschaft (Societät), eine Vereinigung von Menschen zu irgend ei-nem gemeinsamen Zwecke. Es gibt daher so viele Arten von Gesellschaften, als esZwecke gibt, zu welchen sich Menschen vereinigen könne». Die gewöhnlichen, so-genannten Gesellschaften haben bloß den unbestimmten Zweck einer gegenseitigenpersönlichen Unterhaltung durch Beisammensein, Gespräch, Spiel, Tanz, Essen,Trinken u. dgl. Bestimmtere und höhere Zwecke haben die eheliche und die mit ihrVerknüpfte häusliche, die bürgerliche und die religiöse Gesellschaft. Die erste, welcheauch Familie heißt, bezieht sich ausErhaltung der Mcnschenaattung durch Vereini-gung der Individuen verschiedenen Geschlechts; die zweite (Staat) auf Schutz undSicherheit der Rechte; die dritte (Kirche) auf Beförderung der sittlich-religiösenBildung. Außer diesen Haupkarten der Gesellschaft, welche von der Vernunft selbstgeboten sind und daher überall angetroffen werden, wo Menschen von einiger Ver-nunftbildung beisammen leben, gibt es noch eine Menge von geselligen Verbmdun-