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Gewürzinscln
chenundden Schleichhandel mit Gewürzen zu verhüten, bereiste jährlich derGou-verneur von ?lmboina mit einem Geschwader von 20 — 50 Schiffen sein Gouver-nement. Aber ungeachtet dieser Vorsichtsmaßregeln wuchsen die Gewürzbäunie,das eigenthümliche Erzeugnis dieser Eilande, überall, wohin die Gewalt der Hollän-der nicht dringen konnt?, und die Engländer trieben einen beträchtlichen Schleich-handel mit den gedrückten Inselbewohnern. Übrigens sind die Molucken von derNatur kärglich begabt, es fehlt ihnen zum Theil an Wasser, und sie müssen Reisund andre Lebensbedürfnisse von Eelebeö holen. Die Nachtheile des Wasserman-gels erleichtert zum Theil der häufig wachsende Kokosbaum, dessen Früchte einereichlich nährende Feuchtigkeit enthalten, linker den 11 Amboiuainseln ist Am-boina die wichtigste. Sie hat 20 (UM., 15,000 Einw., und war der Hauptsitz derholländischen Niederlassungen auf den Molucken. Die Insel wird in die größereund kleinere Halbinsel abgetheilt. Auf der ersten, Hltou, haben die Holländer5 Forts; auf der südlichen kleinen, Leitimor genannt, liegt das Fort Victoria, wel-ches der Sitz des Gouverneurs war. Die Belatzünq war 600 M. stark. Auf derLandenge, welche die Halbinsel verbindet, liegt die Festung Middclburg. Die In-sel ist gebirgig mit fruchtbaren Thälern, hat aber ungesunde Luft. Der Gewürz-nelkenbaum wird hier und auf einigen benachbarten Inseln in 100 Gärten ge-zogen, von welchen jeder 125 Bäume enthält. Die ostindische Handelsgesell-schaft hatte umständliche Vorschriften über den Anbau und die Wartung der Ge-würznelkenbäume gegeben, wovon bei harter Strafe nicht abgewichen werdendurfte. In neuern Zeiten hat man auch den Muscatennußbaum hier angepflanzt,der gut gedeiht. Noch liefern Amboina und die Nachbarinseln Caffee , Zucker,Reis, Kokosnüsse, Mandeln, Taback und schöne Holzarten. Unter den übrigenzu dieser Gruppe gehörigen Inseln sind Hanimoa, mit dem Fort, und Nussa -Lautsehr nelkenreich; Eeraui liefert schönes Ebenholz. Von den Bandainsel»,den südlichsten Molucken (mehr als 40 Eilau^), sind nur 6 bewohnt. Sie ha-ben einen sandigen, zum Theil felsigen und unfruchtbaren Boden. Ihr Haupt-erzeugniß ist der Muskatbaum. Auch liefern sie Sandelholz, Mandeln und Kokos-nüsse; aber sie haben weder Getreidebau noch Viehzucht. Unter den 5160 Einw.sind 1100 Sklaven in 51 Pflanzungen. Der holländische Befehlshaber wohnteauf der Insel Danda oder Poula- (Insel) Neira, die eine gute Rhede hat und durchdie beiden Forts Nassau und Belgica gedeckt wird. Die nur durch eine schmaleStraße von jener getrennte Insel Landoir-Banda ist die größte der ganzen Gruppeund erzeugt die meisten Muskatnüsse, in 31 Gärten. Die übrigen Inseln sind klei-ner. Auf Poula-Ai, wo gar kein Trinkwasser ist, wachsen die besten Muskat-nüsse. Goenong-Api (im Malavilchen Feueiberg, 1640 Fuß über der Meereö-fläche) hat einen furchtbaren Vulkan, dessen häufige Ausbrüche die benachbarten In-seln mit Asche bedecken. Die unfruchtbare Insel Rosingin oder Rosagain ist derAufenthaltsort von Missethätern, welche Holz hauen und Kalk und Ziegel brennenmüssen. Die Eastelle auf den Bandainseln waren gut befestigt, und um die An-näherung feindlicher Schiffe zu verhüten, lag rings um die Küste ein Geschwaderkleiner Schiffe, das jedes fremde Fahrzeug untersuchte. Das Loos der Besatzungwar bei den: Mangel an Lebensrnitteln sehr elend. Die Eingeborenen waren, nachder Schilderung der Holländer, so grausame, treulose Menschen, daß die ostindischeGesellschaft um ihrer Sicherheit willen sich genöthigt sah, sie auszurotten und eineColonie nach Band« zu senden. Die Colonisten aber bestanden aus den schändlich-sten Menschen, die sonst nirgends fortkommen konnten und froh waren, hier zuleben. Die Holländer in Batavia nannten daher Landoir-Danda gewöhnlich dieZuchthausinsel. Die Gärten, worin die Muskatnußbäume gezogen werden, hei-ßen Perken, und die Eigenthümer derselben Pei keniei S. Diese mußten das geärnteteGewürz gegen eü.en geringen Preis an die holländisch-ostindische Gesellschaft abge-