Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gibraltar

Gibellinen

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li'ge Geschichte zu erzählen, nicht ein einziges Mal zum Lächeln. In s. Hauseherrscht die strengste Pünktlichkeit und Ordnung".

G ibellinen, s. Welsen.

G ibra ltar, ein felsiges, 1400Fuß über der Meeresstäche erhabenes Dor-gcbirge an der südlichsten Spitze des spanischen Königr. Zlndalusim (36° 7' N.B.),ist von Mitternacht nach Mittag 7—8 engl. Meilen lang, an der breitesten Stellenicht i engl . Meile breit, überall steil, hin und wieder senkrecht steil, durch Natur undKunst eine unüberwindliche Festung der Engländer. Der Name entstand aus denarab. Wörtern Gibel al Tarif (Tarifs Gipfel oder Felsen), da Tarif Abenzaca, Feld-Herr des Khalifen Walid, zur Zeit des Einbruchs der Araber in Spanien 711 sg. beidiesem den Völkern deüAlterthums u. d.N. Calpe bekannten Felsen zuerst landete unddie aus. Fuße gelegene Stadt Herakles eroberte, welche ihren Namen unstreitig derSagevon den SäulendesHercules verdankt, die dieser Heros der alten Welt aufdie-sem und dem gegenüberliegenden afrikanischen Vorgebirge Eevta als DenEial s. anjener Meerenge beendigten Abenteuer aufgestellt haben soll. Don dem Berge und derFestung Gibraltar ist die westlich neben jenem gelegene Stadt und Bai, sowie die'Afrika von Europa scheidende Meerenge oder Straße (71 Meile lang, 11 M. breit)benannt worden. Die Stadt mit 12,000 Einw., denen derHasen wichtige Handels-Vortheile gewährt, hat, als Cadiz 1829 ein Freihafen wurde, viel von ihrem Wohl-stände verloren. Die Unterhaltung derFestung kvstetjährl. 40,000Pf. St. Die Fe-stung hat eine zahlreicheBesahung. Ferdinand ll., König vön Castilien, entriß 1302Gibraltar den Arabern. 1333 eroberten diese es wieder und verloren es wieder 1462an Heinrich I V. Bon dcmCasiell an der Nordseite des Berges, das nach maurischerBauart mit dreifacherMauer umgeben war, ist noch die oberste Mauer stehen geblie-ben, zum Schutz der Stadt gegen das Belagerungsgeschütz von der Landseite her. DieStelie der untersten Mauer erfüllt die große Batterie, zum Schuhe des nach Nordengerichteten Landthores. Den Platz der zweiten Mauer haben Privatwaarenhüusereingenommen. Der deutsche Ingenieur Speckel aus Strasburg änderte unter demKönige Karl die altmaurischcn Festungswerke der europäischen Defestigungsart ge-mäß ab. Im spanischen Erbsolgekriege mußten die Spanier diese Festung, 4. Aug.1704, dem britischen Admiral Rook und dem Prinzen Georg von Darmstatt, kaiserl.Feldmarschallieut. und Vicekönig von Catalonien , übergeben, welche unerwartet imMaitess.I. vor Gibraltar erschienen. König Philipp von Anjou ließ vom 12. Oct.1704 an G. mit 10,000 M. von der Landseite angreifen, wo die Festung durch einenschmalen sandigen Erdstrich mit den, Festland? zusammenhängt, der aber von denEngländern so mitBatterien besetzt worden war, daß die Spanier diesen Theil dersel-ben pc t» 0u s„e^«i (Feuerthor) benannten. Während dessen schloß der AdmiralPoyeß G. mit 24 Schiffen von der Seeseike ein. Schon auf das Äußerste gebracht,erhielt es noch zeitige Hülfe durch die englisch -holländischeFlotte unterAdmiral Leake.Die Einschließung von der Landseltc dauerte ohne Erfolg bis zur Bestätigung des un-rechter Friedens 1716 fort. Seitdem unterließ England Nichts, um Gibraltar , dasBollwerk s. mittelländ. Handels, unüberwindlich zu machen. Da aber' mit kevFurchtbarkeit des Platzes-das Interesse Spaniens , densslben wiederzubekommen,sich vergrößerte, so wurde den 7.März 1727 eine Belagerung begonnen, welche dieAnkunft des Admiral? Träger mit 11 Kriegsschiffen vereitelte. Spanien bot nun2 Mill. Pf. St. für die Wiedereinräumung des Platzes, allein umsonst, es mußtesich im Vertrage von Sevilla 1729 aller Ansprüche begeben. Doch unterließ esnicht, alle Einfuhr in die Festung streng zu verbieten, auch dieselbe durch die immeßmehr verstärkten Linien von St. Roch und Algeziras gänzlich von dem festen Landeabzuschneiden. Um so leichter war es aber, Einw. und Garnison von der Seeseiteher zu versorgen, als in dem Felsen selbst ein süßer Brunnen quillt, und in den fel-sigen Grotten der Regen sich zu dem reinsten Trinkwasser läutert und sammelt.