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Gift
homiletisch-.philolsg. Seminar vertheilt jährlich Prämien unter die Seminaristen.Für unbemittelte Studenten gibt es 60 Tisch-- und beträchtliche Geldstipendicn. —Die 4 Facultäten zählten 1823 22 ordentl., 5 außcrordentl. Pros und 11 Privat-,decenten. Schmidt und Kühnöl in der theologischen, v. Löhr in der juridischen,Wilbrand, Ritzen und Vogt in der Medicin. , Crome, Walther, Sncll, Schmidtund Hillebrand in der philos. Facultät stnd rühmlich bekannt. Vorzüglich hat sichder jetzige Senior der Universität, Geh.-Ralh Creme, durch eine 36jährige literari-sehe Thätigkeit, besonders im Fache der Statistik, ausgezeichnet. Die Annalen derjuridischen Facultät zählen seit 50 Jahren berühmte Namen, wie Koch, Gahert,v. Grolman -c. Der jetzt regier. Großherzog von Hessen hat, nach seiner wohl-.begründeten Überzeugung, daß Minister nicht aus der Classe des Hofadels oder ausdem Militair, sondern vielmehr aus dem gelehrten Stande hervorgehen müssen,seine zwei verdienteste» Staateminister, v.Gatzertund v. Grolman (s. d.), aus derjuridischen Facultät mit dem besten Erfolge gewählt: eine Ehre, deren sich nochwenige deutsche Universitäten zu erfreuen hatten. S. Geschichte der Universität G.von Nebel, in Ziisti's „Vorzeit", 1828. — Durch ein wohleingerichtetes Disci-plinargericht, miter dem Vorsitze dcs Rectors der Universität, ist auch in der jüng-sten bewegten Zeit der Geist der Ordnung und Sittlichkeit unter den Studenten er-halten worden" Verschiedene von Außen veranlaßte Untersuchungen haben nicht diemindesten Resultate in politischer Beziehung geliefert, und die Entfernung der Gar-nison von G. war vor einigen Zähren die glückliche Folge blutiger Händel. DieStadt G. ist durch die Abtragung der Wälle und des Stadtgraben« größer undschöner geworden, hat freundliche Umgebungen, und die Hauptbrdürfnisse sindwohlfeiler als auf den meisten deutschen Hochschulen.
Gift, jeder Stoff, der in geringer Menge Zufälle in dem Körper der Thieresowol als der Menschen hervorbringen kann, welche der Gesundheit und dem Lebenderselben Gefahr bringen. Überhaupt nennt man Alles, was sehr schädlich auf or-ganische Körper wirkt, ein Gift für dieselben. Die Einwirkung der Gifte auf denKörper geschieht theils durch Aufnahme in das Innere desselben durch den Mund indie Verdauungswege, in den Magen und Darmcanal, oder mittelst das Athem-Holms in die Lungen, wohin z. B. die giftigen Lustartcn und Dämpfe gelangen,theils durch die Einsaugung der Haut. Manche Gifte wirken mehr chemisch, dieorganische Faser ^zerstörend, ätzend, die Form und den Zusammenhang der Theileverletzend, heftig reizend, schnell Entzündung und den Brand erregend. Hierhergehören die meisten Gifte aus dem Mineralreiche: 1) mehre Metallkalke und derenVerbindungen mit Säuren, z. D. der Arsenik, eins der zersiörendsten Gifte, wo-von schon wenige Gran tödtliche Zufälle hervorbringen. Auch von dem Kupfer sindmehre Zubereitungen giftig, z. B. der Grünspan, mehre Farben davon, auch diein kupfernen Gefäßen gekochten sauern oder sehr gesalzenen Flüssigkeiten, Speisenoder Getränke. Mehre Präparate von Quecksilber, als der ätzende Sublimat, derweiße und rothe Präcipitat u. a. m., auch einige vom Spießglanz gebräuchliche Zu-bereitungen sind hierher zurechnen. 2) Starke Mineral- und Pflanzensüuren,wenn sie unverdünnt in den Körper kommen, z. B. die concentrirte Schwefelsäureoder das sogen. Vitriolöl, die Salpetersäure oder das sogen. Scheidewasscr, dieSalzsäure, die Sauerkleesäure w. 3) Einige Pflanzen, welche einen sehr schar-fen und ätzenden Stoff bei sich haben, z. B. von den bei uns einheimischen dieWolfsmilch (b.upliorbiuin t^ul.i), der Kellerhals (Dspblie Isserurimm) u, a. m,4) Aus dem Thierreiche die Kanthariden oder sogen, spaiüschen Fliegen. (S.Fliege.) Die Wirkung aller dieser Gifte äußert sich schnell; wenn sie in den Ma-gen gekommen sind, entsteht heftige Übelkeit, unaufhörliches Würgen und Brechenmit den quälendsten Schmerzen im Magen und in den Gedärmen, als wenn vieleMesser darin herumschnittc»; bald kommt Entzündung, und, wenn nicht schnellebonversaliviie.-ssericon. Bd.lV. 45