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Gilde
nicht besser. Kränklichkeit und häuslich»? Verdruß bewege» ihn, wieder nach Rom zu gehen, um in Ruhe s. Tage zu beschließen. Hier sah er fast Niemand mehr alss. Beichtvater, und starb d. 4. Jan. 1722, 61 I. alt. so arm, daß die Kosten s. Be-gräbnisses von einigen frommen Brüdersckaften best, Uten werde» mußten. Kurzvor s. Ende verbrannte G. mehre s. kleinen Schriften, Ergüsse s. bittern Spottsucht.Die von ihm nachgelassenen Werke sind zahlreich und zum Theil hockst geistreichund witzig. Besonders ist dies mit einigen erdichtete» geschichtlichen und biograph.Aufsätzen dcrFall, durch welche er selbst einen Apostolo Zeno mystisicirte, sodaß die-ser sie lange Zeit für echt hielt und im „tick,,>„!<' cklw>!it<> ,l ganz
ernsthaft davon sprach. Don Charakter war G. offen und brav, voll wahrer Fröm-migkeit und ein Feind aller Verstellung und Heuchelei. Als Mitgli.d derArkadierin Rom trug er den Namen 5oiut><Iloo.
Gilbert, zwei franz. Dichter: I. GabrielG. lebte im 17. Jahrh., warein Zeitgenosse Racine'« und Corneille s, denen er mit s. dramatischen Arbeiten vor-ausging, welche aber durch die ihrigen die seinigen verdunkelten, obgleich man willnachweisen können, daß beide große Dichteres nicht verschmäht haben, ihn z„ be-nutzen; er war Sccretair der Herzogin v. Rohan, dann bei der Königin Christinev. Schweden , die voll Bewunderung überG. (den sie „»>» 1 , l«'uu -Hü,-" z„ nen-nen pflegte), ihn zum schweb. Residenten beim franz. Hofe ernannte und mit Ge-schenken überhäufte. Nach dem Tode Christinen«, und da auch s. Stücke das Pu-blikum nicht mehr anzogen, verfiel er in Armuth und Vergessenheit. Außer einergroßen Anzahl poetischer Arbeiten hat man von ihm 15 Theaterstücke. Zn s.Trauerspiele „Telephone" ließ der Cardinal Richelieu einige von s. eignen Verseneinrücken: eine Gefälligkeit, die dem Dichter von dem großen Staatsmanne, deraber nur ein schlechter Reimer war, hoch angerechnet wurde. Auch hat er eine „Kunstzu lieben" dem Ovid nachgebildet. II. Nicolas Joseph G., geb. 1751, warddurch Schicksal, Gemüthsstimmung und Talent zur Satyre hingeführt, und es gibtfranz. Kunstrichter, die ihn ihren Auvenal nennen. Er warf sich unter die Partei,welche der der sogenannten Philosophen entgegenstand, mit einer solchen Heftigkeit,daß man von ihm sagte, er habe die Sturmglocke gegen sie gezogen. Seine Laty-ren: „Das 18. Jahrhundert", die er 1775 anFräron adressirte, und „Meine Apo-logie", 1778, haben solche kraftvolle und treffende Stellen, daß man dadurch an denrömisckcn Dichter erinnert wird. Es gibt eine Sammlung s. Poesien in 2 Bdn.Er starb fast wahnsinnig 1780,
Gilde, gleichbedeutend mit Guide, Gilte, Zunft, Einung, Zn-nung, Gaffelamt, Gaffel, Amt, Zeche, Bruderschaft, AmtS-g ilde, bedeutet öffentlich bestätigte Gesellschaften von Handwerksgenossen, welchemit einer Ordnung und Lade versehen und, mit Ausschließung (Andrer, ein gewisse«Handwerk zu treiben berechtigt sind. Auch Handwerker von ganz verschiedener Artkönnen zusammen eine Gilde ausmachen, wie dies z. B. »nc den Feuerarbeitern,Lederarbeitern :c. der Fall ist. Aus dem Begriffe Gilde oder Zunft folgt schon vonselbst, daß derselben überhaupt alle diejenigen Reckte zustehen müssen, welche einejede erlaubte Gesellschaft im Staate genießt. Auf diesem Grundsätze beruht dasRecht der Zünfte: 1) gewiss« Gilde- oder Zunftartikel, oder Handwcrksoi dnungenzum Besten der Gilde verabreden zu dürfen und darüber Gildebriefe zu besitzen, d. i.eine schriftliche Bestätigung oder ein Privilegium der Landesobrigkeit, worin zugleichdie Rechte des Handwerks, dessen Freiheit und Schranken enthalten sind, nebstDem, was dessen Meister eigentlich verfertigen und treiben können. 2) EinzelnenMitgliedern zur Erhaltung einer guten Ordnung die Aufsicht über bestimmte Gil-den- oder ZnnungSgeschäste zu übertragen und bei Processen, welche die Gilde be-treffen, einen SyndicuS zu bestellen. 8) Zusammenkünfte (oder Morgensprachen,weil sie ehedem des Morgens mit Autaang der Sonne stattfanden) zu halten,