Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
713
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Girobank Girondisten 113

Ei» Giro in blanco oder ein unausgefülltes Giro ist ein solches, wo über demNamen des Giranten ein leerer Raum gelassen ich damit der Girat das Giro selbstausfüllen kau». Der Girat hat dabei den Vortheil, daß er nicht mit in die Reiheder Giranten tritt, und mithin von der den Giranten stillschweigend obliegenden Der-,bürguug des Wechsels befreit bleibt. Da indeß auch mancher Unterschleif durch Girider Art möglich gemacht wird, so sind sie in vielen Wechselordnungen verboten.

Girobank, diese nige Gattung von Depositobanken (s. d.), bei wel-cher edle? Metall in Stangen oder gemünzt hinterlegt, und über die dargebrachteSumme dem Hinterleger ein Credit auf die Bücher der Bank eröffnet wird. DieseBankanstalten setzen keine Noten in Umlauf, wie die Zettelbanken thun, sondern eswird einen« Jeden, der darin edles Metall niedergelegt hat, im Hauptbuch« derBank die eingelegte Summe nach Bankgeld berechnet, auf ein eignes Blakt (Fo-lium) angezeichnet; hat er dann an einen Dritten Zahlungen zu leisten, so brauchter nur eine Anweisung zu geben, die zu zahlende Summe von s. Blakt ab-, und aufdem Blatte des Empfängers zuzuschreiben. Eü versteht sich von selbst, daß dieBank für die empfangenen Summen keine Zinsen zahlen kann, denn der Eigenthü-mer kann ja darüber zu jeder Zeit ebenso verfügen, als ob er die Summen selbst ver-wahrte; die Bank leistet demselben dadurch einen wichtigen Dienst, daß sie s. Münz-metall sicher verwahrt und ihn der Mühe überhebt, s. Zahlungen selbst zu machen.Eine Bank dieser Art kann aber nur den Handelsleuten ihres DrtS dienen, da nurauf mündliche Anweisungen Summen überschrieben werden können, indem dieschriftliche zu große Gefahr des Betrugs veranlassen würde. Die bedeutendstenAnstalten dieser Art befinden sich in Hamburg und Amsterdam . K. dl.

G i r o d e t - T r i o so n (nach s. Adoptiv-Varer, dem Arzte Trioson), geb.1761 zu MontargiS , der eigenthümlichste, vielseitigste und wissenschaftlichste derneuern franz. Maler, war Regnaulc s Schüler, «ein Vater (Domainendireckordes Herz. von Orleans ) bestimmte ihn für das Militair, gab aber endlich dessenNeigung für die Malerei nach. In früherer Jugend studiere G. in Rom , In Da-vid'S Schule gewann er, 22 Z. alt, den großen Preis. Man erkennt in G.'s Wer-ke» eine entschiedene Neigung zu plastischer Vollendung und antikem Styl, dochwaltet dabei lieben und Natur mit schöner Eigenthümlichkeit in allen s. Gemälden.Seine Zeichnung ist richtig und von strenger Bestimmtheit, sein Colorit reich unodurchscheinend, doch harmonisch, fern von Buntheit. G. arbeitete mit ebenso stren-ger Sorgsamkeit als Genialität; er liebt die Lichteffecte, aber sie gehen bei ihm ausdein Geiste des Bildes hervor. Eines von s. schönsten Gemälden ist s. Endymion,den er in Italien malte. Sein Hippokrates (gestochen von Massard) hat eine wun-dersam schöne Beleuchtung; s. Joseph, der sich seine» Brüdern zu erkennen gibt, istein idyllisches, liebliches Werk; s. Ossian hat Schönheiten der Zeichnung, ist aberin der Erfindung verfehlt. Berühmt ist die große SündstutSscene dieses Meisters;ein Hauch von Buonaroiti's Ricsengeist weht darin. Ein rührendes Bild ist G.'sArala »ach der berühmten Erzählung Chateaubriand'!!. Er malte Napoleon , wieer die Schlüssel der Stadt Wien empfängt. Mit Feuer und Geist erfunden unddurchgeführt war die Empörung zu Kairo . Seine Portraits sind voll Kraft undWahrheit. So malte er 1824 in ganzer Figur die Heerführer der Dendöe, Bon-champ und Cathelineau; jenen nach einem Miniaturbilde, diesen aus den Zügenseines ihm ähnlichen Sohnes. Sein letztes, sehr großes Gemälde stellt den heil.Ludwig in Ägypten dar. 1817 wurde G. Ritter des St.-MichaelordenS. Erstarbzu Paris den 9. Dec. 1^21. Rechtlichkeit, Bescheidenheit, Strenge gegen sich undMilde gegen Andre, tiefer Kunstsinn und warmes Gefühl waren die Hauptzügeseines Charakters. >VI.

Girondisten (los kiranüin-i), die Partei der Republikaner edlerer Ge-sinnung m der zweiten stanz, (gesetzgebenden) Nationalversammlung (1791—93),