Giuskii,ionische Gemäldesammlung
und 1582 Lucas I. Zu Madrid Giulio Giunta 1595, der am 27. Aon. 1618starb, dann Thomas Junta oder Iunti 1591 — 1624, der seit 1621 als königk.Buchdrucker auftritt. Ein Verzeichniß der Giuntiniseben Drucke bis 1550 gibtEberl's ,,Bibl. Lexikon".
G i u st i » i a n i s eb e G e m ä l d e sa m m lung. Diese Sammlung kaufteder König von Preuße» 1815 in Paris . S ie wird, mit einer Auswahl der vor-züglichsten Kunstschätze, die sich luden königl. Schlössern befinden, vereinigt, ineinem besonders dazu eingerichteten Gebäude, dem Museum in Berlin , aufgestellt.Das sürstl. Haus Giustmiani in Rom stammt von einem alten und berühmtenHause in Genua ab. Der Sammler dieser Kunstwerke führte den Titel einesMarchese und lebte am Ende des 16. und im Ansänge des 17. Jahrh. Zwei Jahrh,lang war die Galerie die Zierde eines der größten Paläste RomS , den derselbeSammler auf einem Theil der Ruinen von den Thermen des Nero erbaute. Dergrößte Theil der Gemälde ist von Meistern, die zur Zeit des Sammlers lebten, undvon denen viele, die sich diesem Hause verpflichtet fühlten, ihre besten Werke gleichfür die Familie Guistiniani bestnnmten, wodurch die Galerie auch besonders merk-würdig für die Geschichte der Kunst wird, denn in jener Zeit flammte der alte Kunst-fleiß zum letzten Male kräftig auf, obgleich auf andre Weise wie früher, und leuch-tete noch in ein ganzes Jahrh, hinein, aus dessen Lauf wir auch bedeutende Kunst-werke hier finden. Man zählt an 170 Gemälde; 1807, wo die Sammlung nachParis kam, war sie »och vollständiger, aber manches herrliche Gemälde derselbenwurde einzeln verkauft, ehe sie der Prinz, Mehre Jahre später, an Bonnemaisonim Ganzen verkaufte. Aus der frühesten Periode bemerken wir ein Gemälde desDomenico Eorradi Ghirlandajo, die Wahrheit vorstellend, als eine nur mit zartemFlor bekleidete Gestalt, mit einem spiegelblanken Schild und einem Palmzweig inden Händen. Den Hintergrund bildet eine Landschaft, worin mit kleinen FigurenParadies und Hölle angedeutet ist, und die Hauptfigur auf einem Wagen, von 4weißen Einhörnern gezogen wird. Das Ganze hat das phantastisch Bedeutungs-volle, das mehren Werken jener frühern Zeit eigen ist. Der Pinsel ist etwas trocken,aber die Behandlung des Nackten schön, der Blick klar und rührend. Ferner sindaus dieser kindlich frommen Kunstepoche bemerkenswerth: drei Madonnen vonFrancesco Francia, eine Judith von Mantegna, der beweinte Christus von LucaSignorelli, ein jugendlicher Christuskopf, der fälschlich für einen Leonardo da Vinci angegeben wird, da er wol aus Perugino's Echule ist, und 2 Madonnen des In-noceuliilS von Imola , in denen noch die Anspruchslosigkeit und süße Einfalt der altenZeit herrscht, obgleich der Meister schon einer später» angehört. Von den 4 Haupt-schulen sind bemerkenswerth: aus der florentmischen, der Raub des Ganymed vonMichel Angelo Buonarotti, groß gedacht und erfunden, obschon im verjüngtenMaßstabe; der Ganymed hat alle die kühnen Verkürzungen und die kraftvolle Be-wegung, die diesen Meister bezeichnen, welcher allem Großen verwandt war, derGrazie aber fremd blieb. Das Gemälde ist so zart und sorgfältig ausgeführt, daßViele behaupten, es sei nur nach der Zeichnung deü Meisters von Marcellio Venustigemalt. Eine heil. Familie von Fra Bartolomeo deila Porta, ein tiefgedachtes,feurig vollendetes Bild. Mehre köstliche Gemälde von Andrea del Sarto . Venusund Amor von Daniel di Dolterra. Aus der römisch-rafaelschen Schule ist einherrliches Gemälde von Rafael's späterer Zeit hier; Manche behaupten, es seinach Rafael's Zeichnung von Francesco Penni gemalt, koch die hohe Schönheit inForm und Ausdruck verräth den Meister selbst. Es ist Johannes der Evangelist ,auf einem Throne von Wolken sitzend; in hoher Begeisterung will er eben die göttli-che Offenbarung auf eine Tafel schreiben, die er mir der Linken hält, der Adler ruhtzu seine» Füßen. Seine blaue Tunica und sein weitflallcrndeS violettes Gewandsind so mir weißen Lichtern erhe hi, daß sie m den Farben der Morgenröthe zu schil-