Band 
Vierter Band. F bis G.
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742
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742 Glyptik (Glyptothek

hieher, die zwar vorzüglich in feuchtem Erdreich lebt. aber auch häufig aufBlumen kriecht, und vielleicht die Ursache des blauen Lichtes ist, welches manim Fmsiern bei manchen Blumen bemerkt.

Glyptik, die Kunst, in Metall oder Stein zu graben, zu stechen.Glyptographie, die Beschreibung der geschnittenen Steine. (S. Stein-sch n e i d c k u n st.)

Glyptothek heißt das in München zur Aufnahme der alten plastischenDenkmäler bestimmte Gebäude. Der jetzige König von Baiern hatte in Italien eine Auswahl der trefflichsten Marmorarbeiten erworben, und ertheilte hierauf demHofbauintendamen und Oberbaurathe Leo K lenze den Auftrag, ein Gebäude für ihrekünftige Aufstellung aufzuführen, dos durch seine bedeutsame Einrichtung selbst vonAußen schon ankündige, daß es ein Tempel sei, in den Götter einziehen werden. Beider großen Begünstigung, die dadurch dem Baukünstlcr zugestanden war, konnteeine Vermählung der Architektur und Plastik stattfinden, wie sie in den meistenKunstspeichern, die wirMuseen nennen, nur zu sehr vermißt wird. Hier war esMöglich, das Äußere mit dem Innern zu einem Ganzen zu machen unk selbst IN deneinzelnen Sälen, dem Baustylc der Zeit, welcher die darin aufgestellt--» Werke an-gehören, in so weit zu folgen, als es das architektonische Ganze zuließ. Diesesprächtige Ganze bildet ein Quadrat, welches eine» Hof einschließt. Die Reihe deraufzunehmenden Kunstwerke bedingte die Zinthcilung in 10 Säle, die dem Augefaktisch darstellen, wie die griccb. Kunst aus ägyptischer Wurzel aufwuchs, wieslesich erhob, veredelte, in Rom erhielt, versank und später wieder aufrichtete; außer-dem wurden drei andre Säle zur Unterhaltung an kunstfestlichen Tagen bestimmt.Durch diese geschichtliche Anordnung derKuustwerke wissen Kunstfreunde im vor-aus, daß sie durch den -Ltaal der ägyptischen Denkmäler in den des allen heiligenStyls, dann in den dcr'Agineten und so ferner eintreten. Unter mehren Hunder-ten, zum Theil wenig gekannten Kunstwerken sieht man hier dieAginc ten (s. d.),den schlafenden Faun, die kolossale Muse, Nero und die Gruppe der Isis aus den,Hause Barbarini; die Pallas, die Lcukothea, den 0>»»r> uestb, »>->(.-!>»> ui-A den ko-lossalen AntinouS aus dem Hause Albani, die Muse Rondanini, die gabüüscheDiana von Brasihi, die Pallas und Roma von Fesch u. s. w. Die nach Süd-west gerichtete Seite des Quadrats bildet die Hauprfronte des Gebäudes. DieionischeOrdnung bedingte ihre Verhältnisse. In der Mitte ein hoher PorticuS vonzwölf Säulen getragen, an den zwei niedrigere Flügel sich anlehnen, ruht die ganzeFronte auf drei hohen Sockeln. Eine reiche plastische Darstellung, den Cyklus derBildnerei versinnlichend, erfüllt das Giebelfeld. Die Figuren dieser Gruppe sindrund aus salzburger Marmor gearbeitet, aus dem die ganze Fronte erbaut ist. AlleVerzierungen und Ornamente sehr reich, wie sie dieses Material möglich macht.Sechs Nischen unterbrechen die beiden Seitentheile der Fronte, neben dem PorticuS,in welchen die kolossalen Statuen von Hephästus und Prometheus, DadäluS undPhidias, Perikles und Hadrian ihren Platz finden sollen. Ähnliche Nischen sindan den beiden rückwärts laufenden -Seitenflügeln des Quadrats angebracht und hel-fen dem Bedürfnisse des Auges ab, das die nach dem Hofe zu angebrachten Fenstervermissen möchte. An der Fronte nach Nordost befindet sich die Auffahrt, durcheinen auf 4 Säulen ruhenden Vorsprung gebildet, und dort liegen die GesAlschaftS-sale, die durch CorneliuS's Frescogemälde ein neues Interesse darbieten. DieBeleuchtung der Aufstellungssäle geschieht durch hochliegcu.de, halbrunde Fenster,wie sie bei den römischen Thermen zu gleichem Zwecke gebräuchlich waren. AufsNeue hat sich hier diese Form in den hohen gewölbten Sälen, deren Decken die reichsteStukatur ziert, bewährt erwiesen. Im März 1827 wurde die Dccoralion undAufstellung des bacchischen Saales vollendet. — Den viereckigen Platz solle» einStadtthor in dorischem Baustyle, eine Kirche in korinthischem, nebst palastartigen