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bedingte Herrschaft des Rechts, sowie s. Muth als Schriftsteller, in sehr unan-genehme Verhältnisse, die er selbst erzählt in der ,,Neuesten Behandlung einespreußischen Staatsbeamten" (2 Hefte, Lpz. 1818) und in der Btoschüre: „DerS chriftsteller als Staatsbeamter rc." (Stiittg. 1829). G. betrat s. schriftstellerischeLaufbahn mit dem „Antiplatonischen Staate". Die durch die Indultgesehe erzeugteRecbtSungewißhcit veranlakte ibn, s. „Commentar zu den preußischen Creditgesetzen"(3 Bde.) und die dazu gekörige „Theorie der hrpothekarischen Protestakionen" zuschreiben. In gleicher Art hat er die Lehren vom Besitze und der Verjährung, dieGeneralthevrie der Verträge u. s. w. bearbeitet. In dem Lager vor Kuftrin bliebihm Zeit, nicht nur jene» Commentar fortzusetzen, sondern auch s. mehrmals auf-gelegtes Buch: „Der Mensch", zu schreiben, an welches sich später: „Das Mie-dersehen nach dem Tode" und die „Briefe an Emilie über die Fortdauer unserer Ge-fühle nach demTode", angeschlossen haben. VertrautcGespräche mit eincmFreunde,der an der Unsterblichkeit zweifelte, bewogen den Vers., s. Gründe dafür in jenenSchriften Wetter zu entwickeln, und viele Leser haben ihm Trost und Berubigungverdankt. Als 2. Thest des „Menschen" ei schien 1822 „Der Bürger, eine Unter-suchung für gebildete Leser". Beiden Werke» schloß sich dieSchrift: „Der Regent"(1823), an. Unter G.'S politischen Schriften ist s. „Prüfung der Gutachten der k.preufi. Immediat-Iustizcommission am Rhein , über die dortigen Iustizeinrichtun-gen" (Lpz. 1819, 2 Thle.), worin er sich gegen die Jury erklärt, eine der wichtig-sten. Noch schrieb er, durch äußere Umstände veranlaßt: „BedarfPreußen einerConstitution?" (1819) und „Wie darf die Verfassung Preußen« nicht werden?"(Lpz. 1819), und den „Anti-Benzenberg, über die Verwaltung Hardenberg'S"u. A. m. Wenn auch gegen Einzelnes in einigen dieser Schriften Manches sich er-innern läßt, so leuchtet doch aus allen der Blick eines hellen, auf das Höhere gerich-teten Geistes und das Unheil eines Mannes hervor, dem Recht und Wahrheitüber Albs gehen. Seitdem schrieb G. einen „Prakt. Comment, zur allgem. Ge-richtsordn. f. die preuß. Staaten" (Elf. 1825, 2 Bde.). Jetzt lebt G. auf demLande in der Nähe von Sprembcrg.
Gravesande (Wilhelm Jakob), Philosoph undMathrmatiker , geb. 1888zu Herzogenbufch i» Holland, stammte von einer alten Patrizicrfamilie aus Delft ,siudirte zu Lcvden die Rechte, wandte sich aber bald den physikalischen und mathema-tischen Wissenschaften zu. Er gab bereits im 19. Jahre s. „Versuch über die Per-spektive" heraus, ein Werk, welches Aufmerksamkeit erregte und ihm die größtenLobsprüche von Bernoulli erwarb. Später erlangte er die juristische Doctorwürdcund gab dann von 1713—22 im Vereine mit mehren jungen Gelehrten s. Vater-landes das ,,.b>nr>n>l liti.B.lrc" heraus, welches später in Levden u. d.T.: ,,.Ic»n-N!>! <!,' !-> rcpnlilignn üi-8 IcUriV, fortgesetzt wurde. Die Beiträge, welche G.zu diesem poetischen Wel ke lieferte, gaben demselben besonders Berühmheit, unds. Abhandlungen über die Cvnstruction der pneumatischen Maschinen, über dieTheorie der Kräfte und über den Stoß in Bewegung gebrachter Köi-per, über dieBewegung der Erde w. interessirten die Mathematiker ebenso wie s. Betrachtungenüber die Freiheit die Philosophen. 1715 ging G. als GesandtfchaftSsecretair nachLondon, wo er mit dem Bischof von Salisbury,Burnet , bekannt und in die königl.Societät der Wissenschaften aufgenommen wurde. 1717 ward er zum Pros. derMathematik und Astronomie in Leyden ernannt. 1721 und 1722 lud ihn der Land-graf von Hessen-Kassel zu sich ein, um sein Gutachten über das von Drphireus da-mals aufgestellte lüug» lnnni inolnle zu vernehmen. G. hielt es nicht für durchausunmöglich, eine Maschine zu verfertigen, die in ununterbrochener Bewegung durchsich selbst fein könne: ein Grundsatz, den er später in einigen kleinen Gelegenheirs-schriften näher entwickelte und durch Gründe zu belegen suchte. In der Folge erbieiter auch den Lehrstuhl der Philosophie, den er mit gleichem Ruhm ausfüllte. Durch
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