828 Greifenson Grcifswald (Stadt — Universität)
Griechenland im Gefolge des Dionysos kam. Er wurde daher Symbol derAufklärung und Weisheit.
Greifcnson (Eamuel v. Hirchfeld), geb., wie er selbst erzählt, 1622 imSpessart , machte als Ddusketier einen Theil des dreißigjährigen Krieges mit undstarb um 166k. Er ist der Vers. des zu s. Zeit weitberühmien und auch jetzt nochmerkwürdigen Romans: „Abenteuerlicher Siniplicisfinius, d. i. Beschreibung desLebens eines seltsamen Vaganten, genannt Melchior Sternsels von Fuchshaün"(Mömpelgart 1669, 6Thle.; u. d. angenomm. Namen Schleisheini von Sulzfort.)Wenige Bücher haben ein so allgemeines Aufsehen gemacht wie der Limplicissimus;bis 1126 zählen wir 9 Anst., Fortsetzungen und Zusätze und eine große Menge vonNachahmungen desselben. Für uns ist er anziehend als ein derbes und frisches Lebens-gemälde der bunten, bewegten und gräuelvollen Zeit des dreißigjährigen Krieges, ge-würzt durch manche sinnreich naive und vorlaut drollige Betrachtung mit satyrischeinÜberzüge, dem jedoch eine wohlwollende Ironie den bittern Beigeschmack benimmt.
Greifswald. DaI wo diese jetzt zum Regierungsbezirk Stralsund ge-hörende Stadt liegt (64° 6' Ä. B.), sah man ehedem unreinen Wald, auf derGrenze des Fürstenthums Rügen und der Grafschaft Gützkow, der von dem rugi-schen Fürsten Iaromir nebst andern Stücken Landes dem 1207 von ihm gestiftetenEistercienserkloster Hilda oder Eldena geschenkt ward. Ungefähr 1223, als die wen-dischen Einwohner von den Ankömmlingen aus Sachsen immer mehr gedrängt wur-den, ließ der Abt den Wald aushauen und baute daselbst die Stadt nach deutscherArt, welche Anfangs nur Wald oder Wold hieß. Als späterhin im 11. Jahrh,die Einw. der Stadt wegen der günstigen Lage derselben am Ryckflusse und wegender Nähe des Hafens Wyk, gleich den Bewohnern der ganzen Dstfeeküste, durchHandel sich bereicherten, wußte der Abt sie nicht mehr in der frühern Abhängigkeitzu erhalle»; er gab sie daher den Fürsten von Pommern zur Lehn, deren Wappenzur Veränderung des Namens in Greifswald (Grypswold) Veranlassung gab.Durch den westfälischen Frieden kam die Stadt 1648 unter schwedische Botmäßig-keit; 1716 fiel sie an Dänemark, ward aber 1721 an Schweden zurückgegeben.In Folge des Befreiungskrieges ward sie 1816, sowie das gesammte diesseitigePommern , mir dem preuß. Staate vereint. — Die erste Veranlassung zur Stiftungder Universität scheint der Aufenthalt während der Unruhen 1136 — 43 ge-züchteter rostockischer Professoren gegeben zu haben. Sie ward 1466 von dempommerschen Herzog Wrakislaw IX. wolzastischer Linie, mit Zustimmung desHerzogs Dito >U. steitinischer Linie, auf Anraihen und unsr Mitwirkung desgreifswaldischen Bürgermeisters Heinrich Rubcnow gestiftet. Die Fundationsbulledes Papstes Calixtus UI. ward unter dem 29. Mai 1456, und in dems. I. die Be-stätigungsurkunde des Kaisers Friedrich I I I. ausgefertigt. Am 17. Der. ward dieUniversität inaugurirt, und am folgenden Tage trat der erste Rector, Heinrich Ru-benow, s. Amt an; er inscribirte beinahe 300, unter denen der Fürst Wratislawselbst, 2 Bischöfe, 3 Äbte und andre vornehme Personen sich befanden. Als imAnfange des 16. Jahrh, die Kirchenverbesserung auch in Pommern , namentlichin Stettin, Stralsund und Greifswald , Beifall fand, widersetzten sich der HerzogGeorg und der Bischof von Kamin derselben, welches dieFolge hatte, daß 12 Jahrehindurch keine Vorlesungen gehalten wurden. Im Nov. 1639 richtete Hei zogPhilipp I. die Universität wieder auf; jedoch war bis 1666 ihre Existenz sehr schwan-kend. Da indeß durch den augsburgischen Religionsfrieden 1566 die Annahmeder Reformation >m Lande gesichert wurde, so mußte dies auch aus den Zustand 1erUniversität einen vortheilhasken Einfluß haben. 1504 ward ihr das Dominicaner-kloster eingeräumt. 1558 ward die erste Visitation der Universität gehalten. 1591begann der Bau des vormaligen Collegiengebäudes, und 1604 ward die Bibliothekgegründet. Vielfache Schenkungen hatten die Einkünfte der Universität bereits an-