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Grcsset
Auf G.'s Rath fing Elisabeth an, die Staatsgeldgeschäfte nun auch mit inländi-schen Kaufleuten abzumachen, wodurch Englands Handelsstand ungeniein gewann.I» s. Testamente (1575) bestimmte G. das prachtvolle Hotel, welches er in derStadt bewohnte, zu einem wissenschaftlichen Collegium. §S sollte nämlich dashalbe Börsengebäude dem Lordmayor und der Gemeinde von London , die andreHälfte aber der KaussmannSgilde unter der Bedingung gehören daß sie für alle Zei-ten 7 Professoren (der Theologie, der Jurisprudenz, der Medicin, der Astronomie,der Geometrie, derMusik und der Rhetorik), jeden mit 50Pf. St. jährlich besoldeten,und daß diese Lehrer in dem von ihm bewohnten Hotel Wohnung und Raum zu ih-ren Vorlesungen erhielten. Dabei sehte er noch mehre milde Stiftungen für Kranke,Gefangene und andre hülftbedürftige Personen aus. Er starb den 21. Nov. 1579.Man befolgte s. Anordnungen pünktlich, sodaß in s. ehemalige» Wohnung bis gegendas Ende des 18. Jahrh, die von ihm festgesetzten Vorlesungen in den genanntenWissenschaften gehalten wurden. Um diese Zeit ward das G.'sche Gebäude nieder-gerissen, um durch ein andres ersetzt zu werden, bei welcher Gelegenheit die ganze Lehr-anstalt in die untern Säle der Börse verlegt ward. G. war ein geistreicher undwissenschaftlich gebildeter Mann. Das Volk nannte ihn wegen st Reichthums unds. Verbindung mit deni Hofe häufig nur den „königlichen Kaufmann".
Gresset (Jean Baptiste Louis), einer der anmuthigsten franz. Dichter,geb. 1709 zu Amiens , trat ins. 16.1. in den Jesuitenorden, und verließ ihn zehnJahre nachher wegen des Aufsehens, welches sein Gedicht „Ve> t-V>-> >" machte.In Paris wußte er diesen Ruf zu vermehren und ward 1718 in die franz. Akade-mie aufgenommen. Er lebte zu Amiens , wo er eine Finanzstelle verwaltete undeine reiche Frau geheiraihet hatte. Die ländliche Natur, aus der er fast alle st Bil-der entlehnte, ward s. Lieblingsaufenihalt. Nach dem Tode Ludwigs X >. kam ernach Paris und wurde gewählt, um Ludwig XVI. im Namen der Akademie zu s.Thronbesteigung Glück zu wünschen. Hof und Stadt wünschten den Mann zusehen, der sie so trefflich geschildert hatte. Aber die Meinung, welche seine ersten Lei-stungen erweckt hatten, wurde ungeniein geschwächt durch st akademische Rede, wor-in er eine frühere von Ouard beantwortete und die Laster der Hauptstadt schilderte.Seine Gemälde schienen nicht natürlich, sondern Zerrbilder. Man suchte vergebensden Druck des Werks zu hintertreiben. Nach seiner Rückkehr nach Amiens ließ er esneu auflegen, mir einem aus Prosa und Versen gemischten Briefe vermehrt,worin er seiner Feder einen noch freiern Lauf verstattete. Bald darauf starb er1777, ohne Kinder zu hinterlassen. Die Annehmlichkeit st Umgangs, die Unwan-delbarkeil st Grundstihe, die Redlichkeit s. Charakters gewannen ihm abgezeichnet«Freunde. Ludwig XVI. erhob ihn 1775 in den Adelstand. Sein Vt-,i->,-,i"ist ein durch Witz, Leichtigkeit und Anmuth ausgezeichnetes Werk, dessen Werthum so größer erscheint, als der Stoff selbst wenig Hülfsmittel darbot. „DiesesGedicht", sagt d Alembert, „würde unter den Händen eines Andern eine fade undabgeschmackte Posse geworden sein und in dem Bezirke des Klosters, wo es erzeugtwurde, sein Grab gefunden haben. G. besaß in st Eingezogenheik die Kunst dasrechte Maß des Scherzes zu treffen, das einen so unbedeutenden Gegenstand in denAugen der feinen Welt anziehend machen konnte". Er hatte es noch mit einemGesänge, „I.'oueriü, ,minies" überschrieben, vermehrt, verbrannte ihn aber in
s. letzten Krankheit. Auf „Verl-Vert" folgte „l..i olnn ireu-e". Diese Epistelverräth einen originellen Charakter, eine milde Philosopie; man findet darin Har-monie und eine an Üppigkeit grenzende Fülle des Ausdrucks. Von geringem Werthsind s. „Epistel an den Pater Bougeam" und „!.<-» mnl»Kräftiger undsorgfältiger gearbeitet ist die Epistel an s. Schwester über st Genesung. G. wolltevon der leichten Poesie sich zur Tragödie erheben, aber st „Eduard I II.", der 1710aufgeführt wurde, ist nicht wieder auf dem Theater erschienen. Die Intrigue ist