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Griechen (Vorberci.ung des Aufstandest
ein Spiel der Laune, Habsucht, Wollust und Grausamkeit der einzelnen türkischenStatthalter. Nur wo diese ihren Vortheil in der Schonung der Griechen fanden,oder aus Gleichgültigkeit, bisweilen auch durch ihr eigenes Gefühl zur Milde bewo-gen . um die GmurS sich nicht bekümmerten, nur da errang der Hellene durch Bie-nenfleiß und HaudclSklugheit einigen Wohlstand; aber er trug im glücklichstenFalle vergoldete Ketten, und stets hing über s. Haupte an einem Faden des Damo-kles Schwert. Durch Bezahlung des Haratsch, eines großen LösegeldeS, müssenChristen jährlich ihr Leben erkaufen! Nur gegen die Erlegung großer Geldsum-men , die sie oft nicht aufbringe» können, wird ihnen gestattet, ihre den Einsturzdrohenden Kirchen aufzubauen! Unter solchem Drucke verwilderte das Gemüth;Mit der Klugheit paarten sich Hinterlist und Betrug, mit dem Heldemnuthe Räu-berrrotz, mit der Unwissenheit Aberglaube und Rohheit. Einzelne traten jedochhervor m Bildung und Charakter. Alle aber bewahrten als ein heiliges ErbgutSprache, Glauben, Sitte, das alte Nakionalgefühl und die Liebe zum Vaterland.—War das Griecbenvolk gesunken, am meisten die Fanarioken der Hauptstadt, in derNähe des Serails, wo Druck und List ihren Brennpunkt haben, so waren es dieOsmanen noch weit mehr. Zhr Reich, ein starres Conglomerat von den Trümmerndes byzantinischen, — die Türken selbst keine Nation, sondern eine rohe Massevon Kriegern, Befehlshabern und UlemaS , ein Mifchlingsvolk asiatischer Hordenund Bastarde von Tatarblut mit Sklavinnen aus alle» Welttheilen erzeugt, —haben keinen andern innern Verband als den des Fanatismus lind DespotiSmuS.Den geistig sittliche» Verfall der Osmanen übertrifft noch der politische. Denn indem Wesen der türkischen Verfassung liegt der Keim ihrer Auflösung. Die Tür-ken machen in den ausgedehnten, von ihnen beherrschten Ländern kaum den vier-ten Theil der Bewohner aus; sie betrachten die bei weitem größere Zahl ihrerNebenvolker als natürliche Feinde, die sie sorgfältig hüten, folglich unterdrückenmüssen; sie spiele» die wilde Rolle noch jetzt fort, die sie als erste Eroberer übernom-men hatten; sie sind daher noch immer Fremde in Europa und können nie mit deneingeborenen Stämmen zu Einer Nation zusammenschmelzen. Hieraus folgt dieungemessene Macht, welche man den Paschen in die Hand legen mußte, zugleich aberauch das Mißtrauen des Hofes gegen diese Machthaber, deren häufige Empörungenund deren Untergang, seltener durch offene Gewalt als durch Hinterlist, welche nurdie Schwäch? der Regierung verräth. Bloß die gemeinschaftliche Religion und derSultan , als sichtbares Oberhaupt derselben, nebst dem gemeinschaftlichen Hassegegen Alles, was Giaur oder Ketzer heißt, bewirken, daß der Türke des fernen Asiens den europäische» »och als s. Bruder anerkennt, und daß die einzelnen Theile nichtschon längst zerstückelt worden sind. Zugleich entspringt aus der Verachtung jedesändert! Menschen, der nicht Muselmann ist, und aus dein alten Erobererübermuthedieser rohe» Kriegerkaste jene Geringscoätzung aller Künste, welche erst von GiaurSerlernt werden mußten, zugleich aber auch jene Rückwirkung vernachlässigter Bil-dung: die 'Abhängigkeit der Türken von jedem cultivirten Volke, selbst von denGrieche», in Gegenständen, welche auf Ackerbau, Kunstfieiß, Handel und WkaatS-kunst Bezug haben, sowie der Verfall ihrer politischen Macht gegen das christlicheEuropa , welches im 1?. Jahrh. s. Taktik vervollkommnete, da hingegen die )a-nitscharen, ungeachtet aller Versuche, die Selim lll. Thron und Lebe» kosteten undMahmud ll. nöthigten, seinen Jugendfreund Halet hinrichten zu lassen, nie einenLächrirt darin vorwärts thun wollten, bis sie selbst, als Empörer und Brandstifter(1820) ganz ausgerottet werden mußten. So steht Osman's stolzer Stamm aufverfaulten Wurzeln, und nur der europäische Siaatenbau ist seine Stütze, wie einmorsches Gemäuer nur zwischen starken Nachbarwänden sich noch hält.
II. Vorbereitung zu dem letzten Befreiungskämpfe der Hellenen. Einso feindseliges Naturverhältmß zwischen Griechen und Türken, wie das eben karge-