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Griechen (Kampf derselben 1822)
starres Schrecken befiel die Türken; aber bald brach ihre Wuth kos, und die letzteSpur von Cultur, die bisher noch geschonten, für die Pforte sehr einträglichen Ma,siiydörfer, wurden vertilgt. In Konstantinopel kauften Muselmänner chiotischeGriechen, bloß um sie nach eigner Lust ermorden zu können. Die daselbst wohnhaf-ten, an dem Aufstand unschuldigen chiotischcn Kaufleute, sowie die aus Chios dort»hin gebrachten Geiseln, wurden ohne Pioeeßform theils heimlich, theils öffentlichhingerichtet. So lernten Morea und der Archipel das Loos kennen, das sie erwar-tete. Endlich sah die Pforte ein, daß sie durch ihr Vertilgungsspstem die eignenHülfsguellen zerstöre. Denn überall arbeiteten nur die Rajahs für die Türken undentrichteten eine beträchtliche Kopfsteuer. Daher mußte auf des Großherrn Befehlder Pascha in Smyrna streng aufOrdnung halten und die Griechen beschützen; inChios gab der neue Statthalter Iuffuf Bei den auf die erlassene Amnestie zurück-kehrenden Chioten ihre Ländereicn wieder. In Cvpern endlich, wo die Mcrdjagdaufgriech. Christen mit Brand und Plünderung bis Ende 1822 fortdauerte, schützteSalih Bei, ein menschlich gesinnter Ofsicier desPascha von Ägypten, wenigsten«s. Bezirk vor derZeistörungswuth, und 1823 suchte der neue Statthalter, SeidMehemet, die Ordnung auf der ganzen Insel wiederherzustellen. Ein andrerPunkt, wo der Aufstand des gedrückte» Volk« die Feldherrn der Pforte beschäftigte,war Macedonien. Die Ausschweifungen der asiatischen Truppen, welche durch dieseProvinz zogen, um zu Kurschid's Heere zu stoßen, reizten die bisher ruhig gebliebe»nen Dorfschaften des Gebirges zum Abfall. Sie besetzten, unter den hellenischen Ka-pitanis Diamantis, Tassos u. Ä., die Püffe dcsOlympsund eroberten, 21. März1822, den wichtigen Platz Kara Veria, das alte Beröa. Doch zuletzt schlug sieder Pascha von Salonichi, Abbolubut, mit seiner Reiterei bei Niausta gänzlich; dieBauer» liefen aus einander, und cinStrich von 150Dörfern ward wie Chios behan-delt. 500« christliche Familien kamen um, und der Pascha rühmte sich, an einemTage 1500 Weiber und Kinder gemordet zu haben. Selbst die Pforte mißbilligtedieses Verfahren, und der Unmensch sollte erdrosselt werden; allein von s. LeibwacheUmgeben, war er in dem befestigten salonichi sicher. (Gleichwol ernannte ihn spä-ter die Pforte zum Seraskier von Rumelien , und er zog von Larsisa im Rov. 1823Mit 15,000 M. bis Zeituni.) Während Chios brannte und Macedonien blutete,bemühte sich die hellenische Centralregierung zu Korinth unter Maurokordaws, alsVorstand des Vollzichungsrathes, in Verbindung mit denProvinzialbehörden, dieVerwaltung des Landes durch das Gesetz vom 30. April 1822 (dem ersten Jahreder Unabhängigkeit) vorläufig zu organischen, die Strcitmassen zu ordnen, eine An-leihe zu erefftu n, den Soldaten Ländereien (durch das Gesetz vom 7. (19. n. St.)Mai 1822) zu versprechen, und da es außer den Zöllen keine direcken Steuern gab,auf die Erzeugnisse des Bodens eine Abgabe zu legen; allein sie fand fast überallWiderspruch und Trotz, am meisten bei den an alte Unabhängigkeit gewöhnten Kapi-tanis. Jeder wollte nur für s. Rechnung kämpfen und befehlen. So der habsüchtigeundebrgeizigeKolokotroni; soder trotzige Odyffeus') lind der stolzeMauroMichali;selbst Vpsilamis fügte sich nur ungern in die neue Ordnung. Allen abrr war der un-eigennützige, einsichtsvolle Maurokordaws verhaßt, weil er nicht auf dem Kampf-plätze die Würde des Proödros errungen hatte. Negris's Einfluß brachte es jedochdahin, daß Maurokordaws die oberste Leitung des Zuges nach Westbellas (Epi-ruS) nebst der vollen Civil- und Militairgewalt erhielt. Der ProütroS stießnun mit 2000 Peloponnesiern und dem etwa 300 Mann starken Philhellenen-corps unter General Normann (s. d.) am 8. Juni zu den albanesischen Scharm
*. Odysseus ließ sogar einen tapfern Ofsicier, den Obersten Haverino Palasca,und eine» Äavitan Aleris Nuzzo, welche die Regierung an ibu gesandt hatte, umihm zu rathen und ihn für einen übereinstimmenden KriegSplan zu gewinnen,niederhauen.
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