Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechen (Kampf derselben 1822)

lhümern zogen im Mai 1822 unter Mord und Plünderung die asiatischen Hordenab; im Juli wurden neue Hoopodare: Ghika für die Walachei, Sturdza für dieMoldau—Beide aus der Mitte derBojaren — ernannt, und die Griechen von allenStellen in den Fürstenthümern ausgeschlossen; allein die neuen HoSpodare standenunter türkischen Seraskiers, und es blieben in den Fü> stenlhümern europäische Tür;ken als Besatzung; doch räumten sie Zassy, das sie aber, aufgebracht über diese An-ordnung, am 10. Aug. 1822 in Brand steckten und plünderten. — Unterdessenhatte das Z. 1822 in Griechenland wichtige Ereignisse herbeigeführt. Beide Theilebefolgten dies Mal eine Art von Kriegsplan. Nach Ali's Falle beschloß KurschidPascha in Thessalien Verstärkungen aus Rumelien an sich z» ziehen, um Livadienund Morea zu unterwerfen, während im Febr. undMärz 1822 eine türkischeFlotteunter Hali Bei die Festungen in Morea mit Truppen verstärken sollte, damit Ius-suf Pascha von Patras und Lepanto aus Kurschid's Angriff piifden Zsthmus unddas Eindinngen in Morea unterstützen konnte. Allein der Versuch der türkischenFlotte, Morea durch frische Truppen zu unterjochen, scheiterte gänzlich, und derWiderstand der Sulioten hielt den Seraskier in Epirus zurück; dadurch gewannKvlokotroni Zeit, die gelandeten Truppen in Patras einzuschließen und Hülfsscharennach Akarnanien zu senden. Zn derselben Zeit brach ein neuer Aufstand an verschie-denen Orten aus, der den Streitkräften der Pforte eine andre Richtung gab und sievereinzelte. Das Unglück von Chios rettete das griech. Festland. Die zahlreichegriech. Bevölkerung der blühenden, aber wehrlosen Znsel Chios (s. Sei os) hattebisher jede Ausfoderung, an dem Ausstande Theil zu nehmen, abgelehnt; als aberam 23. März 1822 eine griech. Flotte von Samos unter Logotheii erschien, grif-fen die durch unaufhörliche Bedrückungen gereizten Bauern zu den Waffen. Essielen große Unordnungen vor, und die Türken mußten sich, nachdem sie 80 Geiselnaus den vornehmsten, friedlich gesinnten Einw. der Stadt ausgeboben, in die Cita-delle zurückziehen. Da erschien die große türkische Flotte. Um Chios zu züchtigen,gab der Kapudan Pascha s. Feldzugsplan gegen Morea auf und setzte am 11. April,nachdem dic Chioken die angebotene Amnestie verworfen harten, 15,000 Plann derwildesten asiatischen Truppen ans Land; die Insulaner wurden geschlagen, und inwenig Tagen war der reiche Fruchtgartcn von Chios ein großes Leichenfeld und eineschauderhafte Brandstätte. Kaum vermochten die europäischen Consuln, besondersder französische, der entschlossene Digeon, mit eigner Lebensgefahr, und die Capi-tals der europäischen Schiffe, einige Hundert Unglückliche zu retten. Ein Theilder Samier entsteh aufden Schiffen, die übrigen setzten im Gebirge den Kampf derVerzweiflung fort. Endlich bewirkten die em opäischen Consuln, mittelst eines Hü-tend, i.fs oes Erzbischcfs und durch die schriftliche V.rsicherung der übrigen Geiseln,daß dieChioten der angebotenen Verzeihung des Kapudan Pascha trauen könnten,wenn sie die Anstifter und ihre Waffen auslieferten, die gänzliche Unterwerfung derLandleute; allein dessenungeachtet hörten Mord, Brand und Plünderung nichtaus. Nach den türkischen Zollregistern sind bis zum 25. Mai 41,000 Chioten,meistens Frauen und Kinder, in die Sklaverei ausgeführt worden. — GleichesSchicksal sollte Ze sara, Tine und LtamoS treffen. Aber die Zpsarioten, schon be-reit, ihre Familien nach Morea zu schicken, umzingelten von fern die türkischeFlottemit 10 kleinen Schiffen, darunter mehre Brander (Hephästia genannt), die ebensosinnreich eingerichtet waren, als sie geschickt und kühn geleitet wurden. 43 Ipsario-ten und Hydrioien weihten sich dem Tode, ruderten darauf mit ihren Lcanipaviaü(eine Art halber Kanonierschaluppen) mitten durch die feindliche Flotte, die noch aufder Rhede von Chios lag, und in der Nacht von, 18. zum 19. Juni 1822 hefteteCapital» Georg Brander an das große Admb'alsckiffdes Kapudan Pascha und anein andres Linienschiff. Jenes ffog mit 2286 M. in die Luft; dieses rettete sich.Der Kapudan Pascha ward, todtlich verwundet, an das Ufer gebracht, wo er starb.