Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechen (Kamps derselben 1822)

MUS von Korinth durchschlagen; aber Nikitas') schlug in dem Passe von Trete«durch nächtliche» Überfall die getrennten Züge der Türken am 9. und 10. Aug.,sodaß kaum 2000 M. ohne Gepäck und Geschah den Isthmus erreichten, wo sieNpsilanti? vollends zerstreute; einen andern Heertheil, der gegen PatraS floh, ver»nichtete Kolokotroni; der letzte stüchtige Heerhaufe ward von den Mainotten am26. Aug. bei Nauplia geschlagen. So verschwanden binnen 4 Wochen über20,000 Türken von der griechischen Erde. Einige Tausend hielten noch den Isth-mus und Akrokoriruh besetzt, mußten aber bald die Landenge räumen und wurden,als sie sich nach PatraS durchschlagen wollten, von Nikitas in den Engpässen auf-gerieben. Nur 500 Türken behaupteten sich bis zum Nov. 1823 in Akrokorinth .Die Sieger und dieMoreoten waren nunmehr zu der Einsicht gelangt, daß sie ihrenSchuh nicht hinter dem Isthmus, sondern am Olvmpoö erkämpfen müßten. Auchdie türkische Flotte, welche in derselben Zeit 4 Wochen lang im Golf von Lepanto gelegen und Missolunghi ohne Erfolg angegriffen hatte, segelte, mit der Pest amBord, d. 1. Sept. wieder ab. Vergebens suchte sie hierauf die Linie von 57 griech.Bricks, welche Nauplia einschlössen, zu durchbrechen, und verweilte endlich am Ein-gänge der Dardanellen bei Tenedos . Hier führten am 10. Nov. 17 kühne See-leute von der Schar der 40 Ipsarioken, wie Türken gekleidet, 2 Brander mitvollen Segeln, als ob sie vor den Griechen flöhen, indem 2 ipsariotische Schiffemit blinden Schüssen sie verfolgten, gleichsam um Schutz zu suchen, mitten in dietürk. Flotte, und befestigten einen Brander an dem Admiralschiff, den andern andeni Linienschiffe des Kapitana-Bei. Bald standen beide in Flammen; jenes ret-tete sich mit genauer Noth; dieses sprang mit 1800 M. in die Lust, der KapudanPascha, Kara Mehemet, entkam jedoch vorher aus Land; 3 Fregatten scheitertenan der Küste von Asien ; ein Kriegsschiff von 36 Kanone» ward erbeutet; Schre-cken und Sturm zerstreuten einen Theil der otwmanischen Flotte; von 35 Fahrzeu-gen flüchteten sich 18 sehr beschädigt in die Dardanellen. Jene 17 Ipsariote» wa-ren glücklich nach Ipsara zurückgekehrt, wo die Ephoren ihren Anführern Konstan-tin Kanaris und Georg Mniauly eine Schiffskrone aufsetzten. Die Griechen wa-ren wiederum Meister der Gewässer und erneuerten die Blockade der türk. Häfen,welcbe England jetzt förmlich anerkannte. Die britische Regierung schien nämlichseit Canning'S Eintritt in das Ministerium ihre Politik in Hinsicht Griechenlands geändert zu haben, und der OberstatkhalrerMaitland aufden ionischen Inseln ver-fuhr nun minder feindselig gegen die Hellenen. Selbst Ostreich und Frankreich ,welcke früher die neutralen Schiffe gegen die „willkürliche und ungesetzliche Maßre-gel des Blockadestandes" unter den Schutz ihrer Kriegsschiffe gestellt halten, schienennun ebenfalls das griech. Blockaderecht anzuerkennen. Endlich wandte sich auch inEpirus der Lieg wieder aufdie -Leite der Griechen, vorzüglich als hier mehre alba-nesische Ltämme von der Pforte abgefallen waren. Griechische Schiffe befreitenMissolunghi von der Seeseite (20. Nov.) Die Sulioten behaupteten sich iir denBercschluchten der Ehimära, und die Überreste des Heeres von MaurokordatoS ander Küüe des Golfs von Lepanto . Omer's Amnestie-Erklärung fand bei den Ge-birgsbewohnern kein Vertrauen; hatte er doch selbst zwei s. frühern Gebieter verra-khem Lein Zug gegen Atollen verunglückte gänzlich. Denn überall, wo s. Scha-ren durchzogen, verbrannten die Bauer» ihre Dörfer, sammelten sich bandenweiseim Gebirge und setzten den kleinen Krieg fort. ") Bei Missolunghi endlich, das ermehimals, seit d. 7. Nov. 1822 bis zum Sturme am 6. Jan. 1823, angegriffen,

*) NikitaS erhielt daher von den Griechen den Beinamen TurkophagoS , Tnr-kenfwffer.

**) Ueberhanpt darf man bei diesem Kriege an regelmäßige Schlachten nichtdenke,. ES gibt nur Postengefechte, Scharmükel, Ueberfälle u. s. w. ütußeror-dentl.ch ist die Geschwindigkeit der Griechen im Laufen; sie überholen darin denschnelstm Reiter.