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Griechen (Kampf derselben 1828)
Staaten von Nordamerika. Schon im April 1822 brachte eine amerikanische Fregatte Geschütz und andre Kriegsbedürfnisse nach Hydra . Eine förmliche Ver-bindung mit dem griech. Senate aber ward nicht abgeschlossen.
Die Begebenheiten des I. 1823 sind in Hinsicht der Pforte und Griechen-lands nicht minder verworren und blutig als die Geschichte des ganzen dreijährigenKampfes gewesen. Wahrend in Thessalien und EpiruS Waffenruhe eintrat, aufdem Meere aber die griech. Flagge (8 blau u. weiße horizontale Streifen) herrschte,brach in der Hauptstadt die Wuth des türkischen Pöbels, der nicht mehr mordendurfte, in furchtbaren Brandstiftungen aus. Am I.Mär; 1823 sollten die griech.Vorstädte geplündert und in Asche gelegt werden; allein der Wind trieb dieFlamme gegen die türk. Quartiere; 4 Mal wälzte sich das Feuermeer gegen griech.Wohnungen, und 4 Mal warf es ein frischer Nordwind auf die türkischen zurück.Pera war gerettet; aber an 8000 türk. Häuser, ein Theil der Slückgießerei (To-phana) und »in Theil des Seeaissenals lagen in Asche. Da rief der Muselmannaus: „Gott ist mit den Gjaurs!" In Folge des Brandes ward der GroßvesierAbdullah abgesetzt, und ein den Janilscharen abgeneigter Pascha, Ali Bei, tratan dessen Stelle. Die Janitscharen sannen daher auf Rache, und am 13. Jukibrach in Konstantinopel ein neues Feuer aus, wo 1500 Privathäuser und 3 türk.Fregatten verbrannten. Doch die Ordnung ward durch Strenge hergestellt; ausAsien trafen günstigere Nachrichten ein, und der Großherr beschloß einen allgemei-nen Dertilgungszug gegen die Griechen, weshalb er alle MvslimS von 15 — 80 I.zu den Waffen rief. Dagegen versuchte in Griechenland die Regierung 1823 ihrHeer- und Finanzwesen zu bilden. Da« aufgelöste Philhellencnbataillon wurdeder Kern des ersten griech. Regiments. Maurokordatos stand an des Spitze derLandmacht. Die Kriegskunst selbst aber war noch im Zustande der Kindheit.Es fehlte den Hellenen an Reiterei und Artilleristen. LLie kämpften bandenweise,wobei Kühnheit und schneller Anlauf die Taktik ersetzten.— Der Seeminister Or-landi, ein Hydriote, ordnete die Seemacht. Diese bestand 1823 aus 403 Fahr-zeugen mit Kanonen; das größte, Herakles , ein Zweidecker, führte 28. Oberad-miral war der reiche Hydriote MiauliS; Viceadmirale: Manuel TumbasiS vonHydra, Georg Demitracci von Spezzia, Nik. Apostolog von Jpsara. Endlichward ein griech. Verdienstorden (hellblaues Kreuz) gestiftet. Allein die Ausführungder Finanzmaßregeln fand überall, vorzüglich auf den Inseln, große Hindernisse-Die Streitigkeiten der hellenischen Regierung mit den hydriolischen Navarchen, we-gen Soldrückständen und wegen der Beute von Nauplia, welche die Kapitanis mitden Hydrioten nicht theilen wollten, waren den entworfenen Unternehmungen zurSee sehr nachtheilig. Zwar schlug die griech. Flotte am 22. März 1823 eineägyptische, nach Kreta (Kandia ) bestimmte Flottille, allein sie konnte die Landungtürk. Hülfstruppen nicht hindern, und die kühnen Streifzüge der Jpsarioten undSamioten an den Küsten Kleinasiens waren für das Ganze zwecklo.-. Als endlichdie Flotte des Kapudan-Pascha im Juni erschien, wichen ihr die griech. Schiffeaus, sodaß sie ungehindert die Plätze aufEuböa (Karisto und Negroponte), die inMorea (Patras, Koron, Modon), sowie Lepanto mit Truppen und LebenSmiitelnversehen und daselbst die Unternehmungen der Türken unterstützen konnte. —Die Landmacht der Griechen war in dem Feldzuge 1823 nach einem guten Planevertheilt. An der Spitze leitete Maurokordatos das Ganze. Er hatte d e Untersu-chung gegen den des Verraths angeklagten Kolokotroni beigelegt une dus> n mpfernFeldherrn durch Klugheit gewonnen, indem derselbe zum Viceprasidenten gewähltund zum zweiten Heerführer ernannt worden war. Den Oberbefehl in Westhellasführte der Sulioke Marko Bossaris, den in Osthellas Odysseus. 'Als Verbündetewaren die Sulioten treu und zuverlässig, weniger die albanesischen Stämme, wel-che durch ihren Abfall von Omer Vrione dessen letzte Niederlage verursacht hatten.