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Griechen (Kampf derselben 1823)
Diese Stämme verkauften sich dem Meistbietenden; so nahmen einzelne Haufenderselben die Anträge deö Pascha von Skutari an, welcher endlich 1823 gegen dieGriechen ins Feld rückte. Der Aufstand der streitbaren Bewohner des östlichenThessaliens hatte nämlich den Mehemed Pascha (Ali'S Mörder), den zweiten Nach-folger des Seraskier Kurschid, der die Trümmer von Kurschid'S Heer bei Larissasammelte, genöthigt, sich aus dem südlichen Thessalien zurückzuziehen. In s. Rü-cken waren Salonichi und Leeres von dem hellenischen Unkerfcldherrn Diamantisbedroht, der sich am 23. Febr . 1823 der Halbinsel Kassandra bemächtigt hatte.Diesen drängten jedoch bald die aus Rumelien heranziehenden Truppen zurück.Endlich eröffnete das nach ^monatlicher Rüstung unter dem Seraskier von Rume-lien versammelte, 25,000 M. starke Heer im Juni von Larissa aus den Feldzug.Vorsichtig drang es in 2 Heermassen gegen Livadien vor. Aber die Griechen un-ter Mauro Michali und Maurokordatos blieben dies Mal nicht hinter dem Isthmusstehen, sondern nahmen eine Stellung bei Megara , worauf Kolokotroni den Ober-befehl über OdysseuS und Nikitaö erhielt, mit deren Scharen das peloponnesischeHeer sich bei Platäa vereinigte. Von hier zogen sie Ende Juni dem Feinde entge-gen. Nach mehren einzelnen Gefechten schlug OdysseuS die eine Heerabkheilungder Türken unter Mehemed Pascha bei den Thermopylen; darauf vereinigte er sichmit dem Heere unter Kolokotroni, der nun das türkische Lager unter Mustapha Pa-scha bei dem St..LucaS-Kloster (zwischen den Städten Theben und Livadia ) am 7.Juli angriff, das OdysseuS und Nikitas nach einem blutigen Kampfe eroberten.Die Türken zogen sich mit großem Verluste zurück; OdysseuS erreichte sie am 17.Juli in der Ebene von Ehäronea und schlug sie gänzlich. Doch der Seraskier sam-melte neue Streitkräfte und rückte wieder vor, indem gleichzeitig Iussuf und OmerDrione, von der Flotte des Kapudan Pascha bei Patras unterstützt, gegen Misso-lunghi, und der Pascha von Skutari durch Westhellas über Vrackori, Donizza u«dSalona nach Morea ziehen sollten. Allein des Seraskiers Angriffe aufVolos unddie Halbinsel Trikori mißlangen; IussuftS Zug ward durch den Abfall von 8000Albanesen verzögert, und die Vorhut des Pascha von Skutari, der mit 20,000 M.,zum Theil Albanesen, schon die Höhen von Agrapha besetzt hatte und Ätolien be-drohte, ward im Lager bei Karpinissi, am 20. Aug. 1823, um Mitternacht vonMarko Botsaris überfallen. Während die thessalischen und epirotischen Gebirgs-krieger auf den von Botsaris gegebenen Trompetenstoß das Lager von 4 Seiten herangriffen, war der kühne Feldherr selbst mit 500 L^ulioten bis zum Zelle des Pa-scha eingedrungen, erhielt aber, als er den Pascha vonDelvino gefangen nahm, einetödtliche Wunde, worauf s. Bruder Konstantin den Sieg vollendete. Die Türkenverloren alles Geschütz und Gepäck, und sterbend rief Marko ') im Anblicke s. Sie-ges: „Konnte einSulioten-Anführer eines schönern Todes sterben?"— DieAlba-neser des Pascha zerstreuten sich, und er selbst kehrte nach Skutari zurück, weil dieMontenegriner zu Gunsten der Griechen von ihm abgefallen waren. Damals ver-ließ auch die große türkische Flotte, von der Pest begleitet, am 30. Aug. den Meer-busen von Patras und kehrte in den Archipel zurück, verschonte die griech. Inseln,befreite das zur See gesperrte Salonichi und segelte nach einzelnen, zum Theil denGriechen nacbtheiligen Gefechten, ohne etwas entschieden zu haben, Ende Oct. indie Dardanellen zurück. Bald darauf gab es aber blutige Händel zwischen den Hy-drioien und Spezzioten über die Theilung der Beule einiger genommenen Schiffe.—Während Livadien und Morea bedroht waren, hatten sich die Einw. Athens auf dieInsel S rlamine begeben; der Untcrfeldherr Gura behauptete jedoch die Akropoliö.Die Glieder der Regierung nebst dem berathschlagenden Rathe nahmen ebenfalls
*1 Marko BotsgriS, ein Sulivte, diente unter franz. Fabnen, leinte nachEpirus zurück, wo ihm M Pascha Süll wiedergab, damit er ihm gegen die PforteBeistand leistete.