Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechische Literatur (4. Periode)

gen auch die Charaktermasken auskamen. Aristophanes und AlepiS zeichneten sichhierin aus. Iseben diesen Gattungen bildeten sich als eine eigne die Minien desSophron ausSyrakus, dramatisirte Gespräche in rhyihmischerProsa, und mit die,sen in Verbindung sieht die sicilische Komödie des Epicharmus. Übrigens gehörender Zeitfolge nach mehre Gnoniiker und Lyriker in diesePeriode; mehrePhilosophenerschienen als didaktische Dichter, Mnophanes, Pai nienides, Empetokles, undals Epiker waren berühmt Pisander und Panyasis durch ihre Herakleen, und Anti-niachos durch s. Thebais. Das Epos wurde aber immer historischer und verlor anschöner poetischer Gestaltung. Neben die Poesie trat in dieser Periode, als eineernstere Schwester, die Beredlsamkeit, welche bei der republikanischen StaatvformBedürfniß war, und bei der Richtung des griech. Geistes zur Schönheit ebenfallskunstmäßig ausgebildet wurde. Anliphon, Gorgias , Andokides, Lisias, Isokra-tes, Ifios, Demosthenes , Aschineö werden als Meister dieser Kunst gepriesen, fürwelche ebenfalls eigne Schulen gestiftet wurden. Von mehren dieser Redner besitzenwir noch die bewunderten Meisterstücke. Wie nahe die Rhetorik daran war, selbstüber die Poesie zu siegen, zeigt sich im Euripides, und es ist keine Frage, daß sieauch auf P/aton und Thueydides bedeutenden Einsiuß hatte. Als Neben - undHülfswissenschaften bildeten sich für die Philosophie die Mathematik, für die Ge-schichte die Geographie aus. Die Astronomie verdankt der ionischen, die Arithme-tik der italischen, die Geometrie der akademischen Schule manche Entdeckung. AlsMathematiker waren berühmt Theodoros von Cyrene, Mewn, Euktemon , Archi-tas von Tarent, Eudoxos von Knidos . Die Geographie wurde vornehmlich durchEntdeckungsreisen bereichert, welche der Handel veranlaßte, und in dieser Hinsichtverdienen Erwähnung: Hanno'S Fahrt um die Westküste von Afrika , des SkvlapPeripluS Beschreibung der Küsten des Mittelmeers und des Pytheas von Mas-silien Entdeckungen im nordwestl. Europa . Die Naiurfoi schung siel ebenfalls denPhilosophen anheim, die Arzneikunst aber, von den Asklepiaden bisher in Tempelngeübt, bildete sich als ein abgesonderter Zweig davon aus, und Hippokrates wurdeder Schöpfer der wissenschaftlichen Medicin. Der Tag nach einem Sieg ist auchnoch ein schöner Tag. Dies gilt von der nun folgenden Periode, welche man imAllgemeinen die alexan drin ische nennen und als die systematisirende oder kri-tische charakterisiren konnte. Zwar hörte auch jetzt Athen nicht auf, s. alten Ruhmzu behaupten, Alepandrien aber wurde doch eigentlich die tonangebende Stadt.Hierdurch mußte nothwendig der Geist der griech. Literatur eine andre Richtungnehmen, und es springt besonders in die Augen, daß bei dem Gebrauch einer unge-heuern Bibliothek die eigentliche Gelehrsamkeit und Polyhistorie über das früherefreie Geistesstreben siegen mußte, welches jedoch nicht sogleich erstickt werden konnte.In der Philosop hie erschien jetztPlaton's scharfsinniger und gelehrter Schüler,Aristoteles , als Wtifter der peripakeiischen L7ck>ule, welche durch Erweiterung desGebiets der Philosophie und svstemariichen Geist sich auszeichnet. Er trennte Lo-gik und Rhetorik, Moral und Politik, Physik und Metaphysik (welchen letz-tem .Namen, er veranlaßte), fügte mehre angewandte philosophische Wissenschaf-ten hinzu: ükonomik, Pädagogik, Poetik, Phvsiognonuk, »rfand die philoso-phischen Kunstausdrücke, und gab durch dies Alles der Philosophie die Gestalt,welche sich Jahrtausende hindurch erhallen hat. Auf seinem Wege in Forschungder Philosophie und Naturgeschichte schritt sein Schüler Theophrastos fort. Jedogmatischer die Philosophie aber durch Aristoteles wurde, desto mehr war denphilosophischen Forschern Behutsamkeit nöthig, und der Geist des Aweifelnswar ein sehr heilsamer Geist. Er zeigte sich vornehmlich in dem Skepticis-mus, der von Pyrrhon aus EliS ausging. Ein wenigstens ähnlicher Geist lebteauch in der mittlern und neuern Akademie, von Arcesilaos und KarneadcS gestif-tet. Die Sokratischc Schule trieb noch einige neue Zweige in der stoischen Schule,