Band 
Vierter Band. F bis G.
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Griechische Literatur (4 Periode^

wische unter EuklideS , Phädvn und Menedemos; 8) die akademische, deren Stif-ter Platon, und 4) die cvnische, deren Stifter 'Antisthenes war. Platon (s. d.)war unstreitig da? umfassendste und glänzendste Genie, dessen ahnungsvoller Geistani tiefsten eindrang. Er vereinigte die philosophischen Kenntnisse der früher» griech.Philosophen mit denen der ägyptischen P riester und der Beredrsam keit der Sophisten,sinniges Gefühl für da? Überirdische, zarter moralischer Sinn, feiner, scharf undtiefblickender Verstand herrschen in s. Darstellungen, die mit allen Grazie» des Ver-trags geschmückt und durch eine blühende Einbildungskraft belebt sind. Die So-kratifche Methode wurde bei s. poetischen Talente zu wahrhaft dramatischer Darstel-lung erhöht, und der philosophische Dialog von ihm zum ästhetischen Kunstwerk aus-gebildet. Wäbrend die Philosophie so bedeutende Fortschritte machte, näherte sichauch die Geschichte mit starken Schritten dein Gipfel der Vollendung. In den, Zeit-räume von 580 — 500 v. Ehr. entstand zuerst Sagenschreibung (Logographie) inungebundener Rede, und als die ältesten -Lagenschreiber kennt man KadnioS, Dio-nysos und Hekatäos von Milet, den Argiver Akusilaos, Hellanikos aus Miryleneund Pherecydes ausLeros. Nach ihnen erschien Herodo tos (s. d.) aus Halikar-tiüß, der Homer für die Geschichte. Sein Beispiel reizte den Thucvdides zum Wett-eifer, und s. acht Bücher von der Geschichte des peloponnesischen Kriegs zeigen unsden ersten philosophischen Historiker als Muster für alle folgende. Wird er durchzusammengedrängte Gedankenfülle oft dunkel, so herrscht hingegen in Renophon dieheiterste Klarheit, und er wurde das Muster ruhiger, ungekünstelter Geschichtdar-stellung. Wie Sterne der ersten Größe glänzten vornehmlich diese drei Historiker indieser Periode hervor, in welcher außerdem noch genannt zu werden verdienen: Kte-sias, Philiströs, TheopompoS , Euphoros, welche Letzteren jedoch durch rhetoristrendeManier sich bereits von der echten Geschichtdarstellung entfernten. In der Poesieentwickelte sich während dieser Periode eine ganz neue Gattung; aus den Lustbar-keiten der Dankfeste nämlich, welche das Landvolk nach der Weinlese demFreuden-geber mit wildem Gesang und Gebärdentanz feierte, entstanden, vorzüglich in At-tika, die Schauspiele. Sinnreiche Dorfkünstler gaben den allmälig ernsthafterenEhorgesängen oderDilhyramben beimDocksopferMannigfaltigkeitund roheKunst,indem ein Zwischenredner Volksfabeln erzählte, und der Chor das ewige Lob desBacchus durch Sittenlehren, wie die Erzählung sie darbot, abwechselte. Ihr Lohn,wenn sie gefielen, war ein Bock. Andre bildeten aus dem Groben die leichtfertige-ren Reigen außerdem Opfer, mit den Schalksstreichen des Festes und Allem, wasLachen erregte, untermischt. Bald wurden diese Spiele deö Kelterfesteg auch an an-dern Tagen wiederholt. Nach einigen Vorgängern gab Solon's Zeitgenoß, Thes-pis, der s. Schauspieler gleich Kclterern mit Weinhefen, oder eigentlich mit Tre-bermost, schminkte, an den Scheidewegen und in Dörfern, auf beweglichen Bühnen,bald ernsthaftere Geschichten mit feierlichen Chören, bald lustigere mit Reigen, worinSatyrn und andre Spaßmacher Gelächter erregten. Ihre Vo> stellungen hießen Tra-gödien, d. i. Bocksopfergesänge; Trvgödien, Kelter- und Mostgesänge; Komödien,Lustreigen, und Satyrhandlungen (I lm um 5-, tvrioin»). Endlich erhoben sich dieseSpiele veredelt in prachtvoller Zurüstung aufSchaubühncn der Städte und unter-schieden sich immer mehr durch eignen Ton und Sittlichkeit. Statt eines Zwifchenred-ners, der die Geschichte aus dem Kopse vortrug, stellte Aschylos zuerst handelnde Per-sonen auf, die je zwei nach erlernten Rollen sich besprachen, und wurde der eigentlicheSchöpfer der dramatischen Kunst. Schnell erhob sich auch diese zum Gipfel der Voll-endung, die Tragödie durch Asckylos, Sophokles, Euripides , die Komödie durch Kra-tinos, EupoliS, Krakes, vornehmlich ober durch AristophaneS . Unter der Regierungder dreißig Tyrannen wurde tieFreiheit derKvmödie, lebende Personen dem Geläch-ter preiszugeben, beschränkt, und dadurch bildete sich allmälig die mittlere Komödieaus, wo der Chor abaeschafft wurde, und mit den allgemeinen Eharakterschildepun-