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Griechische Sprache und Schrift
Dialekt war hart und rauh, der ionische der weichste. Der Mische Dialekt wurdegesprochen diesseits des Isthmus (außer in Megara , Attika und Doris), in den aoli-schen Colonicn Kleinasiens und auf einigen nördlichen Inseln desägäischen Meeres;der dorische im Peloponnes , den dorischen Vierstädten, den dorischen ColonienKlein-asiens, Unteritaliens (Tarent), Sicilien (Syrakus, Agrigent ), am reinsten vonden Messeniern; der ionische in den ionischen Colonien Kleinasiens und auf denInseln des Archipelagus; der attische in Attika. In jedem dieser Dialekte hat manbedeutende Schriftsteller und Schriften. Zum ionischen Dialekt gehören zum Theildie Werke der ältesten Dichter, Homer s, Hesiod's , Theognis's w.; rein findetman ihn in Prosaikern, besonders Herodot und Hippokrates ; im dorischen Dialektesangen Pindar, Theokrit , Dion und Moschus: von dorischer Prosa ist nur wenigübrig, meist mathematischen und philosophischen Inhalts; im Mischen Dialektehaben wir die Bruchstücke des Alkäos und der Sappho. Als Athen die Oberherr-schaft in Griechenland erhalten und sich zum Mittelpunkt aller literarischen Bil-dung erhoben hatte, wurde mit den attischen Meisterwerken eines Äschyloü, So-phokles, Euripides, Aristophanes, ThucydideS, Tenophon, Platon , IsokrateS,Demosthenes u. A. auch der attische Dialekt der allgemeine der Büchersprache.Grammatiker unterschieden nachher das echt Attische, wie es sich in jenen Meisterndes Atkicismuö findet, von dem Attischen des gemeinen Lebens, und nannten diesden gemein griechischen oder hellenischen Dialekt, und selbst die spätern attischenSchriftsteller nach jener schönsten Blüthenzeit der Literatur Gemeingriechen oderHellenen. Zu diesen gehören Aristoteles, Theophrast, Apollodor, PolybiuS , Plut-arch und die übrigen spätern, unter denen doch Manche echkakkisch schrieben, wieLucian, Man und Arrian . Außer den Dramatikern hielten sich aber die übrigenDichter keineswegs ausschließlich an den attischen Dialekt; die Dramatiker selbstnahmen in ihren Chören, weil diese zu der ältesten Liturgie der Griechen gehörten,um des Feierlichen willen Ttwas vom Dorischen auf, und die übrigen Dichter blie-ben bei der Homerischen Sprache. Man muß demnach annehmen, daß die Grie-chen mit ihren verschiedenen Mundarten bekannter waren, als wir mit den anfingen,wozu vielleicht das allgemeine Lesen des Honier, der Gebrauch eines religiösen Ri-tuals und der häufige Verkehr derselben unter einander vornehmlich wirkten. Wahr-scheinlich aber hatten sich die Dialekte in der frühesten Zeit noch nicht so von einan-der geschieden, wie es späterhin geschah, und daraus muß man sich die Eigenthüm-lichkeiten der Sprache Homer's und Hesiod's erklären. „Im Homer und Hesiod ",sagt Matthiä, „kommen Wertformen und Ausdrücke vor, die von den Gramma-tikern für äolisch, dorisch, attisch oder gar für Eigenheiten eines örtlichen Dialektsausgegeben werden. Allein schwerlich waren sie dieses schon zur Zeit jener Dichter,die sich eine solche Mischung wol ebenso wenig würden erlaubt haben, als sich jetztein Dichter erlauben würde, niedersächsische oder oberdeutsche Provinzialismen untereinander zu mischen. Die Sprache Homer's scheint vielmehr ganz die Sprache derdamaligen Ionier zu sein. Von diesen im Homer gebräuchlichen Wertformen blie-ben aber nicht alle im ionischen Dialekte, sondern einige erhielten sich nur im äolisch-dorischen, andre bloß im attischen Dialekte. Die Grammatiker nennen nur imHomer attisch, äolisch, dorisch ic., was dieses zu ihrer Zeit war". Die Zeit, wanndie Veränderungen in den Hauptdialekten erfolgten, läßt sich nicht bestimmen ; esgeht aber aus allem Diesem hervor, daß man, um die griech. Sprache gründlich zuerlernen, den Gang der Bildung derselben historisch verfolgen, und keine einseitigeGrammatik zum Grunde legen, sondern sich über alle abweichende Formen der Dia-lekte verbreiten müsse: eine Mühe, welche diese an classischen Mustern jeder Art soreiche und eben deßhalb so ausgebildete, biegsame, ausdrucksvolle, im Klänge soliebliche, in der Bewegung so harmonische, in ihren grammatischen Formen undganzem Bau so philosophische Sprache verdient und reichlich lohnt. Wann MSN