Gnsaille Grösser 888
im Taffeehause cl» Lavenn. Erschien dieser Sonderling in den glänzenden Enkelns. Ältern, so zeigte er sich linkisch »nd blöde und machte sich in tiefen Bücklingenüber den Rangsiol; der vornehmen Welt lusiig. Damals gab er ein fast berühmtgewordenes großes Gastmahl, wozu Niemand kam, der nicht bewies, daßereinBür-aerlicher sei. Ein anderes Mal lud er sehr vornehme Leute zu sich ein, wo Zeder in es.nein schwarz auSgeschlagenen Saale s. Sarg hinter sich hatte. Aucb trieb er eineZeit lang einen Kramhandel imHause s. Vaters. Seine Eßl,ist war so groß, wie nurdie deöÄpiciuS undVikclliuS gewesen sein kann. Die Revolution durchlebte er fried-lich. Zn den ersten Zähren der Regierung Bonaparte'S ward er durch s. witzigen„-VlnUn.ia <1,-^ Coul ln.nxl-." in ganz Europa berühmt, den erCambae.'r.s'S Kochewidmete (von 1803—12, 8 Bde., 18.). Für die Emporkömmlinge, die nicht wissen,wiesle ihrem Vermögen Ehre machen sollen, schrieb er 1808 „l.n „>-,»»! l el,,F>,i,ssnt, v<>»>>". Sein Eifei für die Beförderung der W.ssenschast des Gaumens, wiesie Montaigne nannte, ließ ihn eine Zury von Feinscbmccker» (.logn.^n u,->) er-ricbten, die monatlich im ll<»cher <>u (-nuvNe eine Sitzung bei einer ausgewähltenTafel bielt, wo ernste Kampfrichter und liebenswürdigeActriecn mit schwarzen undweißen Kugeln über ein sasivellesSalmi oder ein feines so feierlich
abstimmten, wie nur einst der römische Senat in der bekannten Türbot-Sitzung.Seil 1814 lebte G. auf dem Lande, allein mit den Wissenschaften in Verbindung.
Grisaille, s. Grau in Grau.
Gröger (Friedrich Karl) und Aldenrath (Heinrich), der erste 1766 inPlön in. Holsteinische», der zweite 1774 in Lübeck geb. Wie die Freundenamen imAltcrtbume, Dämon und PythiaS, und die Künstlerbrüder Theodoros undTelekleSunzertrennlich genannt werden, so vereinigte die verbrüdernde Kunst diese beidenKünstler unzertrennlich. Heinrich war in früher Jugend G.'S S chüler im Portrait-zeichnen mit Silbersilft mld Sepia, und di^Harmonie ihres Talents war so groß,daß Beide, viele Zähre hindurch in Lübeck r. d Hamburg , gewöhnlich an demselbenPortrait arbeiteten, sodaß, wenn Einer den Pinsel oder Süberstift niederlegte, derAndre ihn ailfiiahm und an demBildnisse foriarbeilete. G.'sTalenkcniwickelte sichunter den drückendsten Verhältnissen aus sich selbst. Von armen Ältern geboren,zeigte er schon als Kind Kunstsinn, durch gelingendes PuppenauSschtwiden, Figuren-schiutzeln und Thonbildnerei nach dem Leben, sowie durch charakteristisches Zeichnennie gesehener, ihm bloß beschriebenerGegenstände, alsS chiffe u. dgl. Zn der S chnei-derwerkstalt s. Vaters bemalte der Knabe, trotz mancher Züchtigung. Fensterbreter,Thüren und Wände mit gemeiner Kreide oder mit in aufgelöste Mauersteine ge-tunkten Besenreisern. Za es ging aus s. Händen ein kleines Puppentheater mitcostliinirtenMarionetten und Detonationen hervor, und er gab alsDirector desselbenden Plenern einen Hamlet, LipS Tullian rc., bis der auf den 12- bis 14jährigenManonetteniiieister erzürnte Vater die ganze Bühne in den plöner See waiss. Um-sonst nahm sich ein Kunstfreund, Graf Schmetkow, des Verzweifelnden an: derungerathene Schneiderbursche ward in eine Drechslerwerkstatt gesteckt, ging aberbald darauf, auch zu diesem Handwerk unfähig, in die Lehre eines HauSanstreichcrsüber. Hier fing er an Profilbildnisse in Rössel rc. zu copiren, dann nach dem Lebenähnlich zu zeichnen, und erwarb sich dadurch nach und nach ein Sümmchen, umwelches jedoch listige Menschen den gutmüthigen Züngling betrogen. Bald wurdedem I7jähr. Kun-jüngcr auch diese Sphäre zu eng. Er verließ sie mit freiwilligerAiirücklasfiing s. ziemlich angewachsenen Erwerbs, zog im Lande umher, zeichneteMenschengesichter in Menge, und fand endlich in Lübeck viele Arbeiten mit Silber-stifr und Sepia , und einen Herzensfreund in s. Schüler Aldenraih. Mit diese«.,ging er 1789 nach Berlin , wo er dem Rector der Akademie Frisch viel verdankte, 'dann nach Hamburg, wo er vollauf Arbeit fand, und 1798 nach Dresden , wo erganz den Studien der höhern dii nst und der-Ölmalerei lebte. Dann theilten beide
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