Band 
Vierter Band. F bis G.
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882
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882 Grimm (Jakob Ludwig Karl) Grimod dc lu Neyniere

hielten. Friedrich d. Gr., Gustav lll. und die Kaiserin von Rußland gaben ihm dieausgezeichnetsten Beweise ihrer Hochachtung. 1776 ernannte ihn der Herzog vonGorha zu s. bevollmächt. Minister am franz. Hose; damals ward er Baron, dennvon Geburt war er ein Bürgerlicher. Er stand s. neuen Amre wie ein Mann vonGeist vor, ohne s. literarische Correspondenz zu unterbrechen oder sonst s. Gewohn-heiten zu ändern. Als die Stürme der Revolution es den fremden Ministern un-möglich machten, in Paris zu bleiben, begab sich G> nach Gotha . 1 795 ernannteihn die russ. Kaiserin zu ihrem bcvollmücht. Minister am niedersächs. Kreise. DieseMonarchin stand in ununterbrochenem Briefwechsel mit ihm. Auch unter Paul I. verwaltete G. s. Posten, bis eine schmerzhafte Krankheit ihm ein Auge raubte undihn nöthigte, sich von allen Geschäften zurückzuziehen. Er verlebte nun in Gotha s. letzten Zähre, so viel ihm die Kräfte gestatteten, stets mit Kunst und Wissen-schaft beschäftigt. Außer den genannten Schriften gab er eine lat. Dissertationüber die Geschichte Maximilians I., „Briefe über die deutsche Literatur" u. a. m.heraus. Sein ansehnlicher literarischer Nachlaß ist von dem russ. Hose in Empfanggenommen worden. Es befinden sich darunter Memoiren über die Geschickte s.Zeit vom höchsten Interesse, deren Nichtbekanntniachung ein Verlust ist. Dage-gen erschien nach s. Tode ein einzelner Abschnitt aus s. literarische» Bulletins u. d.D.: „(chlie,>gmncl,ii>co liiter-iir,", später auch die übrigen (zusammen 16 Bde.):ein Werk, das die anziehendsten Details über einen wichtigen Zeitraum der franz.gelehrten und gebildeten Welt und ihre innern Verhältnisse enthält. Barbier hatnoch ein „diuppleioi'nt ä I-, l'.c>rrcs>»n>(Iu>,eo herauSgeg., das G.'s übrige franz.Schriften enthält.. Die neueAufl. der„1l<» rei>>. Und, ., pbll.xi. «>i <-> U. ni>>„t-t cle lüsternst stepu're 1753 fti.>,gu'cn 1790", m. Erläut., enthält auch die von derkaiserl. Censur unterdrückten Stellen (Paris 1829, 15 Bde.). (S. über G. die„Klein, stc kl-xl.st' I .pin-G, Z.Aufl., II., S. 113, und s.Biographie in dem Aus-zuge aus jener Correspondenz: „Grimm s und Dideroc's Correspondenz von 1753bis 1790 rc." (2 Thle., Brandenburg 1820).

G r i m m (Jakob Ludwig Karl, gewöhnlich nur Zakob), geb. zu Hanau 1785,gegenwärtig kurfürstl.Bibliothekar inKaffel. Er hat sich durch s. „Deutsche Gram-matik" (1. Thl., Götkingen 1819, neue Anst. 1822) einen unsterblichen Namen inder Geschichte der vaterländ. Sprachforschung erworben, als der Erste, welcher aushistorischem Wege den Grundbau und die Fortbildung des germanischen Sprach-ganzen entwickelte. Seine „Deutschen Rechrsaltenhümcr" (Götting. 1828) stellendcn Inhalt der RechtSguellen bis in das 13. Jahrh. dar. Nicht minder schätzens-wcrth sind mehre von ihm mit s. Bruder Wilhelm Karl (geb. zu Hanau 1786)gemeinschaftlich vollendete Arbeiten für die altdeutsche Literatur, und namentlich die„Deutschen Sagen" (Berlin 1817—18, 2 Bde.); die „Kinder-und HaiiSniärchen"(Berl. 1812—14, 2 Bde., 12., und seitdem wiederholt), der kleinern 'Aufsätze undAbhandlungen in den „Alldeutschen Wäldern :c." nicht zu gedenken. Iakob's ersterVersuch auf diesem Felde war die Abhandlung „Über den deutsche» Meistergesang"(Götting. 1811). 1828 gab Wilhelm G. zu Göttingen das Bruchstück eines altenRittergedichts (a. d. 12. Jahrh.): „Grave Ruodolf", mit grammat. und lexikal.Bemerk, heraus (4.). Ein dritter Bruder, L. Einil, hat sich durch geistreich ,adirteBlätter bekannrgemacht, z.B. „Bildnissegötting. Professoren" (Gmt. 1821, Fol.).

Grimod de la Rehniöre (Alexandre Daltyasar Laurent), der witzigsteEpikuräer des neuern Frankreichs, Mitglied der Arkadier in Rom und mehi er gel.Gesellschaften, geb. zu Paris 1758, war der Sohn eines Generalpächters. An denHänden mißgestaltet, wußte er äußerst geschickt mit falschen Fingern zu zeichnen, zuschreiben und Speisen zu zerlegen. Bis 1780 war er Atvocat, allein eine sehr bit-ter abgefaßte Schrift zog ihm Verweisung zu. Seitdem lebte er in völliger Unab-hängigkeit ganz der Literatur, in gelehrten Clubbö, im Foyer der S chauspielhäuser u.