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Grüner (Karl Iustus v.)
Eonrector krisle!- s. Hauptbildung und vorzüglich die Liebe zu den Alten verdankte.Drei f)ahre später ging er nach Leipzig , wo 5 Jahre hindurch Erncsti, Morus,Geliert, ElodiuS u. )l. seine Haupklehrer waren. Allein das Studium der Theo-logie, welches er den! väterlichen Willen gemäß hatte wählen muffen, erschien ihm,wie er (im Almanach für Arzte) sagt, einengend und beschränkend. Sein Vater warindeß gestorben, und dies bestimmte ihn, sich der Medicin zu widmen. Zu dem Um-gänge geistreicher Männer, eines Kose, Gehler, Pohl, Reiche! u. A. fühlte er sichso glücklich, daß ihn nur die Unwahrscheinlichkeil einer baldigen Versorgung ab-hielt, als Arzt und Lehrer in Leipzig sein Fortkommen zu gründen. Er ging daher,nachdem er 1109 zu Halle promovirl hatte, nach s. Vaterlande zurück und lebte dortbis 1113 als praktischer Arzt. In d. I. folgte er einem Rufe nach Jena als Pros.der Botanik; 1110 ward er von dem Herzog v. Sachsen-Weimar zum Hofraihund 1191 von dem Herzog v. Sachse,i-Koburg zum geh. Hofraih und Leibarzt er-nannt. Nach Neubauer s Tode (1111) rückte er in die zweite, und nach Nicolai'SAbleben (1805) in die erste Stelle der Faculiat hinauf. Er las mit Beifall fastüber alle praktische und theoretische Theile der Medicin bis aus Ende s. Lebens.Nebenbei gründeten einige glückliche Euren s. Praxis, wiewol er ihr in spätern Jah-ren entsagte, da sie s. Liebe zur Unabhängigkeit und zum ungestörten Srudiren hin-derlich war. DieserAbgeschiedenheit von derWelt verdanken wir s. zahlreichen, sichfast über alle Fächer der Medicin verbreitenden Schriften. Die Zahl der größernWerke beläuft sich auf 50; außerdem hat er über 100 Programme und andre aka-demische Schriften, Vorreden, Recensionen u. s. w. geschrieben. Wenig Arzte ha-ben mit einer so seltenen Gelehrsamkeit, mit dieser Mannigfaltigkeit und Vielsei-tigkeit des Willens so viel Klarheit und Tiefe verbunden wie G. Bei der gründli-chen Theorie, die er besaß, war er aber dennoch praktischer Gelehrter; denn er fanderst dann in s. Wissenschaft die volle Befriedigung, wen» sie, weniastens theilweise,ins Leben eingriff. Dies hat er u. a. in s. „Bibliothek der alten Ärzte in Übersetz,und Auez." (Lpz. 1180—82, 2 Thle.) gezeigt, wo er immer das Praktische im Augebehält. Die Fortsetzung unterblieb, als die Grimm'sche Übersetzung des ganzenHip»pokretes erschien. Außer dem Studium der Geschichte der Medicin gehörten Pa-thologie und Zeichenlehre („Nmuilie-,' j>l>v->i<uogi»'u,,> ut uu'Nie-üwwui» e-mn-pwxee", Halle 1115; deutsch Jena 119k), gerichtliche Medicin und medieinischePolizei („Kurzgefaßtes System der gerichtlichen Arzneiwlssenschaft, entworfen vonI. D.Metzger, nach des Verf. Tode mir Zus. herausgeg. von C. G. Grüner", Kö-nigSb. 1814), allgemeine und specielle Therapie zu s. LieblingZfachern. Lt.das Verz.s. sämmtl. Schriften in Gültenapfel's „Ienaischem Uiuversit.usalmanach" (Jena 1810). Eine Dislocation des Magens, durch Leibschäden erzeugt, endigte sein thä-tiges Leben den 4. Dec. 1815, im 11. I. Es gabsast keine Akademie oder gelehrteGesellschaft in und außerhalb Deutschland , die G. nicht als Ehrenmitglied aufge-nommen halte. Noch kurz vor s. Tode erhielt er von dem königl. täolwgi»«,, »,L-«lieui» zu Stockholm die silberne Vaceinationsniünze, und wurde von dem Königvon Schweden zum Ritter des Wasa-Ordens ernannt. 15.
G r u n e r (Karl Iustus v.), Sohn des fürstl. Osnabcückischen Vice-Kanz-leidirektors Ioh. Christian G., geb. d. 28. Febr. 1111 zu Osnabrück , studirte inGottingen und Halle. An letztem. Orte kam er mit dem dort commandirendenund mit den Ldiudenkcn in sielen Händeln lebenden Prinz Wilhelm von Braun-schweig (der als Herzog bei O.ualrebraS blieb) in Reibungen, und Verließ deßwegenHalle. Er ward nun als Richter in seiner Vaterstadt angestellt, gab jedoch die Stelleauf und ging aufRcisen. Hier lernte er den nachherigen Minister Stein, damalsOberpräsident zu Minden , und Blücher kennen, und erhielt 1803 durch Verwen-dung des General-Lieut. v. Knesebeck eine Anstellung in preuß. Staatsdiensten,erst bei dem Eolonisationsgeschäfte für Südpreußen (wo er sich der deßhalb nöthigen