834 Guglielmi Guiana
in Madrid . Durch s. stets fieißenden Wih und s. unerschöpfliche Laune brachte eiselbst bei den ernstesten Rechtöverhandlungen die zahlreichen Zuhörer wie die Rich-ter zum Lachen. So erzählt man von ihm, daß er einst einen Verbrecher dadurchvom Tode rettete und selbst dem König (Philipp lV.) bekannt wurde. DieserMonarch, welcher sein Talent, Verse zu machen, kannte, veranlaßte ihn auchKomödien zu dichten (Philipp IV. dichtete zuweilen selbst welche, die er dann demG. zur Durchsicht übergab, und die hernach öfters am Hofe aufgeführt wurden).Auf dieser neuen Bahn machte G. nicht wenig Glück. Seine Stücke verdienenwegen ihrer trefflichen Charakterzeichnung und ihres Reichthums an echt komischenZügen die Lobsprüche, welche ihnen Lope de Vega ertheilt. Was jedoch G.'s dich-terischen Ruhm begründete, war s. ,,I)i.',bin aoniuelo, o ,,,^N1N,U, l lle olruvicl.-i", ein ebenso elegant als witzig geschriebener Roman, in welchem der Dichterdie Sitten s. Landsleute und das Leben in Madrid auf das witzigste und geistreichsteschildert und mit einer unnachahmlichenSatyre geißelt. Lesage's bekannter „Iliubleboiteux" ist eine Art Fortsetzung davon, und der spanisch^ Roman diente demspätern Autor gewissermaßen zum Anlehnungspunkte. Dieser Roman ist wörtlichins Französ. (vom Vers. der „l.«otur^.i,>>,i«-i»w»^ und ins Italienische überseht.G. starb zu Madrid , 72 I. alt, im Jan. 1616, bis an sein Ende sich der Gunstdes Monarchen erfreuend und bis an sein Ende ein oft übertrieben leidenschaftlicherVerehrer des andern Geschlechts. Viele s. Witzworte sind in s. Vaterlande ins Volkübergegangen, und heutzutage hört man solche noch oft als Sprüchwörter jenseitsder Pyrenäen . Es gibt noch mehre span. Dichter dieses Namens.
Guglielmi (Pietro), geb. im Mai 1727 zu Massa Carrara , wo s. Vater,Giacomo G., Capellmeister des Herzogs v 0 ', Modena war, studirte bis zu s. 18.Jahre die Musik unter s. Vater, und ging darauf nach Neapel in dasConservatoriodi Lorettv, welchem der berühmte Durante vorstand. G. verrieth wenig Anlagezur Musik, aber Durgnte hielt ihn zu den Studien des ContrapunktS und derCom-position an. Er trat mit dem 28. I. aus der Anstalt und fing sogleich an, für dieital. Theater komische und heroische Dpern zu componiren. In beiden Gattungenarbeitete er mit gleichem Glück. Er wurde nach Wien, Madrid und London beru-fen und kehrte in einem Alter von ungefähr 50 I. nach Neapel zurück. Hier zeigtesich seinTalent am glänzendsten. Zwei Meister hatten das große Theater von Nea-pel eingenommen und stritten um hie Palme: Cimarosa und Paesiello. Er nahmdie edelste Rache an Letzterem, über welchen er sich zu beklagen hatte. Jedem Werkes. Gegners stellte er ein anderes entgegen und besiegte ihn unablässig. 1793 er-nannte ihn PiuS VI. zum Capellmeister von St.-Peter, welches ihm Gelegenheitgab, sich in der Kirchenmusik auszuzeichnen. Man zählt von ihm über 200 Werke,welche sich durch einfachen und lieblichen Gesang, durch eine klare, volltönende Har-monie und durch Begeisterung und Eigenthümlichkeit auszeichnen. Er starb zu Rom den 19. Nov. 1801 in s. 77 I. Sein Sohn, Pietro Carlo, ist ebenfalls ein aus-gezeichneter Compvnist. — Der Maler Gregor Guglielmi, geb. zu Rom den 13. Dec. 1714, Trevisani'S Schüler, durch histor. Gemälde, besonders »Ilreroo, in Rom, Turin, Prag, Dresden, Wien, Augsburg und Warschau bekannt,starb als kaiserl. Hofmaler zu St.-Petersburg den 1. Febr . 1773.
Guiana oder Guayana, ein 100 Stunden langer Landstrich in Süd-amerika . DieKüfle zieht sich 100 Seemeilen weit, von dem Ausfluß des Dronocobis zu der Mündung des Marannvn oder Amazonenflusses. Der spanische See-fahrer Vasco Nunnez, welcher 1604 die ganze Küstenstrecke entdeckte und befuhr,nannte sie l'icir.iti,»,.',. Indessen scheinen die Spanier sich wenig um die Benutzungdieser Entdeckungen bekümmert zu haben; denn 1595 segelte der engl. SeefahrerWalter Raleigh 100 Meilen weit in den Dronoco hinauf. Dann fanden sich Frei-beuter an diesen Künsten ein, und 1634 gründete Capit. Marshall in Surinam eine