Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gusistuhl Gustav I.

Director des Pädagogiums mit ziemlich ausgedehnten Rechten ernannt ward. Oftwurden ihm Anerbiet-mgen zu andern Ämtern gemacht, jedoch ohne Erfolg, bis ihn1802 der Senat von Hamburg zum Direcror des Johanneums u. Pros. des Gym-nasiums berief. Es ward ihm zwar schwer, Kloster-Bergen zu verlass-n, aber derBlick in die Zukunft verhieß unter den damal. Umständen keine erfolgreiche Thätigkeitmehr. Als G. sein Amt in Hamburg antrat, bedurfte die Schule daselbst einer gänzli-chen Reform. Wie er diese mit Beihülfe s. Obern herbeigeführt, wie er durch uner-müdliche Thätigkeit und durch ein auf feste Grundsätze gegründetes Verfahren dieseAnstalt endlich zu einer der blühendsten Deutschlands gemacht, das näher auseinander-zusetzen, gehört in eine Schul-Geschichte. Überhaupt ist seit s. Wirksamkeit Wissen-schaft!. Streben und gründ!. Wissenschaft in Hamburg allgemeiner verbreitet; theo-log. Aufklärung aber insbesondere zu befördern, hielt G. sich von jeher für verpflichtet,vorzüglich als Pros. des akadem. Gymnasiums (weßhalb ihn auch die HelmstädterUniversität 180k zum I). der Theol. ernannte). Er starb zu Hamburg d. 14. Juni1827. Aus s. Nachlasse hat C. Müller Spiktler'SGesch. der Hierarchie" und des-senGesch. der Kreuzzüge" (Hamb . 1827 fg.) herausgeg. G.'s zahlr. Schriften sindtheils theolog., philos. und Pädagog., theils Philolog. , histor. u. archäolog. Inhalts.

Gußstahl, s. Eisen.

Gustav l-, König von Schweden, bekannt u> d. N. Gustav Wasa , geb.1480, war ein Sohn Herzogs Erich Wasa von Grypsholm und ein Sprößling deralten königl. Familie. Er gehörte zu jenen seltenen Männern, welche die Natur mitallen Eigenschaften ausstattet, ein Volk zu beherrschen. Schon sein schöner Wuchsund sein edles Äußere gewannen ihm die Herzen. Seine kunstlose Beredtsamkeit rißunwiderstchlich hin; sein Genie entwarf verwegene Plane, aber sein unbesiegbarerMuth wußte sie glücklich zum Ziele zu führen. Er war unerschrocken mit Besonnen-heit, voll Sanftinukh in einem noch rohen Zeitalter, und so tugendhaft, wie dasOberhaupt einer Partei sein kann. Als der tyrannische Christian I I. von Dänemark in Gemäßheir der kalmarischen Union sich des schwed. Throns zu bemächtigen strebte,faßte Gustav den Entschluß, sein Vaterland aus dem Unglück und der Erniedrigungzu retten; die Ausführung s. Plane wurde jedoch unterbrochen, da Christian ihn,nebst 6 andern vornehmen Schweden, als Geisel nach Kopenhagen bringen ließ.Als er aber zu Ende 1519 vernahm, daß Christian die Unterwerftnig Schwedens fast vollendet hatte, da faßte ihn auch im Gefängnisse der Gedanke, sein Vaterlandzu befreien. Er entfloh in Bauernkleidung. Zwölf Meilen ging er am ersten Tagein einem unbekannten Lande; in FlenSburg traf er jütländ. Ochsenhändler; um sichzu verbergen, nahm er Dienste bei ihnen und kam in Lübeck an. Hier wurde er zwarerkannt, aber von dem Wenate in -Lchutz genommen; ja man versprach ihm Unter-stützung zu s. Vorhaben, das er nicht mehr verheimlichte. Darauf schiffte er sich einund landete zu Kalmar. Die Besatzung, derer sich entdeckte, weigerte sich, die Parteieines Flüchtlings zu ergreifen. Geächtet von Christian, verfolgt von den Soldatendes Tyrannen, zurückgestoßen von Freunden und Verwandten, wendete er sich nachDalecarlien, bei den kräftigen Bewohnern dieser Provinz Hülfe zu suchen. Nur mitMühe den ihn umgebenden Gefahren entgangen, fand er Aufnahme bei einem Pfar-rer, der ihn mit s. Ansehen, s. GAd und s. Rath unterstützte. Nachdem man die Ge-müther vorbereitet, benutzte man ein Fest, zu welchem sich die Bauern des Cantonsversammelt hatten; Gustav erschien unter ihnen. Seine edle, zuversichtliche Miene,sei» Unglück und der Abscheu gegen Christian, der eben den Antritt f. Regierungdurch ei» schreckliches Blutbad in Stockholm bezeichnet hatte: Alles lieh s. Worteneine siegende Kraft. Via» griff zu den Waffen; das Schloß des Gouverneurs wurdeerstürmt. Muthig gemacht durch diesen Erfolg, versammelten sich die Dalecarlicrunter den Fahnen des Siegers. Von diesem Augenblicke an waren Gustavs Unter-nehmungen eine Reihe von Triumphen. An der Spitze eines selbst geschaffenenHeeres machte er reißende Fortschritte und vollendete die Vertreibung des FeinedS.