K53 -GygeS Gymnasium
der Neiigriechenmit dem der Altgriechen und ihren staatlichen und bürgerlichen Ein-richtungen vergleicht und auseinandersetzt. AlüDichter machte sich G. bei Gelegen-heit einerReise nach Neapel durchs. „Jahreszeiten" bekannt, die damals ziemlichenBeifall fanden. Als s. „Vov.i^e cke 0,öou" erschien, widmete ihm Voltaire ei-nige sehr schmeichelhafte Verse, und die Griechen, erfreut, in ihm einen Mann zu fin-den, der nicht, wie dies gewöhnlich geschieht, in diesem unglücklichen Volke lauterNichtswürdige sah, übersandten ihm das Diplom eines Bürgers von Athen . G. starb79 I. alt, 1799 auf der Insel Zante , eben da er im Begriff stand, zu der drittenAusgabe s. Reise durch Griechenland neue Materialien zu sammeln. Ein Sohn vonihm, Pierre Alfonse, war als Secretair beiden franz. Gesandtschaften nachKonstantinopel , nachWien und nachLiffabon, angestellt und erhielt hierauf die Stelleeines Consuls in Sardinien, später in Tripolis in Afrika, und zuletzt in Tripolis inSyrien, woselbst er 1812 starb. Er gab Briefe über die Türkei heraus, in welchender Verfall dieses Staates recht gut dargestellt ist. Auch war er der Vers. des Lust-spiels „b:i nniisou clk älnüeie", in 4 Acten, welches Goldoni umgearbeitet hat-
Gy^geS, ein Günstling des lydischen Königs KandauleS , welcher, um ihnvon der Schönheit s. Gemahlin durch Augenschein zu überzeugen, ihm dieselbe einstzeigte, als sie sich entkleidet niederlegte. Diese Unverschünuheii erzürnte die Königindermaßen, daß sie dem G. die Wahl ließ, entweder ihren Gemahl zu ermorden und alsihr Gatte dasKönigreich zu beherrschen, oder selbst s. strafbare Neugier mit dem Todezu bezahlen. G. ermordete daher, nachdem er vergebens den Entschluß der Königinbesti itten hatte, den KandauleS, und ward von dem delphischen Orakel in der Herr-schaft bestätigt. Die Fabel spricht von einem Zauberringe, den G. als Hirt in ei-ner unterirdischen Höhle gefunden, und welcher die Kraft gehabt habe, s. Besitz"'unsichtbar zumachen, sobald dieser den Stein desselben einwärts kehrte. Mit Hülstdes Ringes soll er die Umarmungen der Königin genossen und seinen Herrn ermordethaben. Den Ring deöG. besitzen, wurde nachher sprüchwörtlich bald von wankel-n.ülhigen, bald von boshaften und listigen, bald von glücklichen Leuten gebraucht,die Alles, was sie wünschen, erlangen.
Gymnasium hieß bei den Wpartanern der öffentliche Ort (das Gebäude),wo die Jugend sich nackt (daher der Name, von Gymnos, nackt) im Springen, Lau-fen, dem Werfen mit der Wurfscheibe und der Lanze, den» Ringen und Faustkampf-oder dem sogen. Fünfkampf (Pentathlon, guingneiiinin- übte. Dieses sparta«.Institut wurde in den meisten Städten Griechenlands und zu Rom unter den Lüsi"ren nachgeahmt. Eine solche Erziehungsanstalt blieb aber nicht auf die körperliche»Übungen eingeschränkt, sondern dehnte sich auch auf die Übungen des Geistes aus-im em hier die Philosophen, Rhetoriker und Lehrer andrer Wissenschaften ihren Un-terricht ertheilten. In Athen waren 5 Gymnasien, unter denen die Akademie, dKLyceum und Kynosarges die berühmtesten waren. In dem ersten lehrte Platon , «»zweiten Aristoteles, im dritten AmistheneS. Diese Gymnasien waren in den älteste»Zeiten offene, geebnete, mit einer Umfassung eingeschlossene Plätze mit Abtheilung»für die verschiedenen Spiele. Um Schatten zu erhalten, pflanzte man Reihen vo»Platanen, die nachher in Säulengünge mit verschiedenen Behältnissen verwandeltwurden; endlich wurden die Gymnasien eine Menge aneinanderhüngender Gebäude-die geräumig genug waren, mehre Tausende zu fassen. Von der Einrichtung derstbbcn hatVitruv in s.Werk über die Baukunst (5, 11) eine genaue Beschreibung gsigeben. Indeß enthielten manche Gymnasien bald mehr bald weniger Theile, al-taber außerdem noch eine Menge andrer Verzierungen. Hier fand man die SGt .cn und Altäre des Mercur und Hercules, als der Götter, denen dieGymnafie»geheiligt waren, oft auch des Theseus, als des Erfinders der Kunst zu ringen; SGtuen von Helden und berühmten Männern, Gemälde und Basreliefs, Gegenständ-der Rcügion und-Geschichte darstellend. Eine gewöhnliche Verzierung der Gyw»»sicn waren Hermen. So versammelte sich hier Alles, was Jünglinge in de»