Band 
Vierter Band. F bis G.
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957
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Guttenberg Guys. 957

Guktenberg, richtiger Gutenberg (Johann oder Henne Genfe-fleisch, nicht, wie man gewöhnlich annimmt, von dem Stamme der FamilieGensefleisch, welcher von Sorgenloch sSulqeloch^ sich nannte), der Erfinder derBuchdruckcrkunst, wurde gegen 1400 in Mainz geb. Die Familie Gutenberg rechnete sich zu den Patriziern und führte den Namen Gensefleisch sowie Gu-tenberg (Gudenberg) von 2 Grundstücken d. N. 1424 lebte G. in Straoburg,wo er 12 I. darauf mit ?lndreas Dryzchn (Dritzehn) u.?l. einen Conkract abschloß,durch welchen er sich ihnen für all seine geheime» und wunderbaren Künste verbind-lich machte (d. h. sie den Andern zu lehre» und Zu ihrem gemeinschaftl. Nutzen an-zuwenden versprach). Dryzehn's bald erfolgtcr Tod machte indeß das Unternehmen,welches die Compagnie vorhatte, und das vermuthlich die ersten Anfänge der Buch-druckerkunst mit in sich schloß, scheitern, um so mehr, da Georg Dryzehn, ein Bru-der des Verst., mit G. einen Rechtsstreit anfing, der für Letzter» ungünstig ausfiel.Wann und wo die ersten Versuche in der Kunst tes BücherdruckenS gemacht wordensind, kann man nicht völlig bestimmt angeben, da G. selbst unter die von ihni gedruck-ten Sachen niemals weder s. Namen noch die Zeit setzte; soviel ist gewiß, daß er ge-gen 1438 zuerst bewegliche Typen von Holz anwendete. 1443 wandte er sich vonStraoburg, wo er bis dahin gelebt hatte, nach Mainz , und 1450 ging er die Verbin-dung mit Ioh. Faust oder Fust, einem wohlhabenden Goldarbeiten dieser Stadt(der jedoch nicht mit dem bekannten Schwarzkünstler Faust fs.dss, zu verwechselnist) ein. vermöge welcher Faust das Geld hergab, um eine Druckerei anzulegen, inwelcher dann die lat. Bibel zum ersten Male gedruckt wurde. Aber schon nach eini-gen I. löste sich dieser Verein wieder. Faust hatte starke Vorschüsse gemacht, die G.nun zurückzahlen sollte, und da er dies nicht wollte oder konnte, so kam die iLache vordie Gerichte und endete damit, daß Faust die Druckerei behielt, die er dann mit PeterSchöffer vonGernsheini gemeinschaftl. fortsetzte und vervollkommnete. Durchdie Unterstützung von einem Mainzer Rathsherrn, Konrad Hummer, ward G. abervon Neuem in den Stand gesetzt, schon im folg. 2- wieder eine Presse anzulegen, inwelcher wahrscheinlich das Merk:I It>r,n.-,,i,ii <>« on-ilN«, »pwoulnu, »uoortlolum"(in Quart, ohne Datum und Namen des Druckers) gedruckt wurde. Auch sollen hier,wie Einige behaupten, 4 AuSg. desDonat" erschienen sein, die jedoch von AndernderOfsicin vonFaust und Schöffer zugeschrieben werden. 1454 erschienen auch be-reits die Psalmen, mit einer lypograph. Eleganz gedruckt, welche hinlänglich beweist,wie schnelle Fortschritte die neuersundene Kunst machte und mit welchem rühmlichenFleiß sie getrieben wurde. G.'sDruckerci bestand bis 1405 in Mainz . Um diese Zeitwurde er von Adolfv. Nassau in den Adelstand erhoben, starb aber bereits d. 24. Febr.1408. (j her sein Lebe» undWirkenund denHergang der Erfindung und ersten Aus-bildung der Buchdruckerei mit beweglichen Lettern herrscht im Ganzen viel Dunkel-heit, die jetzt schwerlich aufgeklärt werden dürfte; doch haben mehrcLiteraroren, wiez. B. Fischer in s.Versuch zur Erklärung alter typograph. Merkwürdigkeiten"(Mainz 1802), Wolf m denäll>u»>elu UpogiLplilou" ic. (Hamburg 1440),Oberlin in denBeiträgen zur Gesch. Gutenberg's" (Skrasb. 1801), Denis, Lich-tenberger, Panzer, Lehne u.A. m. schätzbare Aufschlüsse hierüber gegeben.

Guyenne, s. Aguitanien.

Guyon, s. Quietismus.

Guys (Pierre Augustin), geb. zu Marseille 142b> Kaufmann in Konstanti-nopel , dann in Smyrna, berühmt durch f. Reisen und die darüber herausg. Werke,wurde zum Mitgl. des Instituts und der Gefellsch. der Arkadien in Rom ernannt.Sein erstes Werk (1444) enthält dieBegebenheitens. Reise vvnKonstantinopel nachSophia (derHauptst. derBulgarei) in Briefen. 1448 schilderte er in Briefform s.Reise von Marseille nach Smyrna und von da nach Konsiantinopcl. Am mehrstenverdankte er s. litorar. Ruff.Vmuge lin, raire N I» 6,ü> e", im welchem Werkeer mit ebenso viel Scharfsinn als Sachkenntnis den Zustand NcugricchenlandS und