7
einer folgenden Sitzungsperiode vorbehalten bleibe. Wirwurden Hiebei einerseits von der Ansicht geleitet, daßdieselbe in den Räthen und in der öffentlichen Meinungnoch nicht zur gehörigen Reife gediehen sei, und andrer-seits von der vollendeten Ueberzeugung, daß es sich hierum eine jener Fragen handle, welche niemals rückwärtsgehen können, welche vielmehr mit stets wachsen-der unwiderstehlicher Gewalt sich Bahn zu bre-chen berufen sind.
Es läßt sich auch wirklich nicht verkennen, daß geradein der jüngsten Zeit die Eisenbahnfrage bedeutend anBoden gewonnen hat. Aber wenn wir diese Erscheinungmit Freude begrüßen, so verhehlen wir uns hinwiedernicht, daß immerhin zur Zeit noch in unserm Vaterlandein Bezug auf das Wesen der Eisenbahnen eine außer-ordentliche Meinungsverschiedenheit besteht, und daß vonderjenigen Anschauungsweise, welche die Schienenwegeals ein Nationalunglück bezeichnet, bis zu der Ansicht,welche sie als einen neuen gewaltigen Hebel für das gei-stige und materielle Gedeihen der Völker betrachtet, dieMeinungen sich in den mannigfachsten Nüancirungen ab-stufen. — Merkwürdigerweise ist die sonst so rührigeSchweiz in dieser Richtung unthätig geblieben, und wäh-rend andere Staaten ganz abgesehen von ihrem politischenSysteme ihre Eisenbahnprojekte mit einer beispiellosenEnergie aufgegriffen und verfolgt haben, hat die Schweiz nicht nur Nichts geschaffen, sondern wir haben erst nochauf dem theoretischen Standpunkte den Kampf zu bestehen,und es giebt auch heute bei uns noch Manche, welchenichts Besseres zu thun wissen, als über die Idee einerschweizerischen Eisenbahnunternehmung entweder ihr WeheZu rufen oder mit leioenschaftlichcr Beschränktheit Dieje-nigen anzugreifen, die sich mit aufrichtigem Eifer die För-