werden, wenn wir im Interesse unserer ackerbauendenBevölkerung auf den Bau von Eisenbahnen in derSchweiz verzichten? — Wir antworten mit einem ent-schiedenen Nein, denn das fremde Getreide steht schonan unsern Grenzen, und die kleine Kostendiffcrenzzwischen dem Transport durch Lastwagen und demjenigendurch die Eisenbahn im Innern der Schweiz ver-mag dasselbenicht mehr abzuhalten. In diesemFalle würde somit durch die Unterlassung der Eisenbahn-unternehmung einerseits den Getreidcproduzenten nichtgeholfen, während andererseits in Folge dieses zweck-losen Verzichtes die Schweiz aller der Vortheile, welcheein Land aus dem Eisenbahnwesen zieht, verlustig ginge.Vermag aber — um auch der zweiten Alternative zuerwähnen — unser schweizerisches Getreide unter derVoraussetzung, daß die Eisenbahnen nur an unsereGrenzen reichen, mit dem fremden zu konkurriren, sowird die Erstellung von Eisenbahnen in der Schweiz dielandwirthschaftlichen Gewerbe nicht in der Weift berühren,wie dieß hie und da befürchtet zu werden scheint. Wirwollen versuchen, die Richtigkeit dieser Behauptung austhatsächlichen Verhältnissen nachzuweisen und halten unsdießfalls gerade an den Kanton Bern , da hier die Be-sorgniß am größten zu sein scheint.
Der zunächst liegende Konkurrenzplatz ist Basel ; eineVergleichung der beidseitigen Preise wird uns die nöthigenAnhaltspunkte darbieten. In der Beilage Nr. 1 gebenwir eine vergleichende Uebersicht der Kornpreise in Bern und Basel in den letztverflossenen zwölf Jahren, auswelcher sich ergibt, daß vor und während dem Hunger-jahr 1847 die Waage schwankte und bald auf dem einen,bald auf dem andern Platze die Preise tiefer standen-Seither hat sich das Verhältniß geändert und in der