Von dem Neuen
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raubet, und in eine achtlose Dummheitversen-ket; so gar, daß uns weder das Schöne nochdas Grosse, weder das Lehrreiche-, nochdas Bewegende im geringsten rühren kan,wenn es uns täglich vor Augen schwebet,und wir mit ihm allzu sehr bekannt werden.Die lieblichste Aussicht vermehret durch dieGewohnheit alle Annehmlichkeit für uns;ein Bootsmann, der des Meers gewohntist, höret das Toben der ergrimmten Seeund das Brausen der Wellen mit fast gleich-gültigem Gemüthe an; einem wohlgeübtenKriegömann ist das Gebrülle der Carthau-nen, das Metzeln, und die Verheerungeine Kurtzweil; die Erschütterung der Er-den wird von den Nachbarn des VesuviuSnicht sonderlich geachtet; ja die Gewohn-heit machet uns nicht selten so unachtsam,daß wir auch die grösten Wunder der Na-tur nichts achten. Unser Opitz beklagetsolches in seinem Vesuvius:
Dieß alles ist Natur : Wir aber sind so garGebender und verstockt, daß wir in allen Wercke»Des weisen Schöpfers Macht und Ordnung nimmer
mercken,
Als wenn was neues sich, wie schlecht es auch mag seyn,Für unsern Augen zeigt. Wie herrlich ist der ScheinDer edcln Sonne doch; noch wirfst man das GesichteGar selten zu ihr auf! Wenn aber ihrem LichteEin trübes Finsterniß wird in den Weg gesezt,
Da lauft der Pöbel zu, da wird es hoch geschah,
Und furchtsam angeseh'n. Wir armen Leute pflegen
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