Von der Esopischen Fabel. 20z
einem grossen Theil der Menschen, die einefremde Sprache reden; und wenn man ih-ren Umgang mit denselben betrachtet, sokan man nichts anders schließen, als daßsie fast durchgehends in der Beredung ste-hen , die Thiere verstehen wenigstens diemenschliche Sprache, was wollte man sonstfür eine Ursache davon angeben, daß eingrosser Haussen der Menschen in ihrem Le-ben fast eben so viel, ja noch mehr Gesprä-che mit den Hunden, Pferden, Katzen,Ochsen, Kühen, und mit allerley Feder-Viehe hält, als sie unter sich selbst undmit andern Menschen halten. Und werwill läugnen, daß die Thiere nicht auchselbst eine gewisse natürliche Sprache haben,dadurch sie dem Menschen ihre Gedanckenfast eben so geschickt zu verstehen geben kön-nen, als Menschen von verschiedenen Na-tionen. Sie können sich freudig stellen,freundlich thun, sich klagen, uns zu Hülfferuffen; sie liebkosen uns, drohen uns; eingewisses Frauenzimmer hat einen kleinenBologneser-Hund, den sie gar wohl verste-het, sie thut Fragen an ihn, er antwortetdarauf nicht nur mit Veränderung der Ge-benden , sondern auch mit verschiedenenThönen der Stimme. Und hat es nichtberühmte Leme gehabt, welche sich gerüh-met haben, sie verstehen die Sprache derThiere? Also erzehlet man von Apollonius
Thya-