Z9O Von absonderlichen Mitteln
sehr viel Gefährlichkeit mit sich führe, weileine solche austretende Beschreibung gar zuleicht matt und kindisch wird. Indessenhar er versäumet diese Schränken, welcheuns vor dieser Gefahr des Mißbrauches undder Ausschweifung bewahren sollen, auszu-sehen, woran doch das meiste gelegen ist.Wenn wir inzwischen auf die oben angeführ-ten Grundsätze Achtung geben, so wird sol-ches eben nichrgarschwer seyn, und derZweckder Umschreibung wird uns schon sagen, wiewir vor ihren rechten Gebrauch die gehöri-gen Schmucken finden sollen. Sie mußuemlich alleine gebraucht werden, wo die Ab-sicht des Poeren ersodert, daß die Aufmerck-samkeir des Lesers von einem weitläuftigenund ungewissen Begriffe, den die blosse Be-nennung einer Sacke erwecken würde, aufeine absonderliche Eigenschaft oder Würckungderselben hingelencket, und gleichsam darauffest gemacht werde. Wo dieser Grund denGebrauch einer Umschreibung nicht rechtfer-tiget, da ist sie müssig , und wird also noth-wendig die Vorstellung matt machen , weilsie etwas unnöthiges in die Rede hineinwirfst,das den Verstand weder vollkommener nochgewisser machet. Lasset uns nach dieser Re-gel folgende Stelle Platons untersuchen, daer in dem fünften B. von den Gesetzen saget:„ Man muß nicht leiden, daß die güldene„ und silberne Kostbarkeiten in der Stadt