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Johann Jacob Breitingers critische Dichtkunst : worinnen die poetische Mahlerey in Absicht auf die Erfindung im Grunde untersuchet und mit Beyspielen aus den berühmtesten Alten und Neuern erläutert wird / Johann Jacob Breitinger ; mit einer Vorrede eingeführet von Johann Jacob Bodemer
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die Materie aufzustützen. 4i5

Diese sind in den Lobfchriften so gemeine,daß sie fast alle Annehmlichkeit der Neu-heit verlohren haben. Die schönsten Sa-chen , wenn sie öfters gesagt und wieder-holet werden , haben keinen Reitz mehr.Alleine die Neuheit ist es, die den Gedan-ken einen reitzenden Werth und Glantz mit-theilet. Die meisten Scribenten sollten sichmehr der Neuheit befleissigen, gese;t daß sieuns dann nicht so viele Wercke lieferten;sie meinen, wenn sie abschreiben, was grosseMänner gesagt haben , seyn sie selber grosseLeute. Aber sie betriegen nur sich selbst,und nicht die Leser, die solchen Scriben-ten mit Verachtung begegnen, welche ih-nen nichts mehrers sagen, als was sie schonhundertmahl bewundert haben. Iedennoch,weil diese Anmerckung den Geist unsrer heu-tigen Poeten allzu sehr daniederschlagenmöchte, will ich ihnen den Trost nicht ent-liehen , den La Motte in der Ode, dieNeuheit betitelt, angeführet hat:

Huoy! fsut-il llonc svec lcrujiuleLviter, ä'un loin riciicule,kesu Hu'Us nou; ont enleve?

; msis Hu'» 1'art «tont on l'emplo/e,

I^'Lvenir e^uilsble cro^e,

tsns eux nou; I'surions trouve.

Wie nun alle bißdahin erzehlten Kunst-griffe der Nachahmungs-Kunst dienen, ei-ne Sache nach denen verschiedenen Absich-ten