die Materie aufzustützen. 4i5
Diese sind in den Lobfchriften so gemeine,daß sie fast alle Annehmlichkeit der Neu-heit verlohren haben. Die schönsten Sa-chen , wenn sie öfters gesagt und wieder-holet werden , haben keinen Reitz mehr.Alleine die Neuheit ist es, die den Gedan-ken einen reitzenden Werth und Glantz mit-theilet. Die meisten Scribenten sollten sichmehr der Neuheit befleissigen, gese;t daß sieuns dann nicht so viele Wercke lieferten;sie meinen, wenn sie abschreiben, was grosseMänner gesagt haben , seyn sie selber grosseLeute. Aber sie betriegen nur sich selbst,und nicht die Leser, die solchen Scriben-ten mit Verachtung begegnen, welche ih-nen nichts mehrers sagen, als was sie schonhundertmahl bewundert haben. Iedennoch,weil diese Anmerckung den Geist unsrer heu-tigen Poeten allzu sehr daniederschlagenmöchte, will ich ihnen den Trost nicht ent-liehen , den La Motte in der Ode, dieNeuheit betitelt, angeführet hat:
Huoy! fsut-il llonc svec lcrujiuleLviter, ä'un loin riciicule,kesu Hu'Us nou; ont enleve?
; msis Hu'» 1'art «tont on l'emplo/e,
I^'Lvenir e^uilsble cro^e,
tsns eux nou; I'surions trouve.
Wie nun alle bißdahin erzehlten Kunst-griffe der Nachahmungs-Kunst dienen, ei-ne Sache nach denen verschiedenen Absich-ten