416 Von absonderlichen Mitteln
ten in ihrem rechten Licht und nach dem rech-ten Gesichtes-Puncten vorzustellen, und der-jenige Poet höchlich zu loben ist, der die Sa-chen so deutlich und lebhaft vorstellet, daßman dieselben würcklich gegenwärtig zu sehenmeinet, so ist auf der andern Seiten derje-nige Kunst-Streich zuweilen ebenso vortreff-lich , da der Poet die Sachen also vorstellet,daß er der Phantasie anderer Leute die Sor-ge überlaßt, sich mehr vorzubilden, und ih-remVerstand dasVergnügen gönnet,mehr zuverstehen, als die Worte lauten. Eine voll-ständige und ausführliche Beschreibung, dirdem Leser oder Zuschauer nichts überläßt,sondern eine Sache von allen ihren Seiten,Absätzen und Umständen vorstellet, setzet ihnfreylich in eine angenehme Verwunderungüber die reiche Einbildungs-Kraft des Poe-ten, wodurch er ihm die Gegenstände so voll-kommen und so nahe vor Augen leget: Abereine Beschreibung , die mehr zu verstehengiebt, als sie mit Worten ausdrucket, undhiemit den Geist des Lesers beschäftiget, das-jenige selbst zu finden und gleichsam aus denFördersätzen herzuleiten , was darinnen ver,borgen lieget, würcket neben dem angereg-ten noch ein besonderes Ergetzen , welchesHuintilianus, zwar in einem andern Abse-hen, mit diesen Worten ausgedrucket: /cu-
chtoribu8 grars iunt hrec , cum inkellexe-riat, ssumilitz 8V0 Lchleälsmur , non
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