Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
XIX
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Da Erſte Buch. xixſelbs an: Dann ſo einer Pfeffer keuwet/ thut er nicht gleich der werme empfinden/ ſon-dern beiſt hn erſtlich auff die Zungen/ alßdañ empfindet er erſt in ſhme die werme. Es iſtaber gewiß daß /gleich wie dz Fewer durch die bewegung wird auß den Steinen geſchlagen/ alſo wird auch durch des Pfeffers ſcherpffe die werme herfür gebracht. Wie auchin den entpfindtlichen J nſtrumenten/ alſo auch im Magen/ Leberen/ vnd anden oꝛten..Darumiiſt dieſes micht die erſte Qualitet in jhme/ſondern ewas anders. Man hat aber adieſem den Naſſien der Qualitet geben/ dieweil man kein anderen gewuſt/ ſich auchſonſt in ſo viel vnderſcheidlichen dingen keiner baß hat ſehicken woͤllen. Daf dz iſt der er-ſten Qualiteten eigenſchafft/daß ande darauß entſtehen/ der vꝛſachen halb haben ſieauch den Naſſien vberkomſten/wie die auſſerlichen⸗Qualiteten vnnd wirckungen:alß diewerme des Fewers it daß es erſtlich wermet/ demnach bꝛeßet: wermet nicht darumbdaß es bꝛener Jeh weiß wol daß dieſer veraltet eyngewurßlet Irꝛthum gar chwerlichauß d Menſi chen Gemuͤteren zu beingen ſeye/ voꝛab d Tagloͤneren/ die auß des Ariſto-telis vnd Galeni Nafſien(ich will d Lehꝛ halben geſchweigen) jhꝛ nahꝛung belohnũgvberkoffſen:ſo doch dieſe/die ſollichen Grunden nachvolgen/ in gar ſchwere Fragen fal-len/ welche ſie nimermehꝛ recht moͤgen auß legen:darum̃ achte ich beſſer ſeyn/ die warheitbald/wiewol zümlich ſpat/ de niſiermehꝛ anzunefnen: Es mogen aber die vermiſchetending kalt od warm ſeyn/ dach haben ſie voꝛhin ein andere Qualitet/ durch welcher em-pfindung entweder von Narut od auß dem Si/ die werme oder kelte in vnſere Leih kommet: wie auch vnder dieſen ſo mit d that ſeind/ die erſten Qualiteten d anderen vꝛſachen/alſo ſeind auch in denen ſo mogen ſeyn/ dergleichen die anderen krefft: weil ſte auch derthat etwas naher/ ſeind ſie ein vꝛſach der erſten Qualiteten in vnſeren Leiben: daruiſt iſtſolliches nicht warm oder kalt auß vermoͤg der Subſtantz/ ſondn von wegen einer ande-ren angehenckten Qualitet. Wann mir nun ſolliches zu einem grund gelegt/ mag manvieler anderen goꝛgenen dingen rechnung geben. 35

Es geſchicht aber viel von d kelte/ wie auch von d werme. fürnemlich in den auſ⸗ unſeren theilen d Thieren/ alß ein kranckheit erleſchung d natuͤrlichen werme: auß wel-chẽ erfolget dz alter:dañ dz alter iſt ein abnemung d werme/ gleich darauff die graͤwe:darui werdẽ bey den Fynlenderen/ Lappien/ vnd anſtoſſenden Voͤlckeren/ die Raben/Sperling od Spate⸗ Wolff am allermeiſtẽ die Bere/ andere Thier graw. Ett-lichemsgen bey jhnen gar nicht leben /alß die Eſel⸗Maulthier⸗Lowen/ Elefant Ca⸗ ace,melon Affen: dann welche wenig werme in jhnen haben/ die ſterben voꝛ groſſer kelte/alß wanteddie Cſel welche aber einer groſſen werme bedoͤꝛffen/ alß die Loͤwen/ die verderben darum/ wogen.daß ſie dieſe Llittermehꝛ bekom̃en mögen. Dal wir ſehen daß ſich vnderweilen die Hündderffen Dede an die heiſſe Soñen legen/ diewell ſie etwan einer krefftigen werme bekli ch alſo f koſit es auch daß in den kalten Laͤnden die Maͤßjer Weyber gemeing-

kel epheund Dan die natuͤrliche werme wird von d ſtaͤtswerenden vnd vberauß

groſſen kelte vberwunden. Sie ſeind auch ſehe foꝛchtſam vnd erſchꝛocken/ zum theil von

ſchwachheit wegen des Leibe oz daß ſie gemengkheh Wecheloh fend und gelaber n

nen ſelba weil diekelto nn onen die werme vbettrifft. Daruſſt ſt es gar ein BolckreichLand: dañ dieſes iſt ein rechte pꝛopoꝛtz/ mogen wol in dem fahl mit anderen Thierenverglichen werden/ nemlich daß je die foꝛchtſameſten am fruchtbareſten ſind/alß die Haſen Küͤnglin. Sie habẽ auch ſehoͤne Weh ber/ weil die kelte weiß machet/ die vbũgan dünnen Heuten offt ein roͤte mit ihr benget: vnnd weil ſie eines kleinen Leibs ſeind/ſcheinen ſie vnnd ſeind deſto ſchoͤner. Man vermeynet ſolliches/wie an den Kinderen:Dann die Augen ergreiffen dieſe vnd erkennen ſie baß: Das Gemůt erbarmet ſich auchderen: wir lieben aber die/ vber welche wir vns erbarmen es ſeind auch in der warheit de-ken Leib ſehoner/ dieweil die Natut( wie in allen anderen dingen) in kleinen Geſchoͤpf-fen der Oliederen pꝛopoꝛß fleiſſiger abtheilet: Vnnd ob ſchon hie etwas vberſehen odergefehlet wird/ mag man doch von der kleine wegen den Irzthumb nicht ſo wol mercken.Wa es ſich aber ohngefehr begibt/ daß es vnderweilen ettlche betufft bey ee

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