Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
XXXVIII
JPEG-Download
 

xrxbij Von maucherley wunderbaren Sachen/Knecht in ein Trog bey erl. arm tieff:dz iſt/ vaſt elrxxvij. ſchuch/hinab gelaſſen/ ſeind-alßbald er zum Fewer komen/ die ring vndẽ an der Kettẽ weich woꝛdẽ.Es iſt ſich aber abdieſem noch mehꝛ zu verwunderẽ/ dieweil weder Laub noch Graß da wachſet/ſagt mandoch/ es koſñien die Sperling od ſpatzen herfüt/ derhalben darbey abzunemmen die hoͤlemuͤſſe einen reinen Lufft von jh laſſen. In Quahumetallan aber/ welches aueh einLand deſſelbigẽ Oceidentiſchẽ Indien iſt/ doch mehꝛ gegẽ Mitternacht am Meer/ ſagtman/ wachſe ſo reiner Schwefel/ daß er ohn alle leuterung zum Puluer gut ſeye:daſelbſtfleuſſet auch das geſchweflet Pech wie das oͤl daher/ welches dapffer bꝛeũet. Es ſeindauch die Berg daſelbſt mancherley farben/ alſo daß man mit derſelben Erden ſeltzameding ferbet. Die vꝛſach haben wir anderswo angezeigt. Aber in der hitzigen Zona, vonwegen der ſubtilen materien/ werden alle ſchwere ding baß geferbet⸗ e

Das yl. Capicel.

Von des Waſſers natur/ art/ vnnd bewegung.Jeweil der Indus/ Ganges/Nilus/ vnd der ſchwartz Maragnonus/7 vnd Dabeaida Sant Marthe/ auch der Vraparia/ welches die allergroͤſten Flüß in der Welt ſeind/ ja da auch die Thonaw nicht groͤſſer-ſondern denen kaum mag verglichen werden/ in der hitzigen Lonaentſpꝛngen vnd zunemen/ mag man billich zweifflen woher ſollichesAkom̃e /daß dieſes warm heiß Land/ ſo des Waſſers element von na-

5 tur zu wider/ die weil es ohn allẽ zweifel das kelteſte vnd feuchteſte iſt/ die

Waſſer alſo mehꝛet. Es iſt aber die vꝛſach offenbar:dann der Sonnen hitz ziehet gar vieldaͤmpff daſelbſt auff/ wie anderswo angezeigt/ darvon dann jmmerwerende Regen ent-ſtehen dieweil die ebne zimlich weit iſt ſo verſam̃len ſich auch deſto mehꝛ Waſſerflüß.Dierhalben weil in Europa viel Berg ſeind/ lauffen die Waſſer alle in das Meer.

Doch ſeind gegen Mitternacht/ ohn die Thonaw auch andere groſſe Waſſer/ alß die

Volga(ſo Ptolomeus Rha neñet in welche der Hera lauffet:dañ er an fuͤnff zwen-

tig oꝛten/ oder wie andere woͤllẽ/ lx. ſeinen lauff in das Meer nimmet. Da auch der Bo-riſthenes in das Meer lauffet/ iſt er einem/ doch nicht tieffen See gleich: daß alſo mehꝛdie Gelegenheit/ deñ die groͤſſe des Waſſers/ ein ſolliche bꝛeite machet. Vnnd das nochmehꝛ iſt/ ſagt man ſie komen nicht auß dem Gebirg wie andere/ ſondern auß den Waͤl-den/ nicht weit von Fronouna dem pfuel oder pfutzen/ bey dem Flecken Dnyeperskoꝛ jaes entſpꝛingt ein anderer noch viel groͤſſer bey dem Eloſter der heiligen Dꝛeyfaltigkeit.

. Man ſagt auch es habe der Fluß Obius bey lr. tauſendt ſchritt in der bꝛeite⸗ welchesich für ein Fabel halte: es ſey dann ſach/ daß es von dem oꝛt/ da er ſich auß ſpꝛeitet vnnd(wie geſagt) einein See gleich iſt/ verſtanden werde: dañ es moͤgen ſich die Waſſer in dẽMittnaͤchtiſchen Landen nicht alſo auß ſpꝛeiten wie in Mittaͤgiſchen/ dieweil die Erde

vneben vnd bergechtig iſt. Derhalben in gemein darvon zu reden/ ſt in den warmd Lan-

den/ wann Berg oder Thal voꝛhanden/ allezeit viel Waſſers: wo aber die Erden ebenſo wird mehꝛ Waſſers in denen oꝛten/ ſo ſich gegen Mitternacht ziehen/ gefunden: dieaber darzwiſchen ligen/ haben minder Waſſers/ dieweil in den Mittelmeſſigen Landen

groſſe Waſ-fer vnder 8(heiſſen ona.

alle ding zimlicher maſſen ſeind. 8 fDie zu auſſerſt ligen/ die wendẽ ſich auch der zimlich keit: die hitzigẽ Zone zu beydẽtheilẽ zur vberflüſſigkeit:die Mitnaͤchtiſchẽ aber zu mangel die vnder de andern Polo li-Weiſſe See. gen/ ſeind Waſſerꝛeich/ ſchier wie der weiſſe See( welchẽ die Reuſſen den Bieloye-ſeren neñen) weder lenger noch bꝛeiter deñ lx tauſendt ſchꝛitt/ wiewol bey ccelr. Waſſerdareyn lauffen. Daſelbſt ligt ein Statt/ welehe auch alſo heiſſet/ gatz vnüberwindlich-dieweil ſie in eine Mooß ſtehet. Man kan auch nicht zu dieſer korſit/deñ durch die pfüßẽ Waſſer/ da man dz eiß zu gehilff nimet vnd daſſelbe an viel oꝛten an ſtatt der Bꝛu-cken gebꝛauchenwiewol man auch der Bꝛucken offtermals nieht manglen kan. Es iſt

.