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Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
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CXIIII
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criij Von maucherley wunderbaren Sachen/vnderſcheid zu zeiten/ in den dingen zu beſehꝛeiben/ groſſe jrthummen gemacht.Es ſeind auch in den Gewechſen wunderbare bꝛeuch/ alß in dem Land Peru habenſie ein geſchlecht der Bintzen/ auß welchen ſie Brucken machen/ alß mit einem kleben-den geaͤder. Wie aber die Stein kommlich ſeind zaͤhe Gewechs für zu bꝛingen/ alſo iſtfeiſt Erdtrich den Fruͤchtẽ nutz/ ſo keine Kernẽ haben/ alß deñ Feigen Weintraubk.Denen aber ſo Kernẽ haben/ ſchadet es vberauß viel. Darum ſagt man/ daß in der In-ſel Hiſpaniola/ weil die feiſt iſt/ keine oͤbaͤum ſeyen:doch wachſen die Dattlen:es weredenn ſach daß man den vnderſcheid von der feiſte/ nicht von den Kernen nem̃en ſolte:dann das ol iſt am feißten. Daher auch die Reben daſelbſt vnnd nicht Dattelbaͤumſeind. Die Caſſia oder Indiſche huͤlſen wachſet gar kuͤmmerlich:doch thut die Sonnaii! a 8. 5

Es ſeind etliche Kreüͤter ſo Salt in jhnen haben/ auch bey vns/ wie an einem ande-

ren ort angezeigt. Darzu iſt ein Kraut in dem Land Popayan/ welches/ nachdem es innMaſſer geſotten woꝛden/ vnd daſſelbig geſotten Waſſer gefreurt/ zu Saltz wird/ aber

wuͤſt/ vnvollkoiſten/ vnnd boͤß. Dañ weil des Saltzes Natur den Gewechſen zu wider

hat es viel feuchte muͤſſen haben mit dem es ver miſchet wurde/ vnnd darumb wirdes

vnrein/ vnvollkoſſten vnd boß. Nichts deſto minder wird es doch auß denen dingen/ vnd

auß dem viel dinggleich/ alß die gefrierung des Saltzes/ vnd der gleichen. 5

onde Cabuia iſt ein Kraut das groſſt e Bletter hat an welchem ein weiß har wachſet/ das

barliche ſtereker iſt denn der Hanff/ auß welchem die Indier bey der Statt Quitum in dem

. 1 Land Peru wie es der gemein Mann nennet) ſchuch machen. Es iſt aber noch viel ein

wunderbarlicher Gewechs/ ſo bey Mexicẽ in groſſer viele ſtehet/ welches ſie Metel/ dieandere Magneen nennen/ ein art der Diſtel/ in der dicke wie eines Manns ſchenckel-in der hoͤhe aber zweyer Mannen hoch/ vnnd vnden bꝛeiter denn oben. Es hat beyviertzig Blettern/ ſo vnden dick ſeind/darnach bꝛeit/ vnnd einen grat haben/ darzu wiedes Diſtels ſaamen huͤlſen/ zu vnderſt dick vnd oben ſehꝛ ſpitzig/ es bꝛinget ein aͤre/Blu-men vnnd Saamen. Die Bletter bꝛennen wie ein Fackel: den Stengel bꝛaucht manfür holtz/ vnnd iſt gut bꝛetter darauß zu machen/ wie auch auß deſſen aͤſchen die beſteLaugen. Ehe dann nun diß Kraut recht erſtarcket/ ſchneidet man den Stengel oben

ab vnnd hoͤlet jhn auß/ ſo lauffet ein Waſſer herauß/welehes ſieh den Syrupen verglei-

chet. Wann man dieſes ſeudet/ wird es Honig: wann man es aber reiniget/ wird es Zu-cker ſo es mit Waſſer vermiſchet/ wird es in kurzer zeit zu Eſſig: wann man aber dieHeffen oder Truſen hinweg thut/ wird es Wein: die Schoͤßlin vnnd kleinſten Bletter

beitzet man eyn: wann man den Safft von den gruͤnen Bletteren auff die friſchen

Wunden legt/ heilet es ſie von ſtundan. Der Safft aber von der Wurtz len vnnd an-

deren nehſten theilen wann es bluͤet/ vnnd mit dem Wermut ſafft vermiſchet win/

heilet der giftige Wuͤrme biſſz. Es geben auch dieſelbigẽ Bletter ein materten/ Papierdarauß zu machen/ welches man zu dem Gemehl vnnd Hpffern bꝛauchet. Sie weben

auch auß deſſelbigen geſteuds faden kleyder⸗ geſeilete ſchuch/ ſeyler/ vnnd ſtroine bett.

Dann dieſes iſt vaſt bꝛeuchlich bey dem faden/ daß man ihn mit einem Sttel zertheilet-vnd demnach reinen gewüp oꝛdnet: was noch vberig/ bꝛaucht man zu den dicken Sey-

leren Deckenen. Die ſpitz aber an den Doͤꝛnen ſeind ſo ſtarck/ daß man ſolliche wie

die Negel in die bꝛetter ſchlecht/ vnd neyen mit denen/ nicht alß mit der nadel/ ſondernſtechen voꝛhin durch das Leder oder Tuch/ alßdann ſtoſſen ſie den Faden darduch. Alſo

iſt gewiß daß dieſes Gewechs nach dem Coccen Purpurkoͤrnern das aller nutzlicheſte

Wundenba. iſt/ welches man zu vielen dingen bꝛauchen mal eeum. Es ſeind daſelbſten auch andere wunderbare Gewechs/ vnder welchen der BaumElus/ deſſen Bletter anderthalb ſehuch lang ſeind/ vnnd doch einem Nuß baum

gleich/ welches weiſſe vnnd grůne Blum in ſollichem wert ſeind/ daß man ſie nicht

ohn des Koͤnigs erlaubnus darff abbꝛechen/ dieweil es bey Leibs ſtraff 1 155