Buch 
Offenbarung der Natur vnd natürlicher Dingen, auch mancherley wunderbarlichen vnd subtilen Würckungen / durch Hieronymum Cardanum. In die ... teutsche Zungen gebracht durch Hulderichum Frölich
Entstehung
Seite
CXLIX
JPEG-Download
 

Das Sechſzte Buch. cxlixwas ſtercker/ oder auch von einer beſonderen Eigenſchafft wegen der Naur. 5Eben gleichmeſſiger geſtalt/ doch etwas gewiſſer/ behalt man das Koꝛn. Zu erſten Nfeu dieſes auff ein Boden/ vnd mach Heufflein darauß/ vnnd nach zweyen Tageneit es an die Sonnen/ vnnd troͤckne es alſo ein Tag vmb den anderen. Wann du esnun in die Schewren bringeſt/ ſo ſehuͤtte es nahe zuſammen auff einen Hauffen/ vnndderſpꝛeit es nicht: dann ob wol Koꝛnwuͤrm darinnen wachſen wurden/ kommen ſie docßnicht vber ein Zwerchhand tief hineyn. Ich verſtehe hie ein Zwerch hand vier Finger:dann ſonſt verſtehet man durch ein Zwerchhand ein Gemuͤnd/ wie man es bey Auſoniofindet/ da er ſpꝛicht: Ein Kieslingſtein iſt nit vber zwo Zwerchhand groß/ ohn die Dau-men. Darumb findet man ettliche/ welliche ſo bald ſie ſehen/ daß Koꝛnwuͤrm darinnenwachen/ erſchꝛecken/ ſpꝛeiten ſolliches auß/ vnd werffen es hin vnd her: ſeind eben denengleich/ ſo in einem ſchwanckenden Schiff ſeind/ welche daffelbig nicht ringeren⸗ ſondnan das ander oꝛt lauffen/ vnd mehr beſchweren. Wann der Weitzen eyngeſ chloſſen iſt/reucht er gegen dem euſſerlichẽ theil/ wachſen daſt elbſten von wegen des Luffts Thierlein/ innwendig aber/ ob wol die feuchte ſo zu einer wachſung geſchickt/ gantz hitzig/ ver-zehꝛt ſie ſich doch. Ettliche vergraben es in die Erden/ vnnd wann man das Loch auff-thut /gehet ein boͤſer Lufft herfür:dañ weil der Lufft nicht beweget wird /zerſtoͤꝛet er auchnicht: wann er aber beweget wird /verdirbet er/ vnnd zerſtoͤꝛet auch alſo dieſes ſo behaltenwoꝛden. Dann es iſt anzeiget woꝛden/ daß der Lufft nieht zerſtoͤꝛe/ denn nur allein vonwegen der Bewegung/ vnd daß er auch durch ſein Bewegung ein ding erhaltet: dann ertrocknet. Wann er aber nicht beweget wird/ verdirbet er: dann er machet feucht. Er wirdauch allwegen bewegt/ vnd iſt in allen beyden zeiten/ wann er am ſterckeſten iſt/ nutzlichzu erhaltung/ wann er entweders gar vnbeweglich/ oder gantz krefftigklich aufftroͤcknet.Dann das erſt geſchicht/ theilet er nicht von einander/ das ander aber trocknet auff vndcrhaltet. Deshalben wañ man die Gruben auff thut/ ſoll man nicht bald hineyn gehen-ondern offen ſtehn laſſen/ nachdem es lang beſchloſſen geweſen.5In denen dingen ſo man behalten will/ ſoll man bedencken die zeit/oꝛt/alter⸗ natur/.vnd weiß ab zu brechen: man ſoll auch acht haben/ wo man ſie behalten wolle/ auff was ballen degeſtalt/mit was gedingen/ vnd wie lang. Du magſt die ſuͤſſen Kirſchen nit wol ein gan⸗ Jidezes Jar behalten. Zu Genua(wie anderswo geſagt) behaltet man ſie. Die Pyren li-man ab/ wann der Mon 2 2. Tagalt iſt/ biß er zu den 28. tage kommet/ an einemſchonen tag. Von der andern Stund an des tags biß zu d fuͤnfften/ thut man ſie in einverpiehet Geſchirꝛ/vnnd kehꝛet alſo das Geſchirꝛ vnder vberſich/beſehleuſſet das Loch-vnd legt es in ein Gruben/ da die Sonn hin ſcheinet. Man liſet ſte ab/ wann ſie zeitigſeind/ am ſchatten/ ſo ſie vnuerletzet ſeind/ darzu an einem Baum an wa e nicht gi an behaltet ſie auch vaſt biß vmb S. Lucien tag/ wann der Tag amDie Nuß mag man koſilichen bey den zwiebeln behalten: dann die Nuß bleiben.lang grün. Es werden auch die Zwiebelen ſüſſer vnd nicht ſo ſtarek: ſo viel iſt an dem ſo weegern bey einander /gelegen. Es haben auch etliche ding beſondere Eigenſchafft/ ſo ande-

de nicht haben: dann die Kuͤttenen encket man gemeingklich auff/ alſo auch die Trau-edle Pyren legt man in geſortenen Moſt: die Sorbe zerſchneidet man/ doͤrec ſie anau Sonnen/ vnd behalt ſie an einem trocknen oꝛt: die Nuß aber im Sand: die Bliueneinem Salz waſſer: die Ruben in dem Senffkraut. Weil die Granatapffel noch anden Baͤumen hangen/ laß ſie in einem Hafen /ſo kein Boden hat: demnach ſtelle denHafen vnder die Erden/ vnd deck jhn mit Grund allenthalben wol zu/ damit nicht derLufft/ da ſie an dem Aſt hangen/ oder an einem anderen oꝛt moͤge darzu kommen: dann4 ſo werden ſie nicht allein friſch vnd gantz/ ſo man will /herauß genommen/ ſondernung gröſſer. Dan wie mag dieſes vngereumpt ſeyn/ wachſen an ſeinẽ eignen Baumungen oder erhalte werden/ welldie Natuͤliche werme ſolliehes erneheet⸗ 2 wedere 8 n ij Sonn/